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Wer Gmail nutzt wird getrackt


Gmail im Test: Alleskönner mit Datenschutz-Image-Problem
Hochgradige Verschlüsselung – jedoch nur auf dem Transportweg

(05.02.15) - "Gmail ist ein Alleskönner, der vieles richtig macht, aber ein berechtigtes Datenschutz-Image-Problem hat", so das Fazit von Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW Group, nach dem Test des kostenlosen E-Mail-Angebots des Suchmaschinenriesen Google. Sein Team hat sich die Sicherheits-Features inklusive der E-Mail-Verschlüsselung sowie Usability und Datenschutzbestimmungen genauer angesehen.

Bereits der Registrierungsprozess sowie die automatische Weiterleitung auf eine HTTPS-gesicherte Login-Seite stimmten die IT-Sicherheitsexperten positiv: Wenngleich die Passwortprüfung nicht ganz so streng wie bei T-Online verlief, bekommen einfache Namen oder Wörter von Gmail rotes Licht. Der Freemail-Dienst verzichtet zudem nicht auf eine verschlüsselte Login-Seite, sondern leitet jegliche Versuche, sich über HTTP einzuloggen, auf die sichere HTTPS-Seite um. Verschlüsselt wird die Eingangsseite dann hochgradig und vollständig (TLS_ECDHE_ECDSA_WITH_AES_128_GCM_SHA256, 128-Bit-Schlüssel, PFS-fähig). Unterzeichnet ist das SSL-Zertifikat dann allerdings mit dem alten SHA-1-Algorithmus.

Möchte Google authentisch bleiben – immerhin propagiert es lautstark, dass der Chrome-Browser künftig vor SHA-1 signierten Zertifikaten warnt – sollte der Suchmaschinenriese beim eigenen Freemail-Dienst bald umstellen. Der Versand von Test-E-Mails zeigte, dass auch Google, wie bereits WEB.DE, T-Online und GMX zuvor, TLS-Verschlüsselung in Version 1.0 sowie einen 128 Bit-Schlüssel (RC4-SHA:128) verwendet. Auch bei Gmail sind Nachrichten ausschließlich transportverschlüsselt, eine Verschlüsselung der E-Mail-Inhalte findet nicht statt.

Doch Vorsicht: Aufgrund des Safe Harbor-Abkommens, für das Google zertifiziert ist, ergibt sich das Problem, dass Nutzerdaten nicht verschlüsselt auf Servern liegen müssen. Zudem dürfen Daten in die USA transferiert und an Geheimdienste gegeben werden, wenn diese danach verlangen. "Wenngleich also die Verschlüsselung in den Google-Diensten selbst hochgradig ausfällt, können sich Nutzer bei Gmail dennoch nicht sicher fühlen. Die Daten können weltweit auf Servern lagern", kritisiert Christian Heutger. Der IT-Sicherheitsexperte kommt deshalb nicht umhin, das mangelnde Datenschutzniveau zu bestätigen: Wer Gmail nutzt wird getrackt, mit der Begründung Werbeanzeigen auf die individuellen Bedürfnisse anzupassen. "Wer nicht bereit ist, sich derart auswerten zu lassen, sollte die Deaktivierungseinstellungen in den Anzeigeneinstellungen anpassen. Da man jedoch diverse Daten ohnehin angeben muss um den Service überhaupt zu nutzen, taugt diese Einstellung nicht allzu viel. Ob man also will oder nicht: Google sammelt Daten und nutzt sie im gesetzlich zulässigen Rahmen", so Heutger.

Das kostenfreie Angebot überzeugt insbesondere durch den großzügigen Speicherplatz von 15 GB und die praktische Anbindung an andere Services. Die intuitive Bedienung von Gmail kommt positiv hinzu, wahlweise lassen sich sehr vielfältige Einstellungen vornehmen. Die Default-Variante von Gmail macht das Senden und Empfangen von Nachrichten kinderleicht. Wie schon T-Online gelingt es Google, Werbung dezent zu platzieren. Sehr gut: Gmail sortiert eingehende E-Mails automatisch, was einen guten Überblick schafft. Im Posteingang landet grundsätzlich alles, darüber hinaus werden den E-Mails weitere Ordner – Gmail nennt sie Label – zugeordnet. Sendet beispielsweise jemand eine Nachricht über soziale Netzwerke, erhält man die Benachrichtigung unter dem Label "soziale Netzwerke”. Erkennt Gmail, dass es sich bei der E-Mail um Werbung oder Newsletter handelt, werden die E-Mails unter "Werbung” abgelegt. Nachrichten, die Gmail als wichtig einstuft, werden im gleichnamigen Label einsortiert. (PSW Group: ra)

PSW Group: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Tests

  • Unbedingt auf die Gerätesicherheit achten

    Bankgeschäfte vom Smartphone oder Tablet immer und von überall aus zu tätigen ist reizvoll. Doch wie halten es die Applikationen mit Sicherheit und Komfort? Die Sicherheitsexperten der PSW Group haben drei Apps genauer unter die Lupe genommen: Die multibankfähigen Apps finanzblick und Banking4 sowie die mobile App der Consorsbank. "Unser Fokus lag auf dem Sicherheitsaspekt, aber natürlich flossen auch Funktionsvielfalt und Bedienkomfort in unsere Bewertung ein. Finanzblick konnte uns dabei am meisten überzeugen. Etwas enttäuscht sind wir von Consorsbank, denn die App greift auf relativ viele Berechtigungen zu, die nicht immer Sinn ergeben, und auch über Umfang und Ort der Datenspeicherung schweigt sich die Bank aus", fasst Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW Group, zusammen.

  • Bitdefenders AV-Lösung im Test

    Die PSW Group testete die Lösung von "Bitdefender: Total Security Multi-Device 2017". "Insgesamt zeigt sich Bitdefender recht ähnlich wie seine beiden vergleichbaren Wettbewerber Eset und Kaspersky. Zwar erweist sich Bitdefender als teuerste Lösung, gleicht dies jedoch mit einem Feature-Plus wieder aus. Bitdefender punktet mit guten Laufzeiten der Usability und beim Support. Lobenswert ist der konsequente Einsatz von ASLR und DEP, das gültige Signieren aller Programmdateien und die Software-Verteilung via sicherem HTTPS. Einzig die Deinstallation von Bitdefenders Total Security Multi-Device 2017 ist etwas aufwendiger. Hierfür muss der User erst das Bitdefender Uninstall Tool auf seinen Rechner laden. Im Übrigen lässt auch Bitdefender leider keinen Rundum-Schutz für wirklich alle Geräte zu: iOS wird ausgeschlossen und lediglich die Plattformen Windows, macOS und Android geschützt", fasst Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW Group, zusammen. Bitdefender unterscheidet nicht nach Zahl der User, sondern nach Zahl der Geräte. Die Auswahl ist denkbar gering: Anwender haben die Wahl, die Suite für fünf oder zehn Geräte zu ordern. "Das ist schade für jene, die lediglich drei Geräte schützen wollen. Eine Zwischenlösung für zwei oder drei Geräte wäre wünschenswert", meint Heutger. Mit der Wahl der Laufzeiten von einem, zwei oder drei Jahren punktet Bitdefender dann aber wieder. "Zusätzlich können User entscheiden, ob sie selbst die Software installieren möchten oder ob Bitdefender das übernehmen soll. Das ist eine Option, die uns bei Bitdefender erstmals begegnet und absolut positiv ist", lobt Christian Heutger.

  • Familie vor Online-Bedrohungen schützen

    "Hacker würden mit oder ohne Security-Lösungen Wege ins System finden" bemerkte Brian Dye, seines Zeichens Executive Vice President bei McAfee, schon vor einigen Jahren. Nun setzte Cybersecurity-Experte John McAfee mit seiner Aussage, jeder Router, der in den USA zum Einsatz kommt, sei kompromittiert, noch einen oben drauf. Seiner Meinung nach gelänge es Hackern, WLAN-Verbindungen der Geräte zu verwenden, um ihre Besitzer auszuspionieren. Diese Bemerkung veranlasste die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group dazu, sich das Sicherheitspaket "Total Protection 2017" des Herstellers genauer anzusehen. Ob McAfees AV-Suite es schafft, die ganze Familie vor Online-Bedrohungen zu schützen und jedes Gerät gegen Angriffe abzusichern?

  • Guter Selbstschutz der AV-Lösung

    Wenn es um Virenschutz geht, ist Kaspersky Lab einer der Marktführer in Europa. Mit ihrer Antiviren-Suite "Kaspersky Total Security 2017" verspricht der Entwickler die Privatsphäre, alle persönlichen Daten sowie Finanzen der ganzen Familie auf jeder Plattform zu schützen. Nun haben sich die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group die Antiviren-Lösung in einem Test genauer angesehen - und kommen zu gemischten Ergebnissen. "Kaspersky wartet mit guten und umfangreichen Features auf, dennoch gibt es eine wesentliche Einschränkung: Nicht jedes Feature existiert für alle Systeme; vielfach greifen Schutzfunktionen lediglich auf Mac und PC. Damit erweist sich die Lösung leider nicht als echte Multiplattform-Suite, wie es der Hersteller verspricht. Auf 64-Bit-Systemen gibt es sogar noch einige weitere Funktionseinschränkungen, auf die Kaspersky aber immerhin auf seinen Produktseiten hinweist", sagt Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW Group.

  • Lob auch für die Botnet-Erkennung

    "Antivirus ist keinesfalls tot, jedoch müssen die Hersteller von AV-Suiten umdenken", ist Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW Group, überzeugt. Er bezieht sich damit auf die Meinung von Brian Dye, Executive Vice President bei McAfee, dass kommerzielle Antiviren-Lösungen tot seien. Um seine Überzeugung zu untermauern, hat Christian Heutger gemeinsam mit seinem Team einige Virenscanner, darunter das Multi-Device Security Pack vom Hersteller Eset einem Test unterzogen. Immerhin verspricht der Entwickler idealen Rundum-Schutz für alle Geräte.