- Anzeigen -


Türschloss mit einfachen Mitteln gehackt


F-Secure knackt "smartes" Türschloss ­– und warnt vor "Dumb Home"
F-Secure fordert branchenweit verstärkte IT-Security-Anstrengungen - Report: Sicherheitsrisiken durch ungewartete, schlecht geschützte IoT-Geräte steigen stark an



Berater von F-Secure haben laut Angaben von F-Secure mit erstaunlich einfachen Mitteln das "smarte Türschloss" eines koreanischen Herstellers gehackt und geöffnet. Für Rüdiger Trost, Head of Cyber Security Solutions bei F-Secure, ist das ein weiterer Beleg dafür, dass das so genannte "Smart Home" weltweit noch mit extremen Sicherheitsproblemen zu kämpfen hat: "Veraltete Betriebssysteme, schlechte Programmierung, fehlende Standards – die inzwischen unüberschaubare Vielzahl an vernetzten Geräten macht das smarte Heim zum Dumb Home. Wer sich als Verbraucher auf solche Geräte verlässt, ist am Ende selbst der Dumme. Wir fordern endlich einheitliche, verlässliche Standards in der IT-Security für das Internet der Dinge." Bestätigt wird Trost darin durch die Ergebnisse des "Attack Landscape Reports", der im September 2019 eine zwölfmal höhere Zahl von Angriffen aus dem Internet registriert hat als noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Ein großer Teil dieser Attacken wurde verursacht durch unsichere Smart-Home-Geräte, die nun unter der Kontrolle von Hackern ihrerseits Angriffe auf andere Geräte durchführen, ohne dass der Besitzer davon weiß.

"Kommen Sie rein, die Tür ist offen"
Die Nutzer des vermeintlich "smarten Türschlosses" des koreanischen Herstellers können ihre Wohnungstür zuhause mithilfe einer Smartphone-App öffnen. F-Secure konnte die durchaus vorhandenen Sicherheitsvorrichtungen allerdings mit recht einfachen Mitteln umgehen, indem die Nachrichten zwischen dem Schloss und der App abgefangen und manipuliert wurden. "Alles, was wir dafür brauchten, war ein bisschen Know-how, ein kleines Gerät zum Abfangen der Nachrichten für 10 Euro aus dem Technik-Markt und ein bisschen Zeit, um die Nutzer zu finden", sagt Krzysztof Marciniak, einer der Cyber-Security-Berater von F-Secure, die den Hack durchführten. Wichtige Details zum Hack hält F-Secure zurück, da bereits viele der Schlösser im Einsatz sind, zugleich aber keine Möglichkeit besteht, die Geräte mit einem Security-Update nachträglich abzusichern. Einen Sicherheitshinweis hat F-Secure dennoch veröffentlicht.

Hyppönens Gesetz: smart = verwundbar
"Die Kunden des koreanischen Herstellers müssen ihre ‚smarten‘ Schlösser komplett austauschen oder aber mit dem Risiko leben. Es ist ein Unding, dass es überhaupt vernetzte Geräte gibt, die über keine oder nur mangelhafte Routinen für Sicherheits-Patches verfügen", beklagt Rüdiger Trost. Stattdessen müsse sich die Smart-Home-Branche endlich auf gemeinsame Standards und langfristige Sicherheitsmechanismen verpflichten. Insbesondere bei vielen Crowdfunding-Projekten gibt es keinerlei Garantien, wie lange das vermeintlich smarte Gerät unterstützt und mit Sicherheitsupdates versorgt wird. "Wer sich auf solche ‚dummen‘ Produkte einlässt, riskiert es, dass sein Zuhause am Ende wie ein Schweizer Käse von zahlreichen Sicherheitslöchern durchbohrt ist", so Trost. Schon im Jahr 2016 hat Mikko Hyppönen, Chief Research Officer bei F-Secure, sein inzwischen als "Hypponens Gesetz" bekanntes Statement formuliert: "Wann immer ein Gerät als ‚smart‘ bezeichnet wird, ist es verwundbar."

F-Secure-Report: Immer mehr IoT-Geräte greifen an
Im Herbst 2019 ist dieses Gesetz eindrucksvoll im "Attack Landscape Report" bestätigt worden. Dieser Report beruht auf anfälligen Servern, die wie Köder ("Honeypots") ins Netz gestellt werden und Angriffe provozieren, die dann von F-Secure dokumentiert werden. Die Experten von F-Secure haben im ersten Halbjahr 2019 eine zwölfmal höhere Zahl von Angriffen registriert als noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Mit über 760 Millionen Angriffen oder 26 Prozent des gemessenen Traffics trug Telnet den größten Anteil an der Gesamtzahl der Attacken im beobachteten Zeitraum. UPnP steht mit 611 Millionen Angriffen auf Platz 2 der Rangliste. SSH, das ebenfalls von IoT-Geräten genutzt wird, verzeichnete 456 Millionen Angriffe. Die Quellen dieser Angriffe sind höchstwahrscheinlich IoT-Geräte, die mit der Mirai-Malware infiziert wurden, die auch am häufigsten auf den Honeypots entdeckt wurde. Mirai infiziert Router, Sicherheitskameras und andere vernetzte Geräte im "Internet der Dinge”, die noch die Werkseinstellungen als Zugangsdaten benutzen.

"Die Unsicherheit des ‚Internets der Dinge’ wird immer größer, da laufend neue Geräte auftauchen, die gekapert und in Bot-Netze eingebunden werden. Und die Aktivitäten beim SMB-Protokoll zeigen, dass immer noch viel zu viele Geräte da draußen in Betrieb sind, die nie ein Sicherheits-Patch erfahren haben", sagt Jarno Niemela, Principal Researcher bei F-Secure. (F-Secure: ra)

eingetragen: 17.12.19
Newsletterlauf: 07.02.20

SolarWinds: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Unternehmen

  • Kryptografie wird jetzt zukunftssicher

    Fortschritte bei der Entwicklung leistungsfähiger Quantencomputer haben zuletzt Google in die Schlagzeilen gebracht, auch die Kryptografie hält in diesem Wettlauf das Tempo mit: genua und Partner entwickeln im Projekt QuaSiModO (Quanten-Sichere VPN-Module und Operantionsmodi) Verschlüsselungsverfahren zur Kommunikation via Internet, die der neuartigen Rechenleistung von Quantencomputern standhalten. Denn viele der heute gängigen Krypto-Verfahren werden unsicher, sobald Quantencomputer marktreif sind. Das Ziel des Forschungsprojekts: bis 2022 praxistaugliche Verschlüsselungsverfahren zur sicheren Kommunikation in der aufziehenden Ära der Quantencomputer entwickeln. Projektpartner sind der Netzwerkausrüster ADVA Optical Networking SE, das Fraunhofer-Institut AISEC, die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und der IT-Sicherheitshersteller genua GmbH als Konsortialführer.

  • Dokumentenprüfung & Identitätsfeststellung

    secunet ist langjähriger Partner der Bundespolizei bei der Entwicklung einer modernen Informationsarchitektur für die digitale Polizeiarbeit. Ein Ergebnis der Zusammenarbeit ist die Entwicklung einer "Smart Police App" auf Basis der Software Plattform "secunet biomiddle". Die Applikation ermöglicht einen orts- und endgeräteunabhängigen Zugriff sowie die Verarbeitung polizeilicher Informationen. Ab sofort ist die App auch für iOS verfügbar und steht den Polizeien der Länder zur Verfügung. Bereits seit 2018 setzt die Bundespolizei bei Personenkontrollen in mobilen Einsätzen erfolgreich Apps zur Dokumentenprüfung und Identitätsfeststellung ein. Mit der App "BPOL-Dokumentenprüfung" können Bundespolizisten elektronische Identitätsdokumente (eID) unterwegs flexibel und sicher mit dem Smartphone auslesen und prüfen. Darüber hinaus ist die Verifikation biometrischer Daten, wie z.B. der Vergleich des im Chip gespeicherten Gesichtsbildes mit dem Livebild der Person, möglich.

  • Fortinet übernimmt SOAR-Anbieter CyberSponse

    Fortinet gab die Übernahme von CyberSponse, einem führenden Anbieter von Security Orchestration, Automation and Response (SOAR)-Plattformen mit Sitz in Arlington, Virginia, bekannt. CyberSponse, bereits Fortinet Security Fabric-Partner, wird die Automatisierungs- und Reaktionsfähigkeiten von "FortiAnalyzer", "FortiSIEM" und "FortiGate" weiter ausbauen und Security-Vorgänge noch stärker vereinfachen. Die heutige Cyber-Bedrohungslandschaft entwickelt sich ständig weiter. Darüber hinaus trägt die zunehmende Anzahl von Produkten für die Absicherung von Endpunkten zu einer sinkenden Alarmbereitschaft bei. Hinzu kommt oftmals ein Mangel an Cyber-Security-Kenntnissen. Dadurch verschärft sich die ohnehin schon komplexe Security-Umgebung. Um dieser Komplexität entgegenzuwirken, versuchen Unternehmen und Service Provider, ihre Abläufe zu vereinfachen und die Effizienz der heutigen Security Operations Center (SOCs) zu maximieren. Dazu werden Warnmeldungen aus einer Vielzahl von Sicherheitsprodukten konsolidiert und getestet sowie Analysen und sich wiederholende Aufgaben automatisiert. Zudem kommen klar definierte Playbooks zum Einsatz, um eine Reaktion auf Vorfälle in Echtzeit zu ermöglichen.

  • Operationsbasis für weitere Innovationen

    EfficientIP hat von Jolt Capital eine Investitionseinlage in Höhe von 11 Millionen Dollar erhalten, um das weitere Unternehmenswachstum zu unterstützen. Die Investition dient dazu, die internationale Expansion voranzutreiben und das Serviceangebot als Reaktion auf die gestiegene globale Nachfrage nach DDI (DNS, DHCP und IP-Adressmanagement)-Anwendungen strategisch auszubauen. Die Experten von EfficientIP unterstützen Unternehmen, online zu bleiben und sich vor Datenverlust zu schützen, indem sie die Grundlage der IP-Infrastruktur zuverlässig, flexibel und sicher gestalten. Eine wachsende Anzahl angeschlossener Geräte und die Kombination von Cloud- und Inhouse-Computing macht die IT immer komplexer. Vor diesem Hintergrund hilft EfficientIP Unternehmen, Prozesse zu vereinfachen und wettbewerbsfähiger zu werden. "Die Investition macht es möglich, unsere Expansion auf globaler Ebene zu beschleunigen", kommentiert David Williamson, CEO von EfficientIP. "Die Marktchancen für DDI-Lösungen wachsen, und wir möchten diesen Schwung nutzen, indem wir unsere Vertriebsmannschaft verstärken. Das schafft eine Basis, die aktuelle Nachfrage zu befriedigen und weitere Innovationen voranzutreiben, die wirklich wichtig sind, um die Kundenbedürfnisse von morgen weiterhin zu erfüllen. Angesichts der Erfolgsbilanz bei der Skalierung von Technologieunternehmen weltweit ist Jolt Capital ein idealer Partner, um uns in dieser Wachstumsphase zu unterstützen."

  • Debatte zur SSL-Zertifikat-Laufzeit

    Die Debatte um die Laufzeit von SSL-Zertifikaten ist neu entfacht: Einst drei Jahre gültige SSL-Zertifikate müssen mittlerweile alle zwei Jahre ausgetauscht werden. Eine weitere Verkürzung der SSL-Zertifikate-Laufzeit wurde erst im September im CA/B-Forum diskutiert. Die meisten Zertifizierungsstellen sprachen sich dagegen aus - nun hat sich auch Sectigo, ehemals Comodo, zum Thema positioniert. "Ein Hauptargument für die Verkürzung der Lebensdauer von SSL-Zertifikaten war die Sicherheit: Durch Herabsetzung der Gültigkeitsdauer können kompromittierte Zertifikate nicht sehr lange für missbräuchliche Zwecke genutzt werden. Die Zertifizierungsstellen hingegen argumentieren gegen eine Verkürzung der Laufzeit. Gründe sind die hohen Kosten sowie der höhere zeitliche Aufwand, der mit dem Verkürzen der Gültigkeitsdauer für die Kunden einhergeht", fasst Patrycja Tulinska, Geschäftsführerin der PSW Group, zusammen und ergänzt: "Der CA Sectigo ist es nun gelungen, einen Kompromiss zu finden. Die Zertifizierungsstelle stellt als erste wieder 5-Jahres-Zertifikate aus, jedoch ohne die Sicherheit herabzusetzen. Kunde können beim Kauf dieses SSL-Zertifikats durch Rabatte sparen, ohne auf Sicherheit verzichten zu müssen."