- Anzeigen -


Digitale Signatur trotzt Quantencomputern


Meilenstein: Forscher der TU Darmstadt und der genua gmbh präsentieren marktfähiges Post-Quantum-Signatur-Verfahren
Mit Hash-Funktionen zur Post-Quantum-Signatur - RFC soll für schnelle Verbreitung sorgen

- Anzeigen -





Die Kryptografie und die Rechenkraft von Computern sind in einem ständigen Wettlauf: Steigt die Leistungsfähigkeit der Rechner, muss auch bei Verschlüsselungsverfahren nachgerüstet werden, um die Sicherheit der Datenkommunikation und der gesamten IT zu gewährleisten. Quantencomputer können bestimmte mathematische Aufgaben, auf denen ein Großteil der heutigen kryptografischen Verfahren beruhen, besonders schnell berechnen - und werden in absehbarer Zeit einsatzfähig sein.

Hierauf sollte die Kryptografie vorbereitet sein. Ein Forscherteam der Technischen Universität (TU) Darmstadt und des deutschen IT-Sicherheitsunternehmens genua hat auf der Fachmesse it-sa in Nürnberg ein digitales Signatur-Verfahren vorgestellt, das Angriffen mit Quantencomputern standhält. Mit digitalen Signaturen garantieren bspw. Software-Hersteller ihren Kunden die Echtheit von zugesandten Updates. Das Verfahren wurde im Forschungsprojekt squareUP zur Praxisreife gebracht und soll in Kürze als erster Internet-Standard (Request for Comments, RFC) zu Post-Quantum-Signaturen veröffentlicht werden. Damit wird es zum universell gültigen Standard - ein Meilenstein für die Post-Quantum-Kryptografie.

Quantencomputer werden mit ihren besonderen Fähigkeiten äußerst komplexe Aufgaben in kurzer Zeit lösen können: bspw. Klimamodelle und chemische Prozesse in der Pharma- und Materialforschung berechnen - oder die Schlüssel zu heute verbreiteten Public-Key-Krypto-Verfahren. Dieses Potenzial macht die Entwicklung der neuartigen Computer interessant, auch die NSA soll laut Edward Snowden hier erhebliche Mittel investiert haben. Heute sind Quantencomputer noch weitgehend Theorie und nicht praxistauglich. Da aber erhebliche Mittel in die Entwicklung fließen, dürfte es in absehbarer Zukunft die ersten Computer dieser Art geben. Die Entwicklung und Verbreitung neuer, praxistauglicher Verschlüsselungsverfahren ist ebenfalls zeitaufwändig, deshalb sollte die Kryptografie frühzeitig auf den absehbaren Quantensprung bei der Rechenkraft reagieren.

Mit Hash-Funktionen zur Post-Quantum-Signatur
Ein Forscherteam der TU Darmstadt und des IT-Sicherheitsunternehmens genua aus Kirchheim bei München hat die Herausforderung angenommen. Im Projekt squareUP unter der Leitung des erfahrenen Kryptografie-Experten Professor Johannes Buchmann wurde innerhalb von drei Jahren ein Signatur-Verfahren zur Praxistauglichkeit gebracht, das Quantencomputer nicht knacken können. Kern der Lösung sind Hash-Funktionen: Diese funktionieren prinzipiell nur in eine Richtung - einmal mit Hash-Funktionen codierte Inhalte können nicht wieder in Klartext aufgelöst werden. Aufgrund ihrer Eigenschaften gelten kryptografisch sichere Hash-Funktionen als resistent gegen Quantencomputer-Attacken.

RFC soll für schnelle Verbreitung sorgen
Ausgehend von den Hash-Funktionen mussten auf dem Weg zu einem marktfähigen Signatur-Verfahren von den Forschern viele Aufgaben gelöst werden: Sie setzen das kryptografische Verfahren zunächst in eine OpenSource-Lösung um, die für die Entwicklungsarbeit frei zugänglich ist. Dann waren geeignete Werte für Schlüsselgrößen, Laufzeit und Anzahl der Signaturen auszuwählen. Denn daraus resultieren das Sicherheitsniveau und die Schnelligkeit des Signatur-Verfahrens, das durch variable Einstellungen auf verschiedene Anforderungen in der Praxis angepasst werden kann. Um die hohen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, musste die Lösung nach allen Seiten auf Schwachstellen geprüft werden. Schließlich wurde der Entwurf für einen Internet-Standard (RFC) erstellt, um die schnelle Verbreitung und weltweite Verwendung des Post-Quantum-Signatur-Verfahren zu ermöglichen. Die finale Veröffentlichung des RFC soll in Kürze erfolgen.

Von der Forschung in die Praxis: genua signiert Updates mit neuem Verfahren
Einer der ersten Anwender ist der Projektpartner genua gmbh. Das IT-Sicherheitsunternehmen aus Kirchheim bei München hat das neue Verfahren bereits in mehrere Sicherheitsprodukte integriert, Post-Quantum-Signaturen garantieren Kunden somit die Echtheit zugesandter Software-Updates. Das von genua und der TU Darmstadt durchgeführte Projekt "squareUP" wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie dem bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert.

Über die Cyber-Sicherheitsforschung an der Technischen Universität Darmstadt
Cybersicherheit ist einer von sechs Forschungsschwerpunkten der TU Darmstadt, einer der führenden Technischen Universitäten Deutschlands. Im Profilbereich Cybersecurity (CYSEC) arbeiten mehr als 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an zentralen Themen der Cybersicherheit und des Privatheitsschutzes. An CYSEC sind mehr als 30 Fachgebiete aus acht Fachbereichen der TU Darmstadt beteiligt - Informatik, Physik, Elektrotechnik und Informationstechnik, Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften, Biologie, Humanwissenschaften, Maschinenbau und Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. International anerkannte Spitzenforschung in zahlreichen Bereichen der Cybersicherheit und die Ausbildung von Experten im Masterstudiengang IT-Sicherheit sind Kernkompetenzen von CYSEC. Technologietransfer über nationale und internationale Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und industriellen Partnern runden das Profil von CYSEC ab.
(genua: ra)

eingetragen: 17.10.17
Home & Newsletterlauf: 28.11.17


genua: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Unternehmen

  • Fortschrittliche Predictive-Maintenance

    Aurora Labs erhält in einer ersten Finanzierungsrunde 8,4 Millionen US-Dollar. Die Finanzierung ermöglichen Fraser McCombs Capital sowie MizMaa Ventures, das bereits früher in Aurora Labs investiert hat. Das Unternehmen Aurora Labs, das bereits drei namhafte internationale OEM-Kunden hat, wird die finanziellen Mittel nutzen, um seine weltweite Marktpräsenz, nach der Eröffnung seiner deutschen Niederlassung im Mai, weiter auszubauen und seine Aktivitäten in Forschung und Entwicklung voranzutreiben. In einer Branche, in der Fahrzeuginnovationen maßgeblich durch Software vorangetrieben werden, sind Automobilhersteller mit immer kürzeren Entwicklungszyklen sowie häufigen und unvorhersehbaren Softwareproblemen konfrontiert, was zu höheren Rückrufraten führt.

  • Erkennung und Absicherung privilegierter Accounts

    Bomgar, Enterprise-Anbieterin für sichere Zugriffslösungen, wird Avecto übernehmen, eine englische Anbieterin für Privileged Endpoint Management. Avectos Defendpoint-Lösung verbindet Privileged Management und Application Control, um Tausende Endpunkte im Unternehmen zu schützten, indem Nutzer auch ohne Admin-Rechte gewisse administrative Tätigkeiten durchführen können. Durch Kombination von Avectos und Bomgars Privileged Account- und Session Management-Technologien werden Firmen in die Lage versetzt, nur die tatsächlich benötigten Benutzerrechte zuzuteilen und damit wirksame Sicherheitsvorkehrungen gegen die aktuell häufigsten Bedrohungen zu treffen.

  • Zuverlässige Datentransfers im Hochsicherheitsnetz

    Für die Datendiode vs-diode hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Zulassung bis zur Geheimhaltungsstufe GEHEIM erteilt. Die Datendiode des deutschen IT-Sicherheitsherstellers genua GmbH kann somit eingesetzt werden, um Daten in GEHEIM-eingestufte Netze zu übertragen. In Gegenrichtung wird dagegen jeglicher Informationsfluss abgeblockt, um das Abfließen geheimer Daten in ungesicherte Netze zuverlässig auszuschließen. Die vs-diode erreicht beim Einbahn-Datenverkehr bis zu 1 Gbit/s Durchsatz und ermöglicht die Übertragung großer Datenmengen in eingestufte Netze.

  • Schutz von Endgeräten und Daten

    Matrix42 übernimmt EgoSecure, Anbieterin für Endpoint Security-Software. Die Mehrheit der Eigentumsanteile übernimmt Matrix42 von InfoWatch, einer Unternehmensgruppe für integrierte Lösungen zur Gewährleistung der Informationssicherheit. EgoSecure, mit Hauptsitz in Ettlingen bei Karlsruhe, hat sich seit über zehn Jahren auf den Schutz von Endgeräten und Daten spezialisiert. EgoSecure ist ein etablierter Softwareanbieter im deutschsprachigen und europäischen Markt mit über 2.000 Kunden und seit mehreren Jahren Technologiepartner von Matrix42. Matrix42 ist bereits letztes Jahr über eine Technologieallianz mit dem Security Start-up enSilo in den Markt für Endgerätesicherheit eingestiegen. Die Produkte für Datenverschlüsselung, Schnittstellen- und Applikationskontrolle sowie Security Monitoring vervollständigen nun die Matrix42 Endpoint Security Suite.

  • Keine umfassende IT-Sicherheitsstrategie

    Stormshield forciert im Zuge ihres Wachstumskurses in der DACH-Region ihre Aktivitäten in Österreich. Der französische Hersteller hat sein Team neu aufgestellt und erweitert. Mit Andreas Kroisenbrunner als neuem Sales Manager verstärkt Stormshield ihre Sales-Aktivitäten auf dem österreichischen Markt. Ziel ist es, mit der direkten Nähe zu den Unternehmen vor Ort diese für das Thema Cybersicherheit zu sensibilisieren und den Marktanteil weiter auszubauen. Was die firmeninterne IT-Sicherheit angeht, sind Österreichs Unternehmen deutlich im Rückstand. Laut der aktuellen PwC-Studie "Global State of Information Security Survey 2018" haben ganze 84 Prozent der österreichischen Unternehmen keine umfassende IT-Sicherheitsstrategie.