- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Aktuelle Meldungen

Angriff auf Heim-Router über das interne Netzwerk





Angriff auf Heim-Router: Testlauf für Attacken auf smarte Geräte im Internet der Dinge?
Aus der Sicht der Cyberkriminellen ist die Methode, Router zu infizieren, äußerst effizient, bekommen sie doch dadurch alle angeschlossenen Geräte unter ihre Kontrolle

Router von Heimanwendern werden zu einem bevorzugten Ziel für Cyberkriminelle. Trend Micro warnt vor einer neuen Schadsoftware, die gezielt die Zugangsgeräte für das Internet befällt. Dabei handelt es sich um einen Schädling, der die Anwender auf gefälschte Seiten umleitet und ihnen dort die persönlichen Zugangsdaten zum Beispiel auf Online-Banking-Konten entlockt. Doch bei der Attacke auf Heim-Router wird es nicht bleiben.

An sich ist die Betrugsmasche nicht neu. Schon früher gab es Schadsoftware, mit der die Cyberkriminellen die so genannten Domain-Name-Server (DNS)-Einträge – das sind die Adressen von Servern, die ihrerseits die Klarnamen von Websites in maschinenlesbare IP-Adressen auflösen, um die Anfragen der Anwender an die richtige Website zu vermitteln – ändern. Dadurch werden die Anwendereingaben in der Adressleiste des Browsers, zum Beispiel um ihre Online-Banking-Seiten im Internet zu öffnen, auf andere Zieladressen umgeleitet. Diese beherbergen gefälschte Seiten, die den echten täuschend ähnlich sehen. Gibt nun der Anwender seinen Benutzernamen und das zugehörige Passwort zu seinem Bankkonto ein, gehören die Daten den Cybergangstern. Beispiele für solche Angriffe sind das Bot-Netz Esthost, das über vier Millionen Systeme zu Zombierechnern gemacht hat, oder bereits mit bösartigen DNS-Einstellungen ausgelieferte Router.

Neu ist im aktuellen Fall die Angriffsmethode auf Heim-Router über das interne Netzwerk. Die Anwender müssen dazu nur auf eine speziell präparierte Webadresse klicken. Daraufhin wird über den Browser eine Schadsoftware heruntergeladen, die eine so genannte Brute-Force-Attacke gegen den Router des Heimnetzwerkes startet. Dazu probiert sie verschiedene, sehr weit verbreitete Kombinationen von Benutzernamen und Passwörtern aus, um die Administrationskonsole des Routers zu öffnen und dann die DNS-Einstellungen zu verändern – selbstverständlich, ohne dass die Nutzer irgendetwas davon merken. Der Schädling hinterlässt praktisch keine Spuren auf dem Gerät, über das er heruntergeladen wird, ruft dort auch keine Schäden hervor und nimmt nicht einmal irgendwelche Änderungen vor.

Da die meisten Heimanwender die in den Routern voreingestellten Benutzernamen und Passwörter, die dazu noch im Internet öffentlich einsehbar sind, nicht ändern, ist diese Angriffsmethode mit dem Holzhammer sehr erfolgreich. Und da alle angeschlossenen Geräte – also auch Smartphones und Tablets zum Beispiel – über den infizierten Router auf das Internet zugreifen, steigt das Risiko für die Anwender, persönliche Zugangsdaten zu verlieren, noch einmal gewaltig an.

"Aus der Sicht der Cyberkriminellen ist die Methode, Router zu infizieren, äußerst effizient, bekommen sie doch dadurch alle angeschlossenen Geräte unter ihre Kontrolle", erklärt Sicherheitsexperte Udo Schneider, Pressesprecher beim japanischen IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro. "Und je mehr Geräte an das Internet angeschlossen werden, umso höher wird das Risiko für die Anwender. Das ist zudem eine echte Gefahr für das Internet der Dinge. Wir werden deshalb schon bald Angriffe sehen, die nicht nur Router, sondern auch smarte Geräte ins Visier nehmen, und das nicht nur in einzelnen Ländern oder Regionen, sondern weltweit."

Was jetzt zu tun ist

Anwender sollten die Einstellungen in ihren Routern folgendermaßen ändern und
>> die Standardzugangsdaten insbesondere durch starke Passwörter ersetzen
>> die ab Werk voreingestellte Router-Adresse ändern
>> die Funktionalität zur Fernwartung deaktivieren.

Websites, die Zugangsdaten erfordern, sollten immer mit einem besonders scharfen Auge betrachtet werden, bevor Benutzernamen und Kennwörter eingegeben werden. Ist die geöffnete Seite wirklich echt? Sind auffällige oder zu viele Grammatikfehler in den Texten erkennbar? Sind die SSL-Zertifikate gültig? Bestehen hier begründete Zweifel, sollten die Nutzer unverzüglich die DNS-Einträge ihrer Router prüfen und diese Vorsichtsmaßnahme in regelmäßigen Abständen wiederholen. Nützlich sind auch Browsererweiterungen wie NoScript, denn bei den beobachteten Angriffen werden bösartige Skripte verwendet, die dann keine Chance hätten, weil sie nicht ausgeführt würden. (Trend Micro: ra)

Trend Micro: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Aktuelle Meldungen

  • Antivirenprogramme schützen

    Eset verzeichnet eine starke Verbreitung eines altbekannten Schädlings: Der Trojaner HTML/FakeAlert wurde erstmals im Dezember 2009 entdeckt. Dann war es lange Zeit ruhig um die Schadsoftware, bis 2015 die Fälle erneut anstiegen. Seitdem ist die Erkennungsquote weltweit enorm gestiegen. Derzeit zählt HTML/FakeAlert zu den fünf größten Bedrohungen rund um den Globus und weist in Deutschland die höchsten Erkennungsraten im Vergleich zu anderer Malware auf. Der Trojaner HTML/FakeAlert kann durch anderen Schadcode auf den Computer eines Opfers gelangen, wie etwa über Webseiten, E-Mail-Anhänge oder Downloads von Filesharing-Seiten.

  • Fake-Google-Doc-Einladung

    Laut Malwarebytes verbreitet sich aktuell eine neue Phishing-Kampagne rasant, die Google Doc-Einladungen, wie man sie zum Bearbeiten von Dokumenten über Google erhält, imitiert. Potentielle Opfer erhalten dabei eine E-Mail die angeblich von dem Anbieter Mailnator stammt (Mailnator hat jegliche Verbindungen dazu bereits verneint).

  • Maskiert als Flash Player-Update

    Eset haben eine neue gefährliche Android-App entdeckt, die in der Lage ist, zusätzliche Malware herunterzuladen und auszuführen. Der Trojaner wird von Eset als Android/TrojanDownloader.Agent.JI erkannt und über kompromittierte Webseiten als Flash Player-Update maskiert verbreitet. Nach der Installation startet die Malware einen gefälschten "Saving Battery"-Service im Android-System und erfordert vom Nutzer kritische Berechtigungen in den Bedienungsfunktionen von Android. Dem Angreifer wird so erlaubt, aktive Apps und Fensterinhalte abzurufen und "Explore by Touch" einzuschalten. Damit kann er die Aktionen des Nutzers imitieren und auf dem Display des Geräts anzeigen, was er möchte.

  • Neuer Linux-Trojaner entdeckt

    Die Virenanalysten von Doctor Web entdeckten im Januar einen neuen Linux-Trojaner, der bereits Tausende Geräte infiziert hat. Erst im Dezember berichtete Doctor Web über den rapiden Anstieg von Linux-Malware. Der neue Linux-Trojaner heißt Linux.Proxy.10 und startet den Proxyserver SOCKS5 auf dem infizierten Gerät. SOCKS5 basiert dabei auf einem offenen Quellcode des Satanic Socks Servers und gewährleistet so die Anonymität der Cyber-Kriminellen. Via Secure Shell verbreiten diese Linux.Proxy.10 und speichern dabei die Liste von Geräten sowie Benutzername und Passwort auf ihrem Server ab.

  • Neue Variante der Marcher-Malware

    Seit dem Launch der iOS-Version von "Super Mario Run" Mitte Dezember entwickelt sich die mobile Spiele-App zum nächsten Hit im iTunes-Store. Android-Nutzer müssen allerdings noch auf das Kultspiel warten. Hacker nutzen zwischenzeitlich die Popularität des Spiels verbunden mit der Tatsache, dass es noch keine offizielle Android-Version gibt, um Schadsoftware zu verbreiten. Das Threatlabz-Team des Internet-Security Anbieters Zscaler hat nun eine neue Version des Android Marcher Trojaners entdeckt, die sich als "Super Mario Run App" für Android-Nutzer ausgibt. Bei Marcher handelt es sich um Malware, die auf Banking und Finanz-Apps abzielt und Kreditkartendetails abzugreifen versucht. Anwender werden dazu verleitet, auf gefälschten Seiten ihre Bankinformationen einzugeben. Ist das Mobilgerät des Anwenders infiziert, lauert die Malware darauf, dass das Opfer die bereitgestellte App anklickt und präsentiert dann das Overlay der Finanzseite. Die Finanzdaten der Opfer werden an einen Command & Control (C&C)-Server weitergeleitet. Die Malware wird kontinuierlich weiterentwickelt und setzt dabei auf aktuelle Trends, um eine große Zielgruppe anzusprechen.