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Virtuelles Patchen von Sicherheitslücken


Deutschland im Visier: Neues Exploit Kit verbreitet Erpressersoftware
Trend Micro rät zu Sicherheitsaktualisierungen und Backups als Gegenmittel, um sich wirksam gegen Ransomware zu schützen



Trend Micro warnt vor einem neuen Exploit Kit, das die Erpressersoftware "Locky" verbreitet: "Bizarro Sundown". Mit fast zehn Prozent der Opfer rangiert Deutschland im internationalen Vergleich hinter Taiwan und Südkorea, gefolgt von Italien und China. Um sich wirksam vor Erpressersoftware wie Locky zu schützen, empfiehlt Trend Micro eine Zweifachstrategie: Neben dem Einspielen von Sicherheitsaktualisierungen – auch virtuell – sollten Privatanwender und Unternehmen eine mehrstufige Backup-Strategie verfolgen, die eine Offline-Datensicherung miteinschließt. Nur so lässt sich der Datenverlust selbst im Fall einer kompletten Verschlüsselung der Online-Speichermedien verhindern.

Das am 5. Oktober 2016 zum ersten Mal von Trend Micro-Forschern gesichtete Exploit Kit ist in zwei Versionen im Umlauf. Während die ältere der beiden zusätzlich eine Sicherheitslücke im Internet Explorer von Microsoft (CVE-2016-0189) missbraucht, versuchen beide, die Systeme ihrer Opfer über zwei Sicherheitslücken in Adobe Flash (CVE-2015-5119 und CVE-2016-4117) zu infizieren.

Maßnahme 1: Reales und virtuelles Patchen
Die Antwort auf diese Art von Bedrohung ist zweifach und beinhaltet erstens das Einspielen von Sicherheitsaktualisierungen. Sowohl Adobe als auch Microsoft haben die erwähnten Sicherheitslücken schon seit geraumer Zeit geschlossen. Die Anwender sollten daher unbedingt darauf achten, dass stets die aktuellsten Softwareversionen auf ihren Systemen installiert sind.

Für Unternehmen ist freilich das sofortige Einspielen von Sicherheitsaktualisierungen aus organisatorischen und wirtschaftlichen Gründen oft nicht möglich. Diese sollten daher alternative Ansätze wie das virtuelle Patchen von Sicherheitslücken verfolgen.

Backups anlegen
Ergänzend dazu empfiehlt Trend Micro regelmäßige Datensicherungen (Backups), um sich vor Erpressersoftware wie Locky zu schützen. Dabei sollten die Anwender der 3-2-1-Regel folgen – drei Kopien in zwei Formaten auf einem isolierten Medium. So lassen sich zum Beispiel die Familienfotos erstens auf einem externen Speichermedium (externe Festplatte oder Stick) speichern, zweitens in der Cloud ablegen und drittens auf eine CD brennen. Der Cloud-Speicher und der nicht eingesteckte USB-Stick verhindern dabei, dass Locky auch die Sicherungskopien verschlüsseln und löschen kann. Sollte kein Cloud-Speicher vorhanden sein und der USB-Stick mit dem Rechner verbunden, so wären wenigstens die auf CD gebrannten Bilder sicher, selbst wenn diese im CD-Laufwerk eingelegt wäre. (Trend Micro: ra)

eingetragen: 18.11.16
Home & Newsletterlauf: 05.12.16


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Meldungen: Tipps & Hinweise

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    Cyberkriminelle greifen mit gefälschten Rechnungen vermehrt Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Deutschland an. Das hat Proofpoint herausgefunden. Die Angreifer versenden dabei gefälschte Rechnungen, die als Köder verwendet werden oder aber die E-Mail beinhaltet einen Link zu einer Website, auf der das gefälschte Dokument zum Download zur Verfügung steht. Die Dokumente sind mit dem Remote Access Trojaner NanoCore infiziert. Laut Proofpoint enthalten Anhänge eine komprimierte ausführbare Datei (mit der Erweiterung ".Z"), während bösartige Links den Empfänger veranlassen, die auf onedrive.live.com gehostete Malware herunterzuladen.

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    Guardicore gibt Sicherheitsempfehlungen für das Support-Ende von Windows Server R2, Windows Server 2008 und Windows 7. Ab 14. Januar 2020 werden Nutzer dieser Microsoft-Betriebssysteme keine kostenlosen Sicherheitsupdates und Online-Aktualisierungen mehr erhalten. Ohne sicherheitsrelevante Updates sind die betroffenen IT-Systeme gegen neu entdeckte Schwachstellen nicht mehr geschützt. Zwar sind die genannten Betriebssysteme teilweise bereits über ein Jahrzehnt alt, aber Schätzungen zufolge ist allein Windows Server 2008/2008 R2 immer noch auf fast jedem dritten Server weltweit im Betrieb. Viele Organisationen können nicht auf aktuelle Betriebssystemversionen wechseln, weil sie komplizierten Gesetzes- und Zertifizierungsanforderungen unterliegen, oder einfach nicht das erforderliche Budget zur Verfügung haben. Gefragt sind deshalb Überbrückungslösungen - auch um zeitaufwendige Migrationsprozesse begleiten zu können.

  • Abfangen und Manipulieren von E-Mails

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  • Neuer Standort und neue BC/DR-Strategie?

    Die Entfernung zwischen georedundanten Rechenzentren soll mindestens 200km betragen. So empfiehlt es das BSI seit diesem Jahr. Dies stellt viele Unternehmen vor Probleme, betrug die bisher empfohlene Distanz in der Vergangenheit doch gerade einmal fünf Kilometer. Diese geringe Distanz erlaubte es den Betreibern bisher, ihre Rechenzentren über HA-Systeme synchron zu spiegeln. Dies ist bei einem Abstand von 200km jedoch nicht mehr möglich: Die Latenz zwischen den Standorten ist einfach zu hoch, um Organisationen mit traditionellen Hochverfügbarkeits- und Backup-Lösungen gegen Systemausfälle zu schützen. Was können Unternehmen nun tun, um ihre IT etwa gegen logische Fehler oder Ransomware-Attacken abzusichern, um minimalen Datenverlust und kurze Ausfallzeiten zu garantieren? Der neue Mindestabstand, den das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) seit Dezember 2018 zwischen sich Georedundanz gebenden Rechenzentren empfiehlt, stellt in vieler Hinsicht eine Zäsur dar. Er stellt die Nutzung synchroner Spiegelung grundsätzlich infrage und hat damit einen direkten Einfluss darauf, wie Rechenzentren hierzulande betrieben werden. Wer eine "kritische Infrastruktur" betreibt, wird vom Gesetzgeber sogar dazu gezwungen der Empfehlung zu folgen. Und wer das Pech hat Teil eines Branchenverbandes zu sein, der den Empfehlungen des BSI folgt, wie etwa Mitglieder der Bankenbranche Bafin, haben ebenfalls keine Wahl. All diese Organisationen müssen auf die Entscheidung reagieren und den Abstand ihrer Rechenzentren auf mindestens 200km bringen.