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IBM entdeckt extrem gefährlichen Banking-Trojaner





Shifu-Trojaner attackiert derzeit Banken aus Japan, Österreich und Deutschland
"Monster-Malware": neues, bisher nicht gekanntes Gefährdungspotential

"Shifu" nennen die Japaner einen Dieb und ein solcher ist der gleichnamige Trojaner, den IBM-Sicherheitsexperten jetzt entdeckt haben. Momentan hat es die Malware, die Code mit kyrillischen Schriftzeichen enthält, auf 14 japanische Banken sowie auf Banking-Plattformen in Europa abgesehen – zwölf Prozent der Angriffsziele liegen in Deutschland und Österreich. Aktiv attackiert hat Shifu aktuell japanische Geldinstitute. Der Trojaner ist die erste von IBM entdeckte Malware, die befallene Systeme mittels einer Antivirus-Software nach anderen Schädlingen scannt und diese aus dem eigenen Revier verbannt. Von Passwörtern, über EC-Karten bis hin zu Bezahlterminals ist wenig vor Shifu sicher – auch Software der Banken nicht.

"Eine Malware, die andere Malware daran hindert, auf den gekaperten Systemen zu wildern, ist uns noch nicht begegnet", sagt Gerd Rademann, Business Unit Executive, IBM Security Systems für Deutschland, Österreich und die Schweiz. "Der jetzt von unseren Sicherheitsexperten entdeckte Shifu-Trojaner bringt seinen eigenen Viren-Scanner mit, um sich die Beute nicht mit anderen Angreifern teilen zu müssen."

Japan und Europa im Visier
Schon seit April 2015 versuchen Cyberkriminelle mit dem Shifu-Trojaner die Systeme von japanischen Banken sowie Banking-Plattformen in Europa zu durchdringen – zwölf Prozent der potenziellen Ziele liegen in Deutschland und Österreich. Aktiv attackiert wurden bisher japanische Geldinstitute. Das haben die Sicherheitsexperten der IBM X-Force herausgefunden und auf ihrem Security Blog gepostet.

Bei Kunden eingesetzte IBM Lösungen zum Schutz vor Malware hatten Angriffe entdeckt, die neben Quellcode von bekannten Banking-Trojanern wie Shiz, Gozi, Zeus oder Didrex auch völlig neue Eigenschaften aufwiesen. Dazu gehört die Fähigkeit von Shifu, die von ihm befallenen Systeme mittels einer Art Anti-Virus-Software vor weiterem Befall zu schützen.

Vom Passwort bis zum Bezahlterminal
Shifu stiehlt auf den befallenen Systemen nach Möglichkeit Zugangsdaten, darunter über einen Key-Logger auch Passwörter, sowie private Zertifikate und Authentifizierungstoken. Diese Daten nutzen die Cyberkriminellen, um sich als die rechtmäßigen Inhaber von Bankkonten auszugeben. Auch der Inhalt von Chipkarten, etwa EC-Karten, ist nicht vor ihnen sicher, sofern diese über einen Kartenleser an ein befallenes Gerät angeschlossen sind. Dazu zählen auch mit dem Netz verbundene Verkaufsterminals, die Shifu befällt, um die darüber laufenden Bezahlinformationen auszulesen.

Mehrere Fliegen mit einer Klappe
Während viele Trojaner Websites von Banken befallen, gibt es wenige, die es auf die zugrunde liegende Banking-Plattform abgesehen haben. Zur letzteren Gruppe zählt auch der Shifu-Trojaner, der gezielt nach den Authentifizierungstoken sucht, die für den externen Zugriff auf diese Plattformen benötigt werden. Mit diesem Vorgehen schlagen die Hacker mehrere Fliegen mit einer Klappe, denn Banking-Applikationen werden meist von mehreren Banken genutzt. Ist eine Plattform gehackt, sind damit die Systeme auch anderer Geldinstitute verwundbar.

Falsche Fährten im Code
Auf der Suche nach dem Ursprung des Shifu-Trojaners sind die IBM Sicherheitsexperten in dessen Skripten auf Kommentare in russischer Sprache gestoßen. Andere Zeichenketten wiederum sind zwar nicht in kyrillischem Schriftcode geschrieben, haben jedoch eine russische Bedeutung, darunter Begriffe wie "Buchhaltung" oder "Kasse". Ob diese Indizien auf einen Ursprung der Hacker aus Russland oder einem anderen russischsprachigen Land schließen lassen, ist nicht geklärt. Möglich ist auch, dass die Cyberkriminellen versuchen, ihre Spuren zu verwischen. (IBM: ra)

IBM: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Aktuelle Meldungen

  • Antivirenprogramme schützen

    Eset verzeichnet eine starke Verbreitung eines altbekannten Schädlings: Der Trojaner HTML/FakeAlert wurde erstmals im Dezember 2009 entdeckt. Dann war es lange Zeit ruhig um die Schadsoftware, bis 2015 die Fälle erneut anstiegen. Seitdem ist die Erkennungsquote weltweit enorm gestiegen. Derzeit zählt HTML/FakeAlert zu den fünf größten Bedrohungen rund um den Globus und weist in Deutschland die höchsten Erkennungsraten im Vergleich zu anderer Malware auf. Der Trojaner HTML/FakeAlert kann durch anderen Schadcode auf den Computer eines Opfers gelangen, wie etwa über Webseiten, E-Mail-Anhänge oder Downloads von Filesharing-Seiten.

  • Fake-Google-Doc-Einladung

    Laut Malwarebytes verbreitet sich aktuell eine neue Phishing-Kampagne rasant, die Google Doc-Einladungen, wie man sie zum Bearbeiten von Dokumenten über Google erhält, imitiert. Potentielle Opfer erhalten dabei eine E-Mail die angeblich von dem Anbieter Mailnator stammt (Mailnator hat jegliche Verbindungen dazu bereits verneint).

  • Maskiert als Flash Player-Update

    Eset haben eine neue gefährliche Android-App entdeckt, die in der Lage ist, zusätzliche Malware herunterzuladen und auszuführen. Der Trojaner wird von Eset als Android/TrojanDownloader.Agent.JI erkannt und über kompromittierte Webseiten als Flash Player-Update maskiert verbreitet. Nach der Installation startet die Malware einen gefälschten "Saving Battery"-Service im Android-System und erfordert vom Nutzer kritische Berechtigungen in den Bedienungsfunktionen von Android. Dem Angreifer wird so erlaubt, aktive Apps und Fensterinhalte abzurufen und "Explore by Touch" einzuschalten. Damit kann er die Aktionen des Nutzers imitieren und auf dem Display des Geräts anzeigen, was er möchte.

  • Neuer Linux-Trojaner entdeckt

    Die Virenanalysten von Doctor Web entdeckten im Januar einen neuen Linux-Trojaner, der bereits Tausende Geräte infiziert hat. Erst im Dezember berichtete Doctor Web über den rapiden Anstieg von Linux-Malware. Der neue Linux-Trojaner heißt Linux.Proxy.10 und startet den Proxyserver SOCKS5 auf dem infizierten Gerät. SOCKS5 basiert dabei auf einem offenen Quellcode des Satanic Socks Servers und gewährleistet so die Anonymität der Cyber-Kriminellen. Via Secure Shell verbreiten diese Linux.Proxy.10 und speichern dabei die Liste von Geräten sowie Benutzername und Passwort auf ihrem Server ab.

  • Neue Variante der Marcher-Malware

    Seit dem Launch der iOS-Version von "Super Mario Run" Mitte Dezember entwickelt sich die mobile Spiele-App zum nächsten Hit im iTunes-Store. Android-Nutzer müssen allerdings noch auf das Kultspiel warten. Hacker nutzen zwischenzeitlich die Popularität des Spiels verbunden mit der Tatsache, dass es noch keine offizielle Android-Version gibt, um Schadsoftware zu verbreiten. Das Threatlabz-Team des Internet-Security Anbieters Zscaler hat nun eine neue Version des Android Marcher Trojaners entdeckt, die sich als "Super Mario Run App" für Android-Nutzer ausgibt. Bei Marcher handelt es sich um Malware, die auf Banking und Finanz-Apps abzielt und Kreditkartendetails abzugreifen versucht. Anwender werden dazu verleitet, auf gefälschten Seiten ihre Bankinformationen einzugeben. Ist das Mobilgerät des Anwenders infiziert, lauert die Malware darauf, dass das Opfer die bereitgestellte App anklickt und präsentiert dann das Overlay der Finanzseite. Die Finanzdaten der Opfer werden an einen Command & Control (C&C)-Server weitergeleitet. Die Malware wird kontinuierlich weiterentwickelt und setzt dabei auf aktuelle Trends, um eine große Zielgruppe anzusprechen.