- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Aktuelle Meldungen

Nicht von Cyberkriminellen: Uroburos-Rootkit


Mutmaßliche Geheimdienstsoftware: Uroburos - komplexe Spionagesoftware mit russischen Wurzeln
Schädling wahrscheinlich seit gut drei Jahren unentdeckt

(24.03.14) - Die Sicherheitsexperten von G Data Software haben eine hochentwickelte und komplexe Schadsoftware entdeckt und analysiert, deren Ziel es ist, hochsensible und geheime Informationen aus High-Potential-Netzwerken, wie staatlichen Einrichtungen, Nachrichtendiensten oder Großunternehmen zu stehlen. Das Rootkit mit dem Namen Uroburos arbeitet autonom und verbreitet sich selbstständig in den infizierten Netzwerken. Auch Rechner, die nicht direkt am Internet hängen, werden von diesem Schädling angegriffen. Eine solche Software kann nach Einschätzung von G Data nur mit hohen Investitionen in Personal und Infrastruktur realisiert werden. Das Design und der hohe Komplexitätsgrad der Malware lassen daher einen Geheimdienstursprung vermuten.

Aufgrund technischer Details, wie Dateinamen, Verschlüsselung, Verhalten der Schadsoftware, besteht die Vermutung, dass Uroburos von derselben Quelle stammen könnte, die bereits 2008 eine Cyberattacke gegen die USA durchgeführt hat. Damals kam eine Schadsoftware namens "Agent.BTZ" zum Einsatz. Nach Einschätzung von G Data, ist das Spionageprogramm seit gut drei Jahren unentdeckt geblieben.

Was ist Uroburos?
Uroburos ist ein Rootkit, das aus zwei Dateien besteht, einem Treiber sowie einem verschlüsselten virtuellen Dateisystem. Mit Hilfe dieses Schadprogramms kann der Angreifer die Kontrolle über den infizierten PC bekommen, beliebigen Programmcode auf dem Computer ausführen und dabei seine Systemaktivitäten verstecken. Uroburos ist außerdem in der Lage, Daten zu stehlen und den Netzwerkdatenverkehr mitzuschneiden. Durch den modularen Aufbau können Angreifer die Schadsoftware um weitere Funktionen erweitern. Aufgrund dieser Flexibilität und Modularität wird das Rootkit von G Data als sehr fortschrittlich und gefährlich eingestuft.

Technische Komplexität lässt Geheimdienstursprung vermuten
Die Komplexität und das Design von Uroburos zeugen von einer sehr aufwendigen und kostenintensiven Entwicklung des Schadprogramms, an der nach Einschätzung von G Data sehr gut ausgebildete Entwickler beteiligt waren. G Data geht daher davon aus, dass Cyberkriminelle nicht an der Entwicklung beteiligt waren und vermutet dass ein Geheimdienst hinter Uroburos steckt. Die Experten halten es außerdem für wahrscheinlich, dass die Programmierer ein noch fortschrittlicheres Rootkit entwickelt haben, das bisher noch nicht entdeckt worden ist.

Uroburos ist darauf ausgelegt in großen Netzen von Firmen, Behörden, Organisationen und Forschungseinrichtungen zu agieren: Das Schadprogramm verbreitet sich selbstständig weiter und arbeitet in einem "Peer-to-peer"-Modus, dabei kommunizieren die infizierten Computer in einem geschlossenen Netzwerk direkt miteinander. Die Täter brauchen dabei nur einen einzigen Rechner mit Internetzugriff. Das Muster zeigt, dass die Angreifer den Umstand berücksichtigen, dass in den Netzwerke oft auch PCs eingebunden sind, die nicht ans Internet angeschlossen sind. Die infizierten Rechner spionieren Dokumente und andere Daten und leiten diese an den PC mit der Internetverbindung weiter, hierüber werden alle zusammengetragenen Informationen an den Angreifer übermittelt.

Verbindung zu russischer Attacke gegen die USA vermutet
Aufgrund technischer Details, Dateinamen, Verschlüsselung und dem Verhalten der Schadsoftware, sehen die G Data Experten einen Zusammenhang zwischen Uroburos und einer im Jahr 2008 erfolgten Cyberattacke gegen die USA - vermutlich stecken die gleichen Drahtzieher hinter den Angriffen und dem jetzt entdecktem Rootkit. Damals kam die Schadsoftware "Agent.BTZ" zum Einsatz. Uroburos überprüft die infizierten Systeme darauf, ob das Schadprogramm bereits installiert ist, in diesem Fall wird das Rootkit nicht aktiv. G Data fand außerdem Hinweise darauf, dass die Entwickler beider Schadprogramme Russisch sprechen.

Die Analyse zeigt, dass das Ziel der Angreifer nicht einfache Internetnutzer sind. Der betriebene Aufwand ist nur bei lohnenswerten Zielen gerechtfertigt, also Großkonzernen, staatlichen Einrichtungen, Nachrichtendiensten, Organisationen oder vergleichbaren Zielen.

Wahrscheinlich seit über drei Jahren unentdeckt
Beim Uroburos-Rootkit handelt es sich um das fortschrittlichste Stück Schadsoftware, das die Security-Experten von G Data je in diesem Umfeld analysiert haben. Der älteste Treiber, welcher bei der Analyse gefunden wurde, ist 2011 kompiliert worden. Dies deutet darauf hin, dass die Kampagne seitdem unentdeckt geblieben ist.

Infektionsvektor bleibt unklar
Wie Uroburos ein High-Profile Netzwerk initial infiltriert, lässt sich nach aktuellem Stand nicht ermitteln. Die Angriffe können über vielfältige Wege geschehen, z.B. über Spear-Phishing, Drive-by-Infektione oder Social Engineering-Attacken.

Was bedeutet der Name?
Die Schadsoftware wurde von G Data entsprechend der Bezeichnung im Quellcode auf den Namen "Uroburos" getauft, angelehnt an ein altes griechisches Symbol einer Schlange oder eines Drachen welcher seinen eigenen Schwanz frisst. (G Data Software: ra)

G Data Software: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Aktuelle Meldungen

  • Ausgefallene Kniffe in den Angriffsmustern

    Die Sicherheitsforscher von Malwarebytes haben vor kurzem den DNS-Changer-Trojaner "Extenbro" entdeckt, der Adware schützt. Diese DNS-Changer blockieren den Zugriff auf sicherheitsrelevante Websites, sodass Opfer von Adware keine Sicherheitssoftware herunterladen und installieren können, um die Schädlinge loszuwerden.

  • Crypto-Trojaner attackiert Musiker

    Eset-Forscher haben eine neue Art an plattformübergreifender Malware zum Schürfen von Kryptowährungen entdeckt. Der Crypto-Trojaner "LoudMiner" setzt auf Virtualisierungssoftware - QEMU bei macOS und VirtualBox bei Windows - um an Kryptowährungen bei Windows- und macOS-Systemen zu gelangen. LoudMiner versteckt sich in Raubkopien von Audio-Programmen, die das von Steinberg entwickelte VST-Protokoll (Virtual Studio Technology) verwenden. Für diese Anwendungen werden Geräte mit guter Rechenleistung benötigt. Eine erfolgreiche Infektion des Systems bleibt ohne eine umfassende Sicherheitslösung dadurch zunächst unbemerkt. Ihre Ergebnisse haben die Eset Forscher auf WeLiveSecurity veröffentlicht.

  • Hinweise zur Entfernung von Scranos

    Die Spezialisten der Bitdefenders Labs haben Informationen über die Verbreitung der neuen Malware "Scranos" bereitgestellt, die seit wenigen Monaten im Umlauf ist. Scranos ist eine Rootkit-fähige Spyware, die digital mit einem möglicherweise gestohlenen Zertifikat signiert wurde. Diese Rootkit-Malware ist eng mit dem Betriebssystem verbunden, extrem diskret und schwer zu erkennen. Sie ist in der Lage, Passwörter und andere Nutzerdaten zu stehlen und diese direkt für bösartige Zwecke zu nutzen. Scranos wird über Trojaner verbreitet, die als gehackte Software getarnt sind, oder über Anwendungen, die sich als legitime Software ausgeben wie E-Book-Leseapplikationen, Videoplayer, Treiber oder sogar Antimalware-Produkte. Bei der Ausführung wird ein Rootkit-Treiber installiert, um die Malware zu tarnen und die Persistenz zu gewährleisten. Nach erfolgreicher Installation kontaktiert die Malware seinen Control- and Command-Server, um zu erfahren, welche weitere Komponenten heruntergeladen und installiert werden müssen.

  • Vermeintliche Navi-Apps betrügen Millionen Nutzer

    Vor einer groß angelegten Betrugsmasche warnt Malware-Forscher Lukas Stefanko von Eset. Er hat über 15 kostenpflichtige, gefälschte Navi-Apps im Google Play Store entdeckt. Statt des versprochenen Zusatznutzens bieten diese Fake-Apps lediglich die Funktionen von Google Maps und ziehen dem Anwender dafür das Geld aus der Tasche. Bisher wurden sie über 50 Millionen Mal installiert, denn viele Nutzer im Play Store fallen auf die überwiegend guten Bewertungen herein.

  • GandCrab-Verschlüsselungstrojaner im Einsatz

    Neues Jahr, neue Ransomware-Welle: Mit einer Version von GandCrab werden derzeit gezielt Personalverantwortliche angegriffen. Dabei sollen Nutzer mit einem Trick dazu gebracht werden, den infizierten Anhang zu aktivieren. Betrüger versuchen derzeit erneut, Personalabteilungen mit Ransomware zu infizieren. Dabei kommt eine Version des GandCrab-Verschlüsselungstrojaners zum Einsatz. Anders als im September 2018 wird eine Bewerbung im Word-Format verschickt und keine eigentlich unübliche exe-Datei. Die Betreffzeile der E-Mails lautet derzeit "Bewerbung auf die angebotene Stelle." Für die angeblichen Bewerbungen werden, wie meist üblich, Frauennamen verwendet.