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Exe-Datei in Wirklichkeit ein Downloader





Auch deutsche Nutzer von variablem Spam-Mail-Angriff betroffen
Am ersten Tag wurden Tausende Anwender von der Spam-Mail eingeladen, ein Archiv mit einer schädlichen Exe-Datei herunterzuladen, die angeblich von einem Steuerberater stammt

Eine neue weltweite Spam-Kampagne zur Verbreitung des Banking-Trojaners Dyre greift aktuell auch Nutzer in Deutschland an. Unter anderem könnten Kunden der Deutschen Bank, Valovis Bank oder volkswagenbank.de betroffen sein. Das haben Malware-Analysten des Sicherheitsspezialisten Bitdefender herausgefunden.

Bei dem Trojaner handelt sich zwar um einen alten Bekannten, nämlich den Banking-Trojaner Dyreza – auch bekannt als Dyre –, der bereits im Februar dieses Jahres in einer groß angelegten Spam-Welle verteilt wurde. Dieses Mal jedoch wurde er in einer dreiteiligen Mail-Kampagne mit jeweils verschiedenen Inhalten versendet, um mehr Nutzer zum Anklicken zu motivieren und dadurch den Schaden zu vergrößern.

Am ersten Tag wurden Tausende Anwender von der Spam-Mail eingeladen, ein Archiv mit einer schädlichen Exe-Datei herunterzuladen, die angeblich von einem Steuerberater stammt. Sie gab sich als Nachfass-Mail aus und bat die Nutzer, dringend das angehängte Archiv herunterzuladen und Informationen zur Vervollständigung einer Finanztransaktion einzutragen. Eine sehr ähnliche E-Mail wurde am nächsten Tag verschickt. Sie gab vor, Finanzunterlagen im Anhang zu besitzen, die der Nutzer verifizieren sollte. Die dritte E-Mail warnte dann den Empfänger vor Strafzahlungen für sein Unternehmen und forderte ihn auf, sich die "verwaltungsmäßige Festlegung" anzusehen.

Die in allen Fällen mitgelieferte Exe-Datei ist jedoch in Wirklichkeit ein Downloader, der den Banking-Trojaner Dyre herunterlädt und ausführt. Diese Malware wurde zum ersten Mal im Jahr 2014 beobachtet und ist dem berüchtigten Zeus-Trojaner sehr ähnlich. Er installiert sich selbst auf dem Computer eines Nutzers und wird nur dann aktiv, wenn dieser seine Anmeldedaten auf bestimmten Websites eingibt. Meist handelt es sich dabei um die Anmeldeseite einer Bank oder eines Finanzdienstleisters. Bei dieser als "Man-in-the-Browser" bekannten Angriffsform injizieren Hacker schädlichen JavaScript-Code, mit dessen Hilfe sie Anmeldedaten stehlen und zugehörige Benutzerkonten manipulieren – ohne entdeckt zu werden.

Den Malware-Forschern von Bitdefender ist es gelungen, die verschlüsselte Kommunikation des Trojaners mit dem C&C-Server zu umgehen und die Liste der angegriffenen Websites aufzudecken. Es handelt sich um Kunden von bekannten Banken und Finanzinstituten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Rumänien, USA und Australien. Ihnen könnten Anmeldedaten oder Geld von ihren Konten gestohlen worden sein. Laut den Bitdefender Labs wurden an drei Tagen 19.000 schädliche E-Mails über Spam-Server in den USA, Taiwan, Hongkong, Dänemark, Russland, China, Südkorea, Großbritannien, Australien und anderen Ländern verschickt.

Mit jeder neuen Kampagne werden die Spam-Attacken für Dyre ähnlich wie bei anderen Varianten immer raffinierter. Die Opfer bemerken nur selten, was wirklich auf ihren Rechnern geschieht, da die Schaddateien sich immer besser verstecken und Sicherheitsmechanismen umgehen können. So lässt sich zum Beispiel Dyre nicht von Zwei-Faktor-Authentifizierung und verschlüsselter SSL-Kommunikation abschrecken.

Da die Banken nicht den Mail-Eingang ihrer Kunden kontrollieren können, liegt es in der Verantwortung der Anwender, trotz der ausgefeilten Angriffstaktik nicht auf die List hereinzufallen und das Archiv herunterzuladen oder gar zu öffnen. Bitdefender möchte Computernutzer daran erinnern, dass sie möglichst nicht auf Links in E-Mails von unbekannten Absendern klicken und natürlich ihren Virenschutz stets mit den neuesten Virendefinitionen aktualisieren sollten. So erkennt und blockiert die aktuelle Version der Sicherheitssoftware von Bitdefender auch diese Bedrohung.

Dieser Artikel basiert auf Spam-Beispielen, die mit freundlicher Genehmigung von Adrian Miron, Spamforscher bei Bitdefender, zur Verfügung gestellt wurden, sowie auf technischen Informationen des Bitdefender-Experten Alexandru Maximciuc.
(Bitdefender: ra)

Bitdefender: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Aktuelle Meldungen

  • Antivirenprogramme schützen

    Eset verzeichnet eine starke Verbreitung eines altbekannten Schädlings: Der Trojaner HTML/FakeAlert wurde erstmals im Dezember 2009 entdeckt. Dann war es lange Zeit ruhig um die Schadsoftware, bis 2015 die Fälle erneut anstiegen. Seitdem ist die Erkennungsquote weltweit enorm gestiegen. Derzeit zählt HTML/FakeAlert zu den fünf größten Bedrohungen rund um den Globus und weist in Deutschland die höchsten Erkennungsraten im Vergleich zu anderer Malware auf. Der Trojaner HTML/FakeAlert kann durch anderen Schadcode auf den Computer eines Opfers gelangen, wie etwa über Webseiten, E-Mail-Anhänge oder Downloads von Filesharing-Seiten.

  • Fake-Google-Doc-Einladung

    Laut Malwarebytes verbreitet sich aktuell eine neue Phishing-Kampagne rasant, die Google Doc-Einladungen, wie man sie zum Bearbeiten von Dokumenten über Google erhält, imitiert. Potentielle Opfer erhalten dabei eine E-Mail die angeblich von dem Anbieter Mailnator stammt (Mailnator hat jegliche Verbindungen dazu bereits verneint).

  • Maskiert als Flash Player-Update

    Eset haben eine neue gefährliche Android-App entdeckt, die in der Lage ist, zusätzliche Malware herunterzuladen und auszuführen. Der Trojaner wird von Eset als Android/TrojanDownloader.Agent.JI erkannt und über kompromittierte Webseiten als Flash Player-Update maskiert verbreitet. Nach der Installation startet die Malware einen gefälschten "Saving Battery"-Service im Android-System und erfordert vom Nutzer kritische Berechtigungen in den Bedienungsfunktionen von Android. Dem Angreifer wird so erlaubt, aktive Apps und Fensterinhalte abzurufen und "Explore by Touch" einzuschalten. Damit kann er die Aktionen des Nutzers imitieren und auf dem Display des Geräts anzeigen, was er möchte.

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    Die Virenanalysten von Doctor Web entdeckten im Januar einen neuen Linux-Trojaner, der bereits Tausende Geräte infiziert hat. Erst im Dezember berichtete Doctor Web über den rapiden Anstieg von Linux-Malware. Der neue Linux-Trojaner heißt Linux.Proxy.10 und startet den Proxyserver SOCKS5 auf dem infizierten Gerät. SOCKS5 basiert dabei auf einem offenen Quellcode des Satanic Socks Servers und gewährleistet so die Anonymität der Cyber-Kriminellen. Via Secure Shell verbreiten diese Linux.Proxy.10 und speichern dabei die Liste von Geräten sowie Benutzername und Passwort auf ihrem Server ab.

  • Neue Variante der Marcher-Malware

    Seit dem Launch der iOS-Version von "Super Mario Run" Mitte Dezember entwickelt sich die mobile Spiele-App zum nächsten Hit im iTunes-Store. Android-Nutzer müssen allerdings noch auf das Kultspiel warten. Hacker nutzen zwischenzeitlich die Popularität des Spiels verbunden mit der Tatsache, dass es noch keine offizielle Android-Version gibt, um Schadsoftware zu verbreiten. Das Threatlabz-Team des Internet-Security Anbieters Zscaler hat nun eine neue Version des Android Marcher Trojaners entdeckt, die sich als "Super Mario Run App" für Android-Nutzer ausgibt. Bei Marcher handelt es sich um Malware, die auf Banking und Finanz-Apps abzielt und Kreditkartendetails abzugreifen versucht. Anwender werden dazu verleitet, auf gefälschten Seiten ihre Bankinformationen einzugeben. Ist das Mobilgerät des Anwenders infiziert, lauert die Malware darauf, dass das Opfer die bereitgestellte App anklickt und präsentiert dann das Overlay der Finanzseite. Die Finanzdaten der Opfer werden an einen Command & Control (C&C)-Server weitergeleitet. Die Malware wird kontinuierlich weiterentwickelt und setzt dabei auf aktuelle Trends, um eine große Zielgruppe anzusprechen.