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Zehn Tipps für ein sicheres Smartphone


Android-Nutzer sollten ihre Apps von Google Play beziehen und keine unbekannten Quellen nutzen
Laden Sie sich ein Anti-Malware-Programm auf Ihr Mobilgerät



Schwachstellen im Betriebssystem iOS 9.3.5 ermöglichten es, SMS-Nachrichten und E-Mails lesen, Geräusche aufzeichnen, Passwörter sammeln und sogar Anrufe und den Ort der Nutzer verfolgen. Apple veröffentlichte daraufhin am 25. August ein Sicherheits-Patch.

Android ist nicht sicherer: Durch einen Linux-Bug, der das erste Mal in Android 4.4 auftauchte (und in allen Folge-Versionen), waren 1,4 Milliarden Nutzer möglichen Hijacking-Angriffen ohne Schutz ausgesetzt. Aufgrund der Sicherheitslücke können Angreifer Verbindungen beenden, und bei nicht-verschlüsselten Übertragungen bösartige Codes oder Inhalte in die Kommunikation des Nutzers einschleusen. Vertreter von Google gaben bekannt, dass sie die Sicherheitslücke kennen "und entsprechende Maßnahmen ergreifen."

Zehn Tipps um sicherer zu bleiben

Malwarebytes zeigt zehn Wege, die Daten auf dem Smartphone zu schützen:

>> Sperren Sie Ihr Telefon mit einem Passwort oder dem Fingerabdruck. Lassen Sie es irgendwo liegen oder wird es aus der Tasche gestohlen, müssen Cyber-Kriminelle diese Schwelle erst überwinden. Stellen Sie außerdem die Passwortsperre so kurz wie möglich ein (maximal 30 Sekunden).

>> Wenn Ihr Smartphone das nicht automatisch macht, sollten Sie Ihre Daten manuell verschlüsseln. Dadurch sind sensible Daten besonders geschützt, egal ob wichtige Unternehmensmails oder die Online-Banking App.

>> Richten Sie "Remote Wipe" ein. Sollte Ihr Telefon einmal verloren gehen oder gestohlen werden, können Sie Ihre Daten vom Gerät aus der Ferne löschen (somit gelangen sie nicht in die Hände von Kriminellen) und sogar den Standort Ihres Smartphones ausfindig machen.

>> Machen Sie ein Back-up Ihres Smartphones. Benutzen Sie den für Ihr Gerät zugehörigen Cloud-Dienst, um Ihre Daten automatisch zu sichern und zu verschlüsseln. Sollten Sie Cloud-Diensten nicht vertrauen, können Sie Ihre Daten auch regelmäßig über Ihren PC oder Mac synchronisieren, um private Fotos, Videos oder andere Dateien zu sichern.

>> Vermeiden Sie Apps von Drittanbietern. Wenn Sie ein iPhone nutzen, sind Sie gut abgesichert. Android-Nutzer sollten ihre Apps von Google Play beziehen und keine unbekannten Quellen nutzen. Entscheiden Sie sich doch für Drittanbieter-Apps, lesen Sie erst die Bewertungen und sollte die App Zugriff auf persönlichen Daten anfragen, laden Sie sie nicht runter.

>> Vermeiden Sie einen Jailbreak auf Ihrem iPhone und rooten Sie nicht Ihr Android-Gerät. Die Verfahren unterscheiden sich zwar, doch das Ergebnis ist das gleiche: Die vom Smartphone-Hersteller vorgesehenen Einstellungen (Sicherheitseinstellungen mit einbezogen) werden umgangen und das schwächt die Sicherheit Ihres Smartphones.

>> Aktualisieren Sie das Betriebssystem häufig. Sollten Pop-Up-Erinnerungen kommen, ignorieren Sie diese nicht. Laden Sie Ihr Smartphone auf, löschen Sie unnötige Daten und installieren Sie das neue Update sofort.

>> Seien Sie auf der Hut vor Social-Engineering-Betrügern. Cyber-Kriminelle fälschen gerne Banking-Apps, sammeln personenbezogene Daten und schicken E-Mails mit bösartigen Links und Anhängen. Wenn Sie den Absender nicht kennen, schauen Sie genau hin!

>> Nutzen Sie öffentliches WLAN sehr vorsichtig, denn es ist sehr unsicher. Übermitteln sie keine sensiblen Daten, wenn Sie es benutzen. Eine Alternative ist die Nutzung eines VPN-Services, um online übermittelte Daten zu verschlüsseln.

>> Laden Sie sich ein Anti-Malware-Programm auf Ihr Mobilgerät. Sollten Sie zufällig eine bösartige App herunterladen oder einen bösartigen Anhang öffnen, verhindert das Programm Schlimmeres.

Mobile Malware auf dem Vormarsch
"Mobile Malware ist in den letzten Jahren drastisch angestiegen und befindet sich auf dem Vormarsch", sagt Nathan Collier, Senior Malware Intelligence Analyst bei Malwarebytes. "Im mobilen Bereich gibt es bereits alle möglichen Bedrohungen, wie Backdoor-Malware, die persönliche Daten stiehlt und das Smartphone sperrt bis eine Zahlung erfolgt."

Das Smartphone entwickelt sich nicht nur zum Primärgerät für den Internetzugang, sondern auch das Speichern und Übertragen sensibler Daten mit dem Smartphone steigt an. Das Pew Research Center enthüllt, dass 57 Prozent der Smartphone-Nutzer ihre Mobilgeräte für Online-Banking nutzen.

Online-Banking ist nur die Spitze des Eisberges: GPS-Programme können den Standort des Nutzers lokalisieren. Mobile Apps verlangen oft Zugriff auf gespeicherte Daten auf dem Smartphone oder auf die Daten in der Cloud. Nutzer erhalten digitale Bordkarten per SMS, Bestätigungscodes für Log-ins auf Webseiten, Social Media Apps veröffentlichen Fotos und persönliche Daten, Fitness und Gesundheits-Apps zählen Schritte, messen den Herzschlag und protokollieren zu sich genommene Lebensmittel – ein Cyberkrimineller kann all diese Fakten über sein Opfer herausfinden, wenn er das Smartphone knackt.

Sicherheitsprobleme bei Smartphones
Eine Reihe von Faktoren tragen zu der schwachen Smartphone-Sicherheit bei, aber einer der wichtigsten Gründe ist, dass Smartphones einfach liegen gelassen werden, verloren gehen oder gestohlen werden. Das Smartphone wird überall mit hingenommen und das erhöht die Wahrscheinlichkeit, es liegen zu lassen. Sobald ein Krimineller physische Kontrolle über das Smartphone hat, ist es oft nicht allzu schwierig, die Kontrolle über die Daten zu gewinnen.

Die zweite große Sorge ist die Sicherheit von Drittanbieter-Apps. Sie werden nicht von den großen App-Stores wie iTunes und Google Play überprüft. Apple hat strenge Regelungen für die Apps: Sie können nur von iTunes heruntergeladen werden, das erhöht die Sicherheit. Der Nachteil ist, dass die Nutzer außerhalb des iTunes-Ökosystems sehr beschränkt sind. Daher jailbreaken manche Nutzer ihre iPhones. Das ist eine gefährliche Maßnahme, da sie alle Sicherheitsmechanismen außer Kraft setzen, nicht nur der Apps, sondern auch des Betriebssystems.

Googles Android erlaubt jedoch den Download von Apps von Drittanbietern. "Android ist hochgradig anpassbar und offen für Innovationen", sagt Collier. "Obwohl Google empfiehlt, nur Apps aus dem Google Play Store zu installieren, ist es auch möglich, das Risiko selbst in die Hand zu nehmen, und Apps aus anderen Quellen zu installieren."

Ein weiteres Sicherheitsrisiko bei Smartphones ist, dass Nutzer ihre Betriebssysteme nicht so oft aktualisieren wie bei ihren Computern. Updates von mobiler Software erfordern eine hohe Akkuleistung und reichlich Speicher. Wird ein Software-Update nicht installiert, hat ein Cyber-Krimineller die Möglichkeit, Sicherheitslücken in dem Betriebssystem zu nutzen.

Natürlich sind Smartphones genauso anfällig wie Desktop-PCs oder Laptops – jedoch meistens nur dann, wenn der Benutzer auf keinen sicheren Seiten surft. Social Engineering in Form von Social-Media-Betrug und Phishing gehen vor allem Nutzer, die regelmäßig ihre Emails sowie Facebook, Twitter und andere Social-Networking Seiten checken, auf den Leim.

Es ist noch nicht alltäglich, Sicherheitsmaßnahmen auf dem Smartphone zu ergreifen. Während Computer oft mit Firewalls, Antivirus-Programmen oder Anti-Malware-Software ausgestattet sind, schützt meistens nur das Betriebssystem ihr Smartphone.
(Malwarebytes: ra)

eingetragen: 24.10.16
Home & Newsletterlauf: 30.11.16


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Meldungen: Tipps & Hinweise

  • Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Bedrohungen

    Steigende Compliance-Anforderungen und europäische Richtlinien wie die DSGVO oder die NIS-Richtlinie für kritische Infrastrukturen haben die Umsetzung von Cybersecurity-Maßnahmen in Unternehmen bereits wesentlich vorangetrieben. Jedoch erfüllen Unternehmen häufig lediglich die Mindestanforderungen - während Angreifer über umfassende und ausgefeilte Möglichkeiten verfügen, sich Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu verschaffen. Mittelständische Unternehmen, beispielsweise in der produzierenden Industrie oder im Gesundheitswesen, stehen im Fokus von Hackern: Mittels Ransomware-Angriffen können Cyber-Akteure ganze Produktionsstraßen lahm legen oder Krankenhäuser vom Netz nehmen. Insbesondere in diesen Branchen ist der Schaden nach einer Attacke besonders groß, da sie enorme wirtschaftliche Auswirkungen zur Folge haben und eine Vielzahl von Menschen betreffen. Für Hacker sind zudem vor allem mittelständische Unternehmen interessant, die wirtschaftlich erfolgreich sind, aber gleichzeitig nicht über die gleichen umfassenden Sicherheitsmaßnahmen verfügen wie große, börsennotierte Konzerne.

  • Nahezu kein Expertenwissen mehr benötigt

    Cyberkriminelle greifen mit gefälschten Rechnungen vermehrt Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Deutschland an. Das hat Proofpoint herausgefunden. Die Angreifer versenden dabei gefälschte Rechnungen, die als Köder verwendet werden oder aber die E-Mail beinhaltet einen Link zu einer Website, auf der das gefälschte Dokument zum Download zur Verfügung steht. Die Dokumente sind mit dem Remote Access Trojaner NanoCore infiziert. Laut Proofpoint enthalten Anhänge eine komprimierte ausführbare Datei (mit der Erweiterung ".Z"), während bösartige Links den Empfänger veranlassen, die auf onedrive.live.com gehostete Malware herunterzuladen.

  • Fünf Sofortmaßnahmen zur Systemhärtung

    Guardicore gibt Sicherheitsempfehlungen für das Support-Ende von Windows Server R2, Windows Server 2008 und Windows 7. Ab 14. Januar 2020 werden Nutzer dieser Microsoft-Betriebssysteme keine kostenlosen Sicherheitsupdates und Online-Aktualisierungen mehr erhalten. Ohne sicherheitsrelevante Updates sind die betroffenen IT-Systeme gegen neu entdeckte Schwachstellen nicht mehr geschützt. Zwar sind die genannten Betriebssysteme teilweise bereits über ein Jahrzehnt alt, aber Schätzungen zufolge ist allein Windows Server 2008/2008 R2 immer noch auf fast jedem dritten Server weltweit im Betrieb. Viele Organisationen können nicht auf aktuelle Betriebssystemversionen wechseln, weil sie komplizierten Gesetzes- und Zertifizierungsanforderungen unterliegen, oder einfach nicht das erforderliche Budget zur Verfügung haben. Gefragt sind deshalb Überbrückungslösungen - auch um zeitaufwendige Migrationsprozesse begleiten zu können.

  • Abfangen und Manipulieren von E-Mails

    Die E-Mail ist das Kommunikationsmittel Nummer eins. Unternehmen sind in der Pflicht, sich mit der E-Mail-Sicherheit zu beschäftigen, kommunizieren sie doch sowohl intern als auch extern. Nahezu täglich ist von Datenpannen und Datendiebstählen zu hören: Fremde verschaffen sich - zum Teil leider kinderleicht - Zugang zum internen Unternehmenssystem und greifen Daten ab oder manipulieren diese. Einfache, unverschlüsselte E-Mails stellen deshalb grundsätzlich eine Gefahr dar: Sie ähneln einer Postkarte, deren Inhalt jeder lesen kann. "Denn gehen E-Mails weder digital signiert noch verschlüsselt auf die Reise, können die Inhalte nicht nur ausspioniert, sondern auch manipuliert werden. Da Angriffe dieser Art in aller Regel nicht sicht- und nachweisbar sind, wird die E-Mail-Sicherheit leider nach wie vor oft stiefmütterlich behandelt. Wie oft und von wem E-Mails gelesen werden, kann ihnen niemand ansehen", warnt Patrycja Tulinska, Geschäftsführerin der PSW Group.

  • Neuer Standort und neue BC/DR-Strategie?

    Die Entfernung zwischen georedundanten Rechenzentren soll mindestens 200km betragen. So empfiehlt es das BSI seit diesem Jahr. Dies stellt viele Unternehmen vor Probleme, betrug die bisher empfohlene Distanz in der Vergangenheit doch gerade einmal fünf Kilometer. Diese geringe Distanz erlaubte es den Betreibern bisher, ihre Rechenzentren über HA-Systeme synchron zu spiegeln. Dies ist bei einem Abstand von 200km jedoch nicht mehr möglich: Die Latenz zwischen den Standorten ist einfach zu hoch, um Organisationen mit traditionellen Hochverfügbarkeits- und Backup-Lösungen gegen Systemausfälle zu schützen. Was können Unternehmen nun tun, um ihre IT etwa gegen logische Fehler oder Ransomware-Attacken abzusichern, um minimalen Datenverlust und kurze Ausfallzeiten zu garantieren? Der neue Mindestabstand, den das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) seit Dezember 2018 zwischen sich Georedundanz gebenden Rechenzentren empfiehlt, stellt in vieler Hinsicht eine Zäsur dar. Er stellt die Nutzung synchroner Spiegelung grundsätzlich infrage und hat damit einen direkten Einfluss darauf, wie Rechenzentren hierzulande betrieben werden. Wer eine "kritische Infrastruktur" betreibt, wird vom Gesetzgeber sogar dazu gezwungen der Empfehlung zu folgen. Und wer das Pech hat Teil eines Branchenverbandes zu sein, der den Empfehlungen des BSI folgt, wie etwa Mitglieder der Bankenbranche Bafin, haben ebenfalls keine Wahl. All diese Organisationen müssen auf die Entscheidung reagieren und den Abstand ihrer Rechenzentren auf mindestens 200km bringen.