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Android-Erpresser-Software





Schadsoftware gibt sich als ein Adobe Flash Player-Update aus
Um den Entschlüsselungscode für die Zurückstellung des Zugangs zum Gerät zu erhalten, fordern Hacker ein Lösegeld von 500 US-Dollar

Eine neue Serie von Spam-E-Mails ist im Posteingang vieler Android-Anwender gelandet, die heimtückische .apk-Dateien beinhalten. Davon betroffen sind Tausende von Android-Nutzern. Bitdefender hat bereits mehr als 15.000 Spam-E-Mails entdeckt, einschließlich gezippter Dateien, die von ukrainischen Servern stammen. Die Schadsoftware gibt sich als ein Adobe Flash Player-Update aus und wird als harmloser Video Player heruntergeladen und installiert. Sobald Nutzer versuchen das Programm auszuführen, wird eine gefälschte Fehlermeldung angezeigt.

Nachdem Sie den OK-Button angeklickt haben, erscheint eine angebliche Warnung des FBI, die nicht vom Bildschirm verschwindet. Diese teilt den Anwendern mit, dass sie pornografische Webseiten besucht und daher gegen das Gesetz verstoßen hätten. Um diese Meldung zu untermauern, haben die Hacker Screenshots des angeblichen Browserverlaufs hinzugefügt.

Die Warnung erzeugt noch mehr Angst, indem sie die Betroffenen und ihren Standort zu kennen scheint.

Um den Entschlüsselungscode für die Zurückstellung des Zugangs zum Gerät zu erhalten, fordern Hacker ein Lösegeld von 500 US-Dollar. Versuchen Anwender ihre Geräte "selbstständig aufzuschließen", verdreifacht sich die Summe auf bis zu 1.500 US-Dollar. Um die Gebühr zu zahlen, sollen Nutzer Money Pak oder PayPal My Cash verwenden.

Bei dieser Bedrohung handelt es sich um eine Variante von Android.Trojan.SLocker.DZ. Dies ist eine der vorherrschenden Android-Erpresser-Software, für die deren Autoren regelmäßig neue Varianten entwerfen. Die interne Telemetrie von Bitdefender zeigt mehrere Versionen dieser Schadsoftware-Familie auf, die mit Spam-E-Mails aus unterschiedlichen .edu, .com, .org und .net Domänenserver gebündelt werden.

Leider können Nutzer nicht sehr viel tun, wenn sie sich mit der Erpresser-Software infiziert haben, auch wenn sie nicht alle Dateien auf dem infizierten Endgerät verschlüsselt. Der Button des Startbildschirms und die "Back-Funktionen" funktionieren nicht mehr. Es ist auch nicht hilfreich, das Gerät aus- und einzuschalten, denn die Schadsoftware läuft während des Boot-Vorgangs des Betriebssystems.

Haben Android-Anwender eine Android Data Bridge (ADB) auf dem infizierten Gerät, ist es möglich, die Schadsoftware zu deinstallieren. Auch wenn das mobile Gerät dies unterstützt, sollte das Endgerät im Safe Boot gestartet werden. Das bietet die Möglichkeit einer minimalen Android-Konfiguration und verhindert die Ausführung der Schadsoftware. Dies kann Anwendern genug Zeit verschaffen, um die Schadsoftware manuell zu deinstallieren.

Um solche Gefahren auszuschließen, empfiehlt es sich, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Daher sollten Anwender folgende Tipps befolgen:

>> Installieren Sie nie Anwendungen aus nicht vertrauenswürdigen Quellen. Android blockiert die Installation von Apps außerhalb des Play Stores automatisch. Dennoch müssen Anwender in manchen Fällen dazu ihre Einstellungen ändern, beispielsweise wenn sie Apps von anderen Android-Shops nutzen. Wenn möglich, verwenden Sie nur die Standardeinstellungen.

>> Sichern Sie Ihre Daten regelmäßig in einer Cloud oder auf einer externen Festplatte.

>> Benutzen Sie eine Anti-Malware-Lösung für Ihr Android-Gerät, aktualisieren Sie diese regelmäßig und führen Sie ebenfalls regelmäßig ein aktives "Scannen" durch.

>> Folgen Sie bewährten Internet-Gewohnheiten, vermeiden Sie bedenkliche Webseiten oder Links und öffnen Sie keine Anhänge von E-Mails aus unsicheren Quellen.

>>>Benutzen Sie einen Filter, um die Anzahl an Spam-E-Mails zu minimieren, die Ihren Posteingang erreichen.

Dieser Beitrag beruht auf den technischen Informationen, die von Bitdefender Senior Antispam Researcher Adrian Miron und den Malware Analysten Alin Barbatei und Vlad Ilie bereitgestellt wurden.
(Bitdefender: ra)

Bitdefender: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Aktuelle Meldungen

  • Antivirenprogramme schützen

    Eset verzeichnet eine starke Verbreitung eines altbekannten Schädlings: Der Trojaner HTML/FakeAlert wurde erstmals im Dezember 2009 entdeckt. Dann war es lange Zeit ruhig um die Schadsoftware, bis 2015 die Fälle erneut anstiegen. Seitdem ist die Erkennungsquote weltweit enorm gestiegen. Derzeit zählt HTML/FakeAlert zu den fünf größten Bedrohungen rund um den Globus und weist in Deutschland die höchsten Erkennungsraten im Vergleich zu anderer Malware auf. Der Trojaner HTML/FakeAlert kann durch anderen Schadcode auf den Computer eines Opfers gelangen, wie etwa über Webseiten, E-Mail-Anhänge oder Downloads von Filesharing-Seiten.

  • Fake-Google-Doc-Einladung

    Laut Malwarebytes verbreitet sich aktuell eine neue Phishing-Kampagne rasant, die Google Doc-Einladungen, wie man sie zum Bearbeiten von Dokumenten über Google erhält, imitiert. Potentielle Opfer erhalten dabei eine E-Mail die angeblich von dem Anbieter Mailnator stammt (Mailnator hat jegliche Verbindungen dazu bereits verneint).

  • Maskiert als Flash Player-Update

    Eset haben eine neue gefährliche Android-App entdeckt, die in der Lage ist, zusätzliche Malware herunterzuladen und auszuführen. Der Trojaner wird von Eset als Android/TrojanDownloader.Agent.JI erkannt und über kompromittierte Webseiten als Flash Player-Update maskiert verbreitet. Nach der Installation startet die Malware einen gefälschten "Saving Battery"-Service im Android-System und erfordert vom Nutzer kritische Berechtigungen in den Bedienungsfunktionen von Android. Dem Angreifer wird so erlaubt, aktive Apps und Fensterinhalte abzurufen und "Explore by Touch" einzuschalten. Damit kann er die Aktionen des Nutzers imitieren und auf dem Display des Geräts anzeigen, was er möchte.

  • Neuer Linux-Trojaner entdeckt

    Die Virenanalysten von Doctor Web entdeckten im Januar einen neuen Linux-Trojaner, der bereits Tausende Geräte infiziert hat. Erst im Dezember berichtete Doctor Web über den rapiden Anstieg von Linux-Malware. Der neue Linux-Trojaner heißt Linux.Proxy.10 und startet den Proxyserver SOCKS5 auf dem infizierten Gerät. SOCKS5 basiert dabei auf einem offenen Quellcode des Satanic Socks Servers und gewährleistet so die Anonymität der Cyber-Kriminellen. Via Secure Shell verbreiten diese Linux.Proxy.10 und speichern dabei die Liste von Geräten sowie Benutzername und Passwort auf ihrem Server ab.

  • Neue Variante der Marcher-Malware

    Seit dem Launch der iOS-Version von "Super Mario Run" Mitte Dezember entwickelt sich die mobile Spiele-App zum nächsten Hit im iTunes-Store. Android-Nutzer müssen allerdings noch auf das Kultspiel warten. Hacker nutzen zwischenzeitlich die Popularität des Spiels verbunden mit der Tatsache, dass es noch keine offizielle Android-Version gibt, um Schadsoftware zu verbreiten. Das Threatlabz-Team des Internet-Security Anbieters Zscaler hat nun eine neue Version des Android Marcher Trojaners entdeckt, die sich als "Super Mario Run App" für Android-Nutzer ausgibt. Bei Marcher handelt es sich um Malware, die auf Banking und Finanz-Apps abzielt und Kreditkartendetails abzugreifen versucht. Anwender werden dazu verleitet, auf gefälschten Seiten ihre Bankinformationen einzugeben. Ist das Mobilgerät des Anwenders infiziert, lauert die Malware darauf, dass das Opfer die bereitgestellte App anklickt und präsentiert dann das Overlay der Finanzseite. Die Finanzdaten der Opfer werden an einen Command & Control (C&C)-Server weitergeleitet. Die Malware wird kontinuierlich weiterentwickelt und setzt dabei auf aktuelle Trends, um eine große Zielgruppe anzusprechen.