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Survival-Guide für DoS-Angriffe


Wichtig: Verwendete Server-Anwendung darf nicht anfällig für bekannte DoS-Schwachstellen sein
Ausfallsicherheit kann man auch mit dem Einsatz von Load Balancing (Lastenverteilung) erreichen



Immer wieder werden Unternehmen, die auf die Erreichbarkeit ihrer Webapplikationen angewiesen sind, zum Ziel von DoS-(Denial-of-Service)-Angriffen. Auch wenn oft keine Daten gestohlen werden, kann die Nichtverfügbarkeit der Webseite einen hohen wirtschaftlichen Schaden verursachen. Trustwave, ein weltweit agierendes Sicherheitsunternehmen, zeigt, wie sich Unternehmen wirkungsvoll gegen DoS-Attacken zur Wehr setzen.

Eine Webseite, die nicht erreichbar ist, bedeutet neben einem wirtschaftlichen Schaden - im Regelfall sind ja auch alle internen Netzwerke von einem Systemausfall betroffen - stets einen Verlust von Image und Reputation. Durchschnittlich setzt eine DoS-Attacken Systeme für etwa zwölf Stunden außer Gefecht. Zudem werden DoS-Angriffe oft als Ablenkungsmanöver eingesetzt. Während die IT-Abteilung versucht, der Attacke Herr zu werden, nutzen Cyberkriminelle andere Schwachstellen im Netzwerk aus, um an Firmendaten zu gelangen.

Der Kampf gegen DoS-Attacken ist immer asymmetrisch, das heißt, ein Angriff kostet den Angreifer viel weniger Ressourcen, als Unternehmen aufwenden müssen, um diese Angriffe abzuwehren. Es gibt aber ein paar Maßnahmen, mit denen Systeme so aufgebaut werden können, dass sie gegen DoS-Attacken resistent sind.

Um ein resistentes System aufzusetzen, müssen folgende Variablen berücksichtigt werden: Typische Spitzenauslastung und akzeptable Antwortzeiten sowie Ausfallzeiten des Servers.

Außerdem muss man typische Engpässe, die für Angriffe ausgenutzt werden können, analysieren. Dazu gehören unter anderem die verfügbare Bandbreite (in Bytes pro Sekunde), der verfügbare Speicherplatz und die verfügbare Rechenleistung.

Besonders wichtig ist, sicherzustellen, dass die verwendete Server-Anwendung nicht anfällig für bekannte DoS-Schwachstellen ist. Dies gelingt am einfachsten mit einem Schwachstellen-Scanner.

Dieser erkennt zum Beispiel auch Angriffe durch Slowloris, eine Software, die speziell Apache-Webserver angreift. Slowloris baut dabei zahlreiche Verbindungen zum Zielserver auf und hält diese so lange offen, bis der betroffene Webserver lahmgelegt ist. Abhilfe gegen Slowloris schaffen IDS/IPS Regeln, die IP-Adressen, die verdächtige Anfragen senden, sofort sperren und das Einspielen von Patches und Updates für Apache-Server sowie SSL/TLS-Bibliotheken.

Ausfallsicherheit kann man auch mit dem Einsatz von Load Balancing (Lastenverteilung) erreichen. Sobald mehrere Front-End-Server zur Verfügung stehen, wird bei einem DoS-Angriff die Last gleichmäßig auf mehrere Server verteilt. Das senkt zwar nicht die Menge der tatsächlichen Webserver-Anfragen, sorgt aber dafür, dass die Last so verteilt wird, dass die Server nicht in die Knie gehen.

Genau wie die Rechenleistung ist auch der Speicherplatz auf dem Server eine endliche Ressource. Unternehmen, die auf ihrer Webseite den Upload von Dateien erlauben, müssen deshalb ein paar Barrieren einbauen, damit Cyberkriminelle durch das Hochladen von riesigen Datenmengen nicht die Kapazität des Speicherplatzes überschreiten und den Server so zum Absturz bringen. Abhilfe schafft hier eine Limitierung der hochgeladenen Datei auf eine bestimmte Größe. Wenn das System diese Funktion nicht unterstützt, können auch die Verwendung eines Captcha und die Integration eines Warnsystems, das riesige Dateien sofort meldet, DoS-Angriffe erfolgreich abwehren. (Trustwave: ra)

eingetragen: 18.09.16
Home & Newsletterlauf: 07.10.16


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Meldungen: Tipps & Hinweise

  • Sicherheitsmaßnahmen gegenüber Bedrohungen

    Steigende Compliance-Anforderungen und europäische Richtlinien wie die DSGVO oder die NIS-Richtlinie für kritische Infrastrukturen haben die Umsetzung von Cybersecurity-Maßnahmen in Unternehmen bereits wesentlich vorangetrieben. Jedoch erfüllen Unternehmen häufig lediglich die Mindestanforderungen - während Angreifer über umfassende und ausgefeilte Möglichkeiten verfügen, sich Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu verschaffen. Mittelständische Unternehmen, beispielsweise in der produzierenden Industrie oder im Gesundheitswesen, stehen im Fokus von Hackern: Mittels Ransomware-Angriffen können Cyber-Akteure ganze Produktionsstraßen lahm legen oder Krankenhäuser vom Netz nehmen. Insbesondere in diesen Branchen ist der Schaden nach einer Attacke besonders groß, da sie enorme wirtschaftliche Auswirkungen zur Folge haben und eine Vielzahl von Menschen betreffen. Für Hacker sind zudem vor allem mittelständische Unternehmen interessant, die wirtschaftlich erfolgreich sind, aber gleichzeitig nicht über die gleichen umfassenden Sicherheitsmaßnahmen verfügen wie große, börsennotierte Konzerne.

  • Nahezu kein Expertenwissen mehr benötigt

    Cyberkriminelle greifen mit gefälschten Rechnungen vermehrt Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Deutschland an. Das hat Proofpoint herausgefunden. Die Angreifer versenden dabei gefälschte Rechnungen, die als Köder verwendet werden oder aber die E-Mail beinhaltet einen Link zu einer Website, auf der das gefälschte Dokument zum Download zur Verfügung steht. Die Dokumente sind mit dem Remote Access Trojaner NanoCore infiziert. Laut Proofpoint enthalten Anhänge eine komprimierte ausführbare Datei (mit der Erweiterung ".Z"), während bösartige Links den Empfänger veranlassen, die auf onedrive.live.com gehostete Malware herunterzuladen.

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    Guardicore gibt Sicherheitsempfehlungen für das Support-Ende von Windows Server R2, Windows Server 2008 und Windows 7. Ab 14. Januar 2020 werden Nutzer dieser Microsoft-Betriebssysteme keine kostenlosen Sicherheitsupdates und Online-Aktualisierungen mehr erhalten. Ohne sicherheitsrelevante Updates sind die betroffenen IT-Systeme gegen neu entdeckte Schwachstellen nicht mehr geschützt. Zwar sind die genannten Betriebssysteme teilweise bereits über ein Jahrzehnt alt, aber Schätzungen zufolge ist allein Windows Server 2008/2008 R2 immer noch auf fast jedem dritten Server weltweit im Betrieb. Viele Organisationen können nicht auf aktuelle Betriebssystemversionen wechseln, weil sie komplizierten Gesetzes- und Zertifizierungsanforderungen unterliegen, oder einfach nicht das erforderliche Budget zur Verfügung haben. Gefragt sind deshalb Überbrückungslösungen - auch um zeitaufwendige Migrationsprozesse begleiten zu können.

  • Abfangen und Manipulieren von E-Mails

    Die E-Mail ist das Kommunikationsmittel Nummer eins. Unternehmen sind in der Pflicht, sich mit der E-Mail-Sicherheit zu beschäftigen, kommunizieren sie doch sowohl intern als auch extern. Nahezu täglich ist von Datenpannen und Datendiebstählen zu hören: Fremde verschaffen sich - zum Teil leider kinderleicht - Zugang zum internen Unternehmenssystem und greifen Daten ab oder manipulieren diese. Einfache, unverschlüsselte E-Mails stellen deshalb grundsätzlich eine Gefahr dar: Sie ähneln einer Postkarte, deren Inhalt jeder lesen kann. "Denn gehen E-Mails weder digital signiert noch verschlüsselt auf die Reise, können die Inhalte nicht nur ausspioniert, sondern auch manipuliert werden. Da Angriffe dieser Art in aller Regel nicht sicht- und nachweisbar sind, wird die E-Mail-Sicherheit leider nach wie vor oft stiefmütterlich behandelt. Wie oft und von wem E-Mails gelesen werden, kann ihnen niemand ansehen", warnt Patrycja Tulinska, Geschäftsführerin der PSW Group.

  • Neuer Standort und neue BC/DR-Strategie?

    Die Entfernung zwischen georedundanten Rechenzentren soll mindestens 200km betragen. So empfiehlt es das BSI seit diesem Jahr. Dies stellt viele Unternehmen vor Probleme, betrug die bisher empfohlene Distanz in der Vergangenheit doch gerade einmal fünf Kilometer. Diese geringe Distanz erlaubte es den Betreibern bisher, ihre Rechenzentren über HA-Systeme synchron zu spiegeln. Dies ist bei einem Abstand von 200km jedoch nicht mehr möglich: Die Latenz zwischen den Standorten ist einfach zu hoch, um Organisationen mit traditionellen Hochverfügbarkeits- und Backup-Lösungen gegen Systemausfälle zu schützen. Was können Unternehmen nun tun, um ihre IT etwa gegen logische Fehler oder Ransomware-Attacken abzusichern, um minimalen Datenverlust und kurze Ausfallzeiten zu garantieren? Der neue Mindestabstand, den das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) seit Dezember 2018 zwischen sich Georedundanz gebenden Rechenzentren empfiehlt, stellt in vieler Hinsicht eine Zäsur dar. Er stellt die Nutzung synchroner Spiegelung grundsätzlich infrage und hat damit einen direkten Einfluss darauf, wie Rechenzentren hierzulande betrieben werden. Wer eine "kritische Infrastruktur" betreibt, wird vom Gesetzgeber sogar dazu gezwungen der Empfehlung zu folgen. Und wer das Pech hat Teil eines Branchenverbandes zu sein, der den Empfehlungen des BSI folgt, wie etwa Mitglieder der Bankenbranche Bafin, haben ebenfalls keine Wahl. All diese Organisationen müssen auf die Entscheidung reagieren und den Abstand ihrer Rechenzentren auf mindestens 200km bringen.