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Bahncard-Mail täuscht Rechnung vor





Verschachteltes Schadprogramm baut Bot-Netz auf
Gefälschte Bahncard-Mails sollen Anwender in die Schadcode-Falle locken

Die Experten des deutschen Sicherheitsherstellers G Data haben mehrere Schadprogramme entdeckt, die das Ziel haben, ein Bot-Netz aufzubauen und über den gleichen Command-and-Control-Server gesteuert werden können. Der Weg zur Infektion unterscheidet sich bei den zwei Schädlingen, die die Analysten exemplarisch untersucht haben, allerdings deutlich. Die Sicherheitsexperten vermuten, dass hinter diesem Angriff ein oder mehrere Täter stehen, die den Schadcode massenhaft verbreiten wollen, um dann im Anschluss das Bot-Netz zu verkaufen oder zu vermieten. Die Schädlinge verbreiten sich über Makros in manipulierten Word-Dokumenten, die im Anhang von Mails verschickt werden. In einigen Fällen verschicken die Betrüger eine gefälschte Bahncard-Rechnung.

"Die Schadprogramme verhalten sich auf dem System wie eine Matrjoschka-Figur. Erst nach und nach enthüllen sie ihr Potential und ihr eigentliches Ziel", erklärt Ralf Benzmüller, Leiter der G Data SecurityLabs. "Wir vermuten, dass die infizierten Systeme als Zombie-PCs im Andromeda/Gamarue-Bot-Netz genutzt werden sollen."

Als Bahncard-Rechnung getarnt, versuchen die Betrüger in Deutschland, Anwender zu verunsichern. Mit Word-Dokumenten im Anhang sollen Empfänger zum Öffnen der Dateien und Aktivieren der Makro-Einstellungen bewegt werden. Einmal auf dem Rechner versucht die Malware, ihr Vorgehen zu verschleiern. Ziel ist der Aufbau eines Bot-Netzes. Cyberkriminelle können dadurch die infizierten Systeme ohne das Wissen der Besitzer fernsteuern.

Was ist ein Makro?
Makros sind dazu da, Aufgaben zu automatisieren, so dass diese mit einem Klick ausgeführt werden. Generell sind Makros in Office deaktiviert, da diese ein Sicherheitsrisiko darstellen können. Wie in diesem Beispiel können Cyberkriminelle die nützliche Funktion für ihre bösen Absichten benutzen und Anwender dazu verleiten, die Funktion zu aktivieren. Schädlinge können sich so einschleusen und das System infizieren. (G Data Software: ra)

G Data Software: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Aktuelle Meldungen

  • Ausgefallene Kniffe in den Angriffsmustern

    Die Sicherheitsforscher von Malwarebytes haben vor kurzem den DNS-Changer-Trojaner "Extenbro" entdeckt, der Adware schützt. Diese DNS-Changer blockieren den Zugriff auf sicherheitsrelevante Websites, sodass Opfer von Adware keine Sicherheitssoftware herunterladen und installieren können, um die Schädlinge loszuwerden.

  • Crypto-Trojaner attackiert Musiker

    Eset-Forscher haben eine neue Art an plattformübergreifender Malware zum Schürfen von Kryptowährungen entdeckt. Der Crypto-Trojaner "LoudMiner" setzt auf Virtualisierungssoftware - QEMU bei macOS und VirtualBox bei Windows - um an Kryptowährungen bei Windows- und macOS-Systemen zu gelangen. LoudMiner versteckt sich in Raubkopien von Audio-Programmen, die das von Steinberg entwickelte VST-Protokoll (Virtual Studio Technology) verwenden. Für diese Anwendungen werden Geräte mit guter Rechenleistung benötigt. Eine erfolgreiche Infektion des Systems bleibt ohne eine umfassende Sicherheitslösung dadurch zunächst unbemerkt. Ihre Ergebnisse haben die Eset Forscher auf WeLiveSecurity veröffentlicht.

  • Hinweise zur Entfernung von Scranos

    Die Spezialisten der Bitdefenders Labs haben Informationen über die Verbreitung der neuen Malware "Scranos" bereitgestellt, die seit wenigen Monaten im Umlauf ist. Scranos ist eine Rootkit-fähige Spyware, die digital mit einem möglicherweise gestohlenen Zertifikat signiert wurde. Diese Rootkit-Malware ist eng mit dem Betriebssystem verbunden, extrem diskret und schwer zu erkennen. Sie ist in der Lage, Passwörter und andere Nutzerdaten zu stehlen und diese direkt für bösartige Zwecke zu nutzen. Scranos wird über Trojaner verbreitet, die als gehackte Software getarnt sind, oder über Anwendungen, die sich als legitime Software ausgeben wie E-Book-Leseapplikationen, Videoplayer, Treiber oder sogar Antimalware-Produkte. Bei der Ausführung wird ein Rootkit-Treiber installiert, um die Malware zu tarnen und die Persistenz zu gewährleisten. Nach erfolgreicher Installation kontaktiert die Malware seinen Control- and Command-Server, um zu erfahren, welche weitere Komponenten heruntergeladen und installiert werden müssen.

  • Vermeintliche Navi-Apps betrügen Millionen Nutzer

    Vor einer groß angelegten Betrugsmasche warnt Malware-Forscher Lukas Stefanko von Eset. Er hat über 15 kostenpflichtige, gefälschte Navi-Apps im Google Play Store entdeckt. Statt des versprochenen Zusatznutzens bieten diese Fake-Apps lediglich die Funktionen von Google Maps und ziehen dem Anwender dafür das Geld aus der Tasche. Bisher wurden sie über 50 Millionen Mal installiert, denn viele Nutzer im Play Store fallen auf die überwiegend guten Bewertungen herein.

  • GandCrab-Verschlüsselungstrojaner im Einsatz

    Neues Jahr, neue Ransomware-Welle: Mit einer Version von GandCrab werden derzeit gezielt Personalverantwortliche angegriffen. Dabei sollen Nutzer mit einem Trick dazu gebracht werden, den infizierten Anhang zu aktivieren. Betrüger versuchen derzeit erneut, Personalabteilungen mit Ransomware zu infizieren. Dabei kommt eine Version des GandCrab-Verschlüsselungstrojaners zum Einsatz. Anders als im September 2018 wird eine Bewerbung im Word-Format verschickt und keine eigentlich unübliche exe-Datei. Die Betreffzeile der E-Mails lautet derzeit "Bewerbung auf die angebotene Stelle." Für die angeblichen Bewerbungen werden, wie meist üblich, Frauennamen verwendet.