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E-Mails mit angeblichen Bewerbungen


PSW Group warnt vor Sodinokibi-Ransomware: Bewerbung mit Folgen
Die erst seit Kurzem aktive Sodinokibi-Ransomware arbeitet offenbar mit derselben Infrastruktur, die die Macher des Verschlüsselungstrojaners GandCrab nutzen



Die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group mahnen Personalabteilungen von Unternehmen zur Vorsicht: "Cyberkriminelle greifen derzeit gezielt Personalabteilungen an, indem diese E-Mails mit angeblichen Bewerbungen versenden. Auf diese Weise wollen Angreifer die Sodinokibi-Ransomware verbreiten, die auch unter den Namen Sodin oder REvil bekannt ist. Wer den Anhang, also die vermeintliche Bewerbung öffnet, aktiviert sofort die Ransomware, die sämtliche Funktionen auf dem betroffenen Rechner verschlüsselt. Für eine Entschlüsselung fordern die Erpresser einen Betrag von 0,16 Bitcoin – das sind umgerechnet etwa 1.180 Euro. Zahlt das Opfer nicht binnen einer Woche, so verdoppelt sich dieser Betrag", informiert Patrycja Tulinska, Geschäftsführerin der PSW Group.

Als Absender sind neben Sandra Schneider bereits Martina Peters oder Sabine Lerche im Umlauf. "Es ist anzunehmen, dass sich die Cyberkriminellen nach und nach neue Namen überlegen, um den Erfolg der Angriffe mit der Sodinokibi-Ransomware hoch zu halten", warnt die IT-Sicherheitsexpertin.

Die erst seit Kurzem aktive Sodinokibi-Ransomware arbeitet offenbar mit derselben Infrastruktur, die die Macher des Verschlüsselungstrojaners GandCrab nutzen. Nachdem sie mit GandCrab rund 150 Millionen US-Dollar erbeutet haben, wollen sich die Kriminellen mit den erwarteten Einnahmen aus Sodinokibi in den Ruhestand verabschieden. Hinweise auf eine Verbindung zwischen den beiden Verschlüsselungstrojanern hat der Security-Blogger Brian Krebs dargelegt.

So berichtet er unter anderem, dass ein Cyberkrimineller Anfang Mai in einschlägigen Untergrundforen weitere Kriminelle für ein neues Ransomware-Projekt rekrutieren wollte. Auch G DATA formulierte Ähnlichkeiten beider Verschlüsselungstrojaner, indem das Unternehmen darauf hinwies, dass "die Cyberkriminellen […] die gleiche Infrastruktur wie die Macher hinter dem Verschlüsselungstrojaner GandCrab [verwenden]". "Die Sodinokibi-Ransomware aka REvil aka Sodin wurde darüber hinaus bereits über gefälschte E-Mails des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik verteilt. In den Spam-Mails mit dem Trojaner an Bord wurde ein Datenmissbrauch vorgetäuscht und auf den Anhang verwiesen. Im anhängenden Zip-Archiv befand sich dann ein Downloader für die Sodinokibi-Ransomware", informiert auch Patrycja Tulinska.

Dass Ransomware weiter auf dem Vormarsch ist, beweist ein alter Bekannter: Emotet, der im ersten Quartal dieses Jahres bereits sein Unwesen trieb, ist zurück. Erst kürzlich gab das BSI eine Meldung mit dem Titel "Zunahme von erfolgreichen Cyber-Angriffen mit Emotet" heraus. Der Angriff über E-Mail war derart ausgeklügelt, dass sich nicht einmal ausgezeichnet informierte Unternehmen schützen konnten. So wurde beispielsweise sogar die Heise Mediengruppe Opfer des Angriffs. "Emotet und die Sodinokibi-Ransomware verteilen sich allerdings unterschiedlich. Die Cyberkriminellen hinter Emotet nutzen vorrangig das sogenannte Dynamit-Phishing, bei dem sich der Trojaner zwar automatisch, jedoch angepasst an seine "Zielumgebung", beispielsweise ein bestimmtes Unternehmen, verbreitet. Die Sodinokibi-Ransomware hingegen nutzt jeden Angriff, der möglich ist: Wurden zuerst Sicherheitslücken in Server-Software ausgenutzt, phisht Sodin mittlerweile auch über groß angelegte Spam-Kampagnen, etwa per Mailvertising", erklärt Tulinska.

Die IT-Sicherheitsexpertin rät deshalb einmal mehr zu äußerster Vorsicht in der E-Mail-Kommunikation: "Das eigene Personal muss unbedingt entsprechend geschult werden und bestimmte Verhaltensweisen beherzigen. Dazu gehört, auf das Nachladen von HTML-Inhalten zu verzichten und Nachrichten ausschließlich im Rein-Text anzeigen zu lassen. Das gilt auch für digital signierte E-Mails. Wenngleich Links und Befehle so zwar nicht automatisiert ausgeführt werden, ist das sicherer."

Grundsätzlich sollten Anhänge mit Skepsis betrachtet und nur geöffnet werden, wenn sichergestellt ist, dass sie auch von diesem Absender stammen und er vertrauenswürdig ist – im Zweifelsfalle hilft eine Rückversicherung per Telefon. Zudem sollte nicht nur eine gute Anti-Viren-Software installiert sein, sondern diese auch durch regelmäßige Updates auf aktuellem Stand sein. Das gleiche gilt auch für Clients, Plugins und sonstige Software. "Eine zusätzliche Datensicherung auf einem externen, verschlüsselten Speichermedium garantiert im Fall einer erfolgreichen Cyberattacke, dass die Daten nicht gänzlich verloren sind und wieder aufgespielt werden können", so Tulinska im Hinblick auf regelmäßige Daten-Backups. (PSW Group: ra)

eingetragen: 27.10.19
Newsletterlauf: 28.11.19

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Meldungen: Tipps & Hinweise

  • Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Bedrohungen

    Steigende Compliance-Anforderungen und europäische Richtlinien wie die DSGVO oder die NIS-Richtlinie für kritische Infrastrukturen haben die Umsetzung von Cybersecurity-Maßnahmen in Unternehmen bereits wesentlich vorangetrieben. Jedoch erfüllen Unternehmen häufig lediglich die Mindestanforderungen - während Angreifer über umfassende und ausgefeilte Möglichkeiten verfügen, sich Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu verschaffen. Mittelständische Unternehmen, beispielsweise in der produzierenden Industrie oder im Gesundheitswesen, stehen im Fokus von Hackern: Mittels Ransomware-Angriffen können Cyber-Akteure ganze Produktionsstraßen lahm legen oder Krankenhäuser vom Netz nehmen. Insbesondere in diesen Branchen ist der Schaden nach einer Attacke besonders groß, da sie enorme wirtschaftliche Auswirkungen zur Folge haben und eine Vielzahl von Menschen betreffen. Für Hacker sind zudem vor allem mittelständische Unternehmen interessant, die wirtschaftlich erfolgreich sind, aber gleichzeitig nicht über die gleichen umfassenden Sicherheitsmaßnahmen verfügen wie große, börsennotierte Konzerne.

  • Nahezu kein Expertenwissen mehr benötigt

    Cyberkriminelle greifen mit gefälschten Rechnungen vermehrt Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Deutschland an. Das hat Proofpoint herausgefunden. Die Angreifer versenden dabei gefälschte Rechnungen, die als Köder verwendet werden oder aber die E-Mail beinhaltet einen Link zu einer Website, auf der das gefälschte Dokument zum Download zur Verfügung steht. Die Dokumente sind mit dem Remote Access Trojaner NanoCore infiziert. Laut Proofpoint enthalten Anhänge eine komprimierte ausführbare Datei (mit der Erweiterung ".Z"), während bösartige Links den Empfänger veranlassen, die auf onedrive.live.com gehostete Malware herunterzuladen.

  • Fünf Sofortmaßnahmen zur Systemhärtung

    Guardicore gibt Sicherheitsempfehlungen für das Support-Ende von Windows Server R2, Windows Server 2008 und Windows 7. Ab 14. Januar 2020 werden Nutzer dieser Microsoft-Betriebssysteme keine kostenlosen Sicherheitsupdates und Online-Aktualisierungen mehr erhalten. Ohne sicherheitsrelevante Updates sind die betroffenen IT-Systeme gegen neu entdeckte Schwachstellen nicht mehr geschützt. Zwar sind die genannten Betriebssysteme teilweise bereits über ein Jahrzehnt alt, aber Schätzungen zufolge ist allein Windows Server 2008/2008 R2 immer noch auf fast jedem dritten Server weltweit im Betrieb. Viele Organisationen können nicht auf aktuelle Betriebssystemversionen wechseln, weil sie komplizierten Gesetzes- und Zertifizierungsanforderungen unterliegen, oder einfach nicht das erforderliche Budget zur Verfügung haben. Gefragt sind deshalb Überbrückungslösungen - auch um zeitaufwendige Migrationsprozesse begleiten zu können.

  • Abfangen und Manipulieren von E-Mails

    Die E-Mail ist das Kommunikationsmittel Nummer eins. Unternehmen sind in der Pflicht, sich mit der E-Mail-Sicherheit zu beschäftigen, kommunizieren sie doch sowohl intern als auch extern. Nahezu täglich ist von Datenpannen und Datendiebstählen zu hören: Fremde verschaffen sich - zum Teil leider kinderleicht - Zugang zum internen Unternehmenssystem und greifen Daten ab oder manipulieren diese. Einfache, unverschlüsselte E-Mails stellen deshalb grundsätzlich eine Gefahr dar: Sie ähneln einer Postkarte, deren Inhalt jeder lesen kann. "Denn gehen E-Mails weder digital signiert noch verschlüsselt auf die Reise, können die Inhalte nicht nur ausspioniert, sondern auch manipuliert werden. Da Angriffe dieser Art in aller Regel nicht sicht- und nachweisbar sind, wird die E-Mail-Sicherheit leider nach wie vor oft stiefmütterlich behandelt. Wie oft und von wem E-Mails gelesen werden, kann ihnen niemand ansehen", warnt Patrycja Tulinska, Geschäftsführerin der PSW Group.

  • Neuer Standort und neue BC/DR-Strategie?

    Die Entfernung zwischen georedundanten Rechenzentren soll mindestens 200km betragen. So empfiehlt es das BSI seit diesem Jahr. Dies stellt viele Unternehmen vor Probleme, betrug die bisher empfohlene Distanz in der Vergangenheit doch gerade einmal fünf Kilometer. Diese geringe Distanz erlaubte es den Betreibern bisher, ihre Rechenzentren über HA-Systeme synchron zu spiegeln. Dies ist bei einem Abstand von 200km jedoch nicht mehr möglich: Die Latenz zwischen den Standorten ist einfach zu hoch, um Organisationen mit traditionellen Hochverfügbarkeits- und Backup-Lösungen gegen Systemausfälle zu schützen. Was können Unternehmen nun tun, um ihre IT etwa gegen logische Fehler oder Ransomware-Attacken abzusichern, um minimalen Datenverlust und kurze Ausfallzeiten zu garantieren? Der neue Mindestabstand, den das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) seit Dezember 2018 zwischen sich Georedundanz gebenden Rechenzentren empfiehlt, stellt in vieler Hinsicht eine Zäsur dar. Er stellt die Nutzung synchroner Spiegelung grundsätzlich infrage und hat damit einen direkten Einfluss darauf, wie Rechenzentren hierzulande betrieben werden. Wer eine "kritische Infrastruktur" betreibt, wird vom Gesetzgeber sogar dazu gezwungen der Empfehlung zu folgen. Und wer das Pech hat Teil eines Branchenverbandes zu sein, der den Empfehlungen des BSI folgt, wie etwa Mitglieder der Bankenbranche Bafin, haben ebenfalls keine Wahl. All diese Organisationen müssen auf die Entscheidung reagieren und den Abstand ihrer Rechenzentren auf mindestens 200km bringen.