- Anzeigen -


Schutz von Produktionsnetzwerken


Datensicherheit: Zwölf Millionen Netzzugriffe auf IUNO-Honeynet
Anforderungen von Produktionsnetzwerken in der Industrie 4.0

- Anzeigen -





Um Unternehmen vor Hackerangriffen wie dem Trojaner "WannaCry" zu schützen, ist es wichtig, die Methoden der Angreifer zu kennen. IUNO, das Nationale Referenzprojekt zur IT-Sicherheit in Industrie 4.0, hat deshalb ein industrielles Honeynet zum Schutz von Produktionsnetzwerken entwickelt. Damit wird es möglich, den Stand der Technik von Angriffen zu erfassen und passende Gegenmaßnahmen für Sicherheitslücken im Produktionssystem abzuleiten. Im Juli 2016 hat das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) zu diesem Zweck potentiellen Angreifern ein simuliertes Netzwerk zugänglich gemacht.

Nach nur zwölf Monaten registrierte der IUNO-Projektpartner knapp zwölf Millionen Zugriffe aus über 200.000 verschiedenen Quellen. Aus den beobachteten Verhaltensmustern der Hacker werden im nächsten Schritt Schutzmaßnahmen abgeleitet, die Unternehmen am Ende der Projektlaufzeit im Juli 2018 zur Verfügung stehen werden. Firmen werden damit in die Lage versetzt, Angriffe frühzeitig zu erkennen und proaktiv gegen Cyber-Kriminelle vorzugehen.

Ein Honeynet besteht aus mehreren Honeypots. Das sind Computer-Ressourcen, die Hacker anlocken, um mehr Informationen über ihre Angriffsmuster zu erhalten. Beim Einsatz dieser Methode werden Schwachstellen in IT-Komponenten simuliert und in kontrollierter Art und Weise zugänglich gemacht. Aus den beobachteten Verhaltensmustern der Hacker werden dann geeignete Gegenmaßnahmen abgeleitet. Um komplexe Systeme wie ganze Produktionsnetzwerke zu simulieren, werden mehrere Honeypots zu einem Honeynet zusammengeschlossen - ein gängiges Verfahren im Bereich der Office-IT.

Für IUNO wurde ein eigenes Honeynet entwickelt, das speziell auf die Anforderungen von automatisierten Produktionsnetzwerken ausgerichtet ist. Die Methode ermöglicht die Sammlung und Auswertung wichtiger, den Unternehmen bislang unbekannter Daten. Dadurch erhalten Firmen mehr Informationen über die Angriffs- und Schutzmethoden, ohne das reale Produktionsnetzwerk zu gefährden. So können Schwachstellen aufgezeigt und Sicherheitslücken entsprechend geschlossen werden. Zudem sind Honeynets ein wichtiger Indikator dafür, ob bereits in ein bestehendes Netzwerk eingedrungen wurde.

Wichtige Rückschlüsse auf Angreifer
Das IUNO-Honeynet kann zusätzlich Aussagen über die Intention des Angreifers treffen. Dazu wird dem Hacker ein vollständiges (eingebettetes) Betriebssystem mit typischer Funktionalität zur Verfügung gestellt. Jeder Schritt des Kriminellen wird detailiert dokumentiert und analysiert. Die so gewonnenen Erkenntnisse unterstützen die Attribuierung des Angriffs und helfen, seine Infrastruktur und Angriffswerkzeuge zu identifizieren. Ein weiterer Forschungsaspekt sind die Innentäter. Diese werden in entsprechenden Studien und Berichten einhellig als gefährliche und durchaus prävalente Form eines Angreifers gesehen. Dieser Angreifertyp hat zumeist direkten Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk und ist damit durch herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen oft nicht zu stoppen. Honeypots innerhalb des Netzwerks können einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, Angriffe aus den inneren Teilen des Netzwerkes aufzudecken.

Ein weiterer Vorteil gegenüber herkömmlicher Angriffserkennung liegt in der geringen Menge der anfallenden Daten. Dennoch verfügen Honeypots über eine hohe Aussagekraft. Trotzdem müssen die Daten durch geeignete Verfahren analysiert und aufbereitet werden. Die Visualisierung und Veranschaulichung der Erkenntnisse spielt dabei eine große Rolle. Auch die dazu notwendigen Methoden werden in IUNO erforscht. (TU Darmstadt: ra)

eingetragen: 30.07.17
Home & Newsletterlauf: 23.08.17


TU Darmstadt: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Unternehmen

  • IT-Sicherheitsrechtstag 2017

    Wie gestalten Unternehmen ihr Datenschutzmanagement bereits mit Blick auf die ab Mai 2018 in der EU geltende Datenschutz-Grundverordnung rechtssicher? Welche Anforderungen stellen die Aufsichtsbehörden an den Datenschutz? Was bedeutet "Stand der Technik"? Worauf ist bei Datenschutz-Auditierungen zu achten? Der Bundesverband IT-Sicherheit e.V. (TeleTrusT) und der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands e.V. (BvD) geben im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 07.11.2017 in Berlin praktische Anleitung. Am 07.11.2017 veranstalten TeleTrusT und BvD in Berlin den mit Fachexperten besetzten IT-Sicherheitsrechtstag. Im Fokus stehen die Möglichkeiten der erfolgreichen Umsetzung gesetzlicher IT-Sicherheits- und Datenschutzanforderungen in der Unternehmens- und Behördenpraxis.

  • Anomalieerkennung für industrielle Steuernetze

    Die renommierte Anbieterin für Marktforschung zu Entwicklungen in der IT, Gartner, hat am 17. August ihren "Market Guide for Operational Technology Security 2017" veröffentlicht. In diesem analysiert Gartner die relevanten und wegweisenden Entwicklungen im Bereich der Cybersicherheit und des Netzwerkmanagements industrieller Umgebungen (Operational Technology, OT). Im Vergleich zu 2016 hat Gartner die Liste der relevanten Hersteller in diesem Bereich stark gekürzt. Nur 30 internationale Hersteller werden als relevant genannt. Die Kernkategorien der OT-Sicherheit bestehen laut den Analysten aus der Anomalie- und Schwachstellenerkennung sowie aus der Identifikation und Priorisierung von sicherheitsrelevanten Hauptkomponenten in Industrie 4.0-Umgebungen.

  • Sicherheitsherausforderungen Herr werden

    Die (ISC)² gibt bekannt, dass seine Mitgliederanzahl auf weltweit über 125.000 zertifizierte Cybersicherheits-Profis gestiegen ist. Vor dem Hintergrund des exponentiellen Wachstums der Nachfrage nach qualifizierten Sicherheitsexperten ermöglichen die Zertifizierungs- und Weiterbildungsprogramme der (ISC)² Cyber- und IT-Sicherheitsanwendern, ihre Kompetenz zu beweisen, ihre Karriere voranzutreiben und zu einer sichereren Gesellschaft beizutragen. "Wir sind extrem stolz darauf, den Meilenstein von 125.000 Mitgliedern erreicht zu haben. Allerdings wissen wir auch, dass uns noch viel Arbeit bevorsteht", erklärt (ISC)²-Geschäftsführer und CISSP David Shearer. "Technologie allein wird unsere Sicherheitsherausforderungen nicht bewältigen können. Zusätzlich werden wir bis 2022 einen weltweiten Arbeitskräftemangel erleben. Innerhalb der IT-Sicherheitsbranche werden 1,8 Millionen Fachkräfte fehlen. In Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern, Regierungsbehörden, akademischen Einrichtungen und anderen Organisationen auf der ganzen Welt liegt die Aufgabe der (ISC)² darin, die Informationssicherheitsfachkräfte- und IT-Anwender anzulocken, auszubilden und zu trainieren, die wir benötigen, um den größten Sicherheitsherausforderungen Herr zu werden."

  • Fake News-Kampagnen identifizieren

    Fake News werden meist zur Stimmungsmache oder gezielten Hetze gegen einzelne Personen verbreitet und können schnell im Internet kursieren. Doch was genau ist eine Fake News und wie lassen sie sich am besten bekämpfen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das im August gestartete und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt Dorian. Juristen, Medienwissenschaftler, Psychologen, Informatiker und Journalisten suchen gemeinsam nach Möglichkeiten, um Fake News automatisiert zu erkennen und ihrer Verbreitung entgegenzuwirken. Ziel des Projekts ist die Entwicklung von Methoden und Handlungsempfehlungen, die praxistauglich sind und zugleich den Datenschutz und die Meinungsfreiheit wahren. Projektpartner sind das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie, die Hochschule der Medien Stuttgart, die Universität Duisburg-Essen und die Universität Kassel.

  • Sicherer Einsatz von Software-Defined Networking

    Einige der weltweit bekanntesten IT-Security-Experten, Hacker und Buchautoren treffen sich vom 31. Januar - 2. Februar 2018 auf der IT-Sicherheitskonferenz IT-Defense in München, um über aktuelle IT-Sicherheitsthemen und neue Forschungsergebnisse zu referieren. Die IT-Defense findet bereits zum sechzehnten Mal statt und zählt zu den größten internationalen Konferenzen zum Thema IT-Sicherheit in Deutschland. Das Programm der IT-Defense ist stets eine Mischung aus sehr technischen Vorträgen, strategischen Präsentationen und unterhaltsamen Referenten rund um das Thema IT-Sicherheit. Zugleich garantieren hochwertige Abendveranstaltungen einen Austausch mit den Referenten und anderen Teilnehmern. Die Referenten, die sich national bzw. international einen Namen gemacht haben, werden aktuelle Forschungsergebnisse vorstellen, neue Schwachstellen präsentieren oder auch kritische Diskussionen zum Datenschutz anregen.