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Heimtückische Erpressungssoftware





Nach Klick: Daten weg – Nemucod-Malware verbreitet sich rasant in Europa
Nemucod lädt wie viele Trojaner-Downloader ganz gezielt Ransomware aus dem Internet, darunter TeslaCrypt oder den Locky-Trojaner

Die Security-Software-Herstellerin Eset verzeichnet global einen deutlichen Anstieg der Erkennungsrate der bereits bekannten und äußerst heimtückischen Nemucod-Malware. Auch die DACH-Region vermehrt betroffen. So ließen sich Erkennungsraten von bis zu 21 Prozent in Deutschland, 20 Prozent in der Schweiz und sogar 41 Prozent in Österreich messen. Die Eset-Forscher raten dazu, auffällige Dateianhänge insbesondere von unbekannten Absendern nur mit äußerster Vorsicht zu öffnen.

Sie haben (infizierte) Post
Wie bei vielen anderen Malware-Kampagnen, die Eset in letzter Zeit analysiert hat, nutzen die Angreifer E-Mails, um die Schadsoftware zu verbreiten. Als Rechnung, Gerichtsvorladung oder ähnliche offizielle Dokumente getarnt, versuchen sie die Zielpersonen dazu zu bringen, eine angehängte Zip-Datei zu öffnen. Passiert dies, nimmt die Beschädigung privater Daten ihren Lauf.

Der schadhafte Anhang beinhaltet eine Javascript-Datei, welche einmal geöffnet den Download sowie die Installation von Nemucod startet. Im Anschluss werden verschiedene Malware-Programme aus dem Internet geladen. Der Absender ist in der Regel ein Nutzer, der bereits infiziert wurde. Die Malware verbreitet sich also so lange weiter, wie sie mögliche Opfer hat.

"Nemucod lädt wie viele Trojaner-Downloader ganz gezielt Ransomware aus dem Internet, darunter TeslaCrypt oder den Locky-Trojaner", so Raphael Labaca Castro, Security Researcher bei Eset. "Wie bei Ransomware üblich verschlüsselt Nemucod daraufhin Bilder, Videos oder Office-Dateien auf dem infizierten PC und fordert den Nutzer zur Zahlung eines bestimmten Betrags auf, um die persönlichen Dateien wiederherzustellen. In Deutschland konnten wir in den vergangenen Monaten einen deutlichen Anstieg von Trojaner-Downloadern erkennen, die JavaScript verwenden. Diese Art von Malware wird immer beliebter und ist hierzulande inzwischen regelmäßig unter den Top10."

Weltweite Verbreitung steigt
In einigen Ländern waren die Erkennungsraten besonders hoch, doch auch global lässt sich ein Anstieg verzeichnen. Das lässt darauf schließen, dass der Angriff nicht auf ein bestimmtes Land abzielt, sondern weltweit so viele Nutzer wie möglich treffen soll. Die Erkennungsrate dieser Malware-Kampagne ist ungewöhnlich hoch. Weltweit konnte Eset Spitzen von über 10 Prozent erkennen, in einigen Ländern lag der Einfluss sogar noch darüber. Die höchste, bisher erkannte Infektionsrate hatte aber mit Abstand Japan zu verzeichnen: Innerhalb von etwas mehr als zwei Tagen schossen die Erkennungsraten von Nemucod auf über 75 Prozent.

Schutz vor Ransomware
Nutzer können sich mit einigen einfachen Maßnahmen vor Ransomware schützen. Eset hat dazu folgende Tipps:
>> Keine E-Mail-Anhänge von unbekannten Absendern öffnen.

>> Kollegen warnen, die regelmäßig E-Mails von externen Absendern erhalten, wie beispielsweise Buchhaltung oder HR-Abteilung.

>> Ein regelmäßiges Backup der Daten durchführen. Im Falle einer Infektion können so alle Daten wiederhergestellt werden.

>> Externe (Backup-)Festplatten sollten nicht dauerhaft mit dem Computer verbunden sein, um eine Infektion durch den Filecoder zu vermeiden. Wird der PC von Ransomware befallen, können die verschlüsselten Daten mit dem Backup einfach wieder hergestellt werden.

>> Das Betriebssystem sowie verwendete Software mit regelmäßigen Updates auf dem neuesten Stand halten. Windows-Nutzer, die noch immer mit

>> Windows XP arbeiten, sollten einen Wechsel zu einem anderen, moderneren Microsoft-Betriebssystem wie Windows 7 oder 10 in Erwägung ziehen.
(Eset: ra)

Eset: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Aktuelle Meldungen

  • Antivirenprogramme schützen

    Eset verzeichnet eine starke Verbreitung eines altbekannten Schädlings: Der Trojaner HTML/FakeAlert wurde erstmals im Dezember 2009 entdeckt. Dann war es lange Zeit ruhig um die Schadsoftware, bis 2015 die Fälle erneut anstiegen. Seitdem ist die Erkennungsquote weltweit enorm gestiegen. Derzeit zählt HTML/FakeAlert zu den fünf größten Bedrohungen rund um den Globus und weist in Deutschland die höchsten Erkennungsraten im Vergleich zu anderer Malware auf. Der Trojaner HTML/FakeAlert kann durch anderen Schadcode auf den Computer eines Opfers gelangen, wie etwa über Webseiten, E-Mail-Anhänge oder Downloads von Filesharing-Seiten.

  • Fake-Google-Doc-Einladung

    Laut Malwarebytes verbreitet sich aktuell eine neue Phishing-Kampagne rasant, die Google Doc-Einladungen, wie man sie zum Bearbeiten von Dokumenten über Google erhält, imitiert. Potentielle Opfer erhalten dabei eine E-Mail die angeblich von dem Anbieter Mailnator stammt (Mailnator hat jegliche Verbindungen dazu bereits verneint).

  • Maskiert als Flash Player-Update

    Eset haben eine neue gefährliche Android-App entdeckt, die in der Lage ist, zusätzliche Malware herunterzuladen und auszuführen. Der Trojaner wird von Eset als Android/TrojanDownloader.Agent.JI erkannt und über kompromittierte Webseiten als Flash Player-Update maskiert verbreitet. Nach der Installation startet die Malware einen gefälschten "Saving Battery"-Service im Android-System und erfordert vom Nutzer kritische Berechtigungen in den Bedienungsfunktionen von Android. Dem Angreifer wird so erlaubt, aktive Apps und Fensterinhalte abzurufen und "Explore by Touch" einzuschalten. Damit kann er die Aktionen des Nutzers imitieren und auf dem Display des Geräts anzeigen, was er möchte.

  • Neuer Linux-Trojaner entdeckt

    Die Virenanalysten von Doctor Web entdeckten im Januar einen neuen Linux-Trojaner, der bereits Tausende Geräte infiziert hat. Erst im Dezember berichtete Doctor Web über den rapiden Anstieg von Linux-Malware. Der neue Linux-Trojaner heißt Linux.Proxy.10 und startet den Proxyserver SOCKS5 auf dem infizierten Gerät. SOCKS5 basiert dabei auf einem offenen Quellcode des Satanic Socks Servers und gewährleistet so die Anonymität der Cyber-Kriminellen. Via Secure Shell verbreiten diese Linux.Proxy.10 und speichern dabei die Liste von Geräten sowie Benutzername und Passwort auf ihrem Server ab.

  • Neue Variante der Marcher-Malware

    Seit dem Launch der iOS-Version von "Super Mario Run" Mitte Dezember entwickelt sich die mobile Spiele-App zum nächsten Hit im iTunes-Store. Android-Nutzer müssen allerdings noch auf das Kultspiel warten. Hacker nutzen zwischenzeitlich die Popularität des Spiels verbunden mit der Tatsache, dass es noch keine offizielle Android-Version gibt, um Schadsoftware zu verbreiten. Das Threatlabz-Team des Internet-Security Anbieters Zscaler hat nun eine neue Version des Android Marcher Trojaners entdeckt, die sich als "Super Mario Run App" für Android-Nutzer ausgibt. Bei Marcher handelt es sich um Malware, die auf Banking und Finanz-Apps abzielt und Kreditkartendetails abzugreifen versucht. Anwender werden dazu verleitet, auf gefälschten Seiten ihre Bankinformationen einzugeben. Ist das Mobilgerät des Anwenders infiziert, lauert die Malware darauf, dass das Opfer die bereitgestellte App anklickt und präsentiert dann das Overlay der Finanzseite. Die Finanzdaten der Opfer werden an einen Command & Control (C&C)-Server weitergeleitet. Die Malware wird kontinuierlich weiterentwickelt und setzt dabei auf aktuelle Trends, um eine große Zielgruppe anzusprechen.