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Point-of-Sale-Malware "LockPOS"


"LockPOS" hat die Injection-Technik so verändert, dass sie die Malware nun direkt im Kernel, also dem Betriebssystemkern, platziert
Die Vergleiche der neu aufgetretenen Malware mit derjenigen von 2017 legen es mit hoher Wahrscheinlichkeit nahe, dass dieselbe Hackergruppierung von 2017 auch in diesem Fall wieder verantwortlich ist



Die "LockPOS" genannte Point-of-Sale-Malware wurde erstmals 2017 beobachtet. Es handelt sich um einen Infostealer, der Daten von Zahlungskarten wie Kreditkarten aus dem Speicher der betroffenen Point-of-Sale-Systeme abzieht. Sicherheitsanalyst Henok Asfaw, Senior Threat Researcher beim Spezialisten für KI-basierende Malware-Abwehr bei Cylance, hat sich die jüngste Variante von LockPOS in seinem aktuellen Blog genauer angesehen. LockPOS hat – wie dokumentiert – die Injection-Technik so verändert, dass sie die Malware nun direkt im Kernel, also dem Betriebssystemkern, platziert. Das macht es bedeutend schwieriger die Schadsoftware aufzudecken und dient in erster Linie dazu traditionell arbeitende Antivirenlösungen zu umgehen.

Die Methode der direkten Kernel-Injection sorgt dafür, den Echtzeitschutz von Antivirenlösungen zu umgehen, der üblicherweise über Hooks auf Windows API-Aufrufe funktioniert. Indem bei diesem Angriff eine saubere ntdll.dll direkt in den Speicher importiert wird, umgeht die Malware erfolgreich die von der Antivirenlösung platzierten Hooks. Die Analyse hat ergeben, dass es keine Anzeichen dafür gibt, dass die Direct-to-Kernel-Methode bei irgendeinem anderen Angriff verwendet wurde.

Diese Art der Verschleierungstechnik ist an sich nicht neu, denn sie kam schon bei einer ganz ähnlich gearteten Malware (Threat Spotlight: Flokibot POS Malware) zuvor zum Einsatz. LockPOS wartet aber gegenüber Flokibot noch mit einer weiteren Neuerung auf. Diese Variante kommuniziert mit einem C2-(Command-an-Control) Server, der hier erstmalig beobachtet worden ist.

Die Vergleiche der neu aufgetretenen Malware mit derjenigen von 2017 legen es mit hoher Wahrscheinlichkeit nahe, dass dieselbe Hackergruppierung von 2017 auch in diesem Fall wieder verantwortlich ist. Dafür spricht auch, dass sowohl der neue als auch der alte C&C über dieselben Registrierungsinformationen verfügen.

Wie unten ersichtlich zeigt der Domainstatus der vorherigen C&C-Domain ein "pendingDelete" bei der Whois-Abfrage. Die Domain ist also bereits markiert, so dass die Angreifer eine neue Domain finden mussten um ihren C2-Server zu hosten. Beide Domains sind bei ein und demselben Internet Service Provider registriert, nämlich der MAROSNET Telecommunication Company LLC, einem russischen Telekommunikationsanbieter.

Nach bisherigem Kenntnisstand ist die Malware von zwei Staaten aus verbreitet worden, zum einen aus den USA und zum anderen aus der Ukraine. (Cylance: ra)

eingetragen: 16.01.18
Newsletterlauf: 07.03.18


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