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Typische Angriffsziele der Phishing-Kampagnen


Alles über die Cyber-Spionagegruppe Sednit unter die Lupe
Forscher von Eset veröffentlichen eine gründliche, dreiteilige Analyse mit Fokus auf Ziele und Methoden der Gruppe



Forscher von Eset legen ihren neuesten Forschungsbericht über die berüchtigte Cyber-Spionagegruppe Sednit vor. Diese attackierte in den vergangenen Jahren über 1.000 hochkarätige Einzelpersonen aus der Osteuropäischen Politik mit Phishing-Versuchen und Zero-Day-Exploits, um an vertrauliche Dokumente zu gelangen.

Die berüchtigten Cyber-Kriminellen von Sednit – auch bekannt unter den Pseudonymen APT 28, Fancy Bear, Pawn Storm oder Sofacy – sind seit mindestens 2004 in kriminellen Aktivitäten involviert. Sie entwickelten ein eigenes Exploit-Kit und eine überraschend hohe Anzahl an Zero-Day-Exploits, um die Sicherheitsvorkehrungen von Unternehmen und Personen zu umgehen. Eset-Forscher haben die Aktivitäten der Sednit-Gruppe in den vergangenen zwei Jahren aktiv untersucht und ihre Ergebnisse in einem ausführlichen, dreiteiligen Forschungspapier zusammengefasst, das in den kommenden Wochen in drei Teilen veröffentlicht wird:

>> Teil 1 "En Route with Sednit: Approaching the Target" beschreibt ausführlich die typischen Angriffsziele der Phishing-Kampagnen, die Angriffsmethoden sowie die dabei eingesetzte Malware "SEDUPLOADER".

>> Teil 2 "En Route with Sednit: Observing the Comings and Goings" betrachtet die Aktivitäten von Sednit seit 2014. Er nimmt das Spionage-Toolkit der Gruppe genauer unter die Lupe, welches auf die langfristige Überwachung der kompromittierten Computer ausgelegt ist.

>> Teil 3 "En Route with Sednit: A Mysterious Downloader" erläutert die Software namens "DOWNDELPH", welche nach den Telemetrie-Daten von Eset sieben Mal ausgeführt wurde. Einige dieser Einsätze verfügten bereits über sogenannte "Advanced Persitent Methods": Windows Bootkit und ein Windows Rootkit.

"Esets fortwährendes Interesse an diesen böswilligen Aktivitäten entstand durch die Entdeckung einer beeindruckenden Zahl maßgeschneiderter Software, welche die Sednit-Gruppe über die letzten zwei Jahre entwickelt hat", sagt der Teamleiter der "Eset Security Intelligence", Alexis Dorais-Joncas, der sich mit dem Mysterium Sednit beschäftigt hat. "Das Arsenal von Sednit wird ständig weiterentwickelt: Die Gruppe setzt sowohl regelmäßig brandneue Software und Techniken als auch ihre permanent verbesserte Flaggschiff-Malware ein."

Über die letzten Jahre haben die anspruchsvollen Aktivitäten der Sednit-Gruppe das Interesse vieler Forscher in diesem Bereich geweckt. Eset möchte mit der Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse eine verständliche technische Erklärung liefern, welche auch Indikatoren für eine Gefährdung umfasst und sowohl Forschern als auch Verteidigern bei der Analyse von Sednit hilft.

eingetragen: 23.10.16
Home & Newsletterlauf: 10.11.16


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Meldungen: Hintergrund

  • Hybride aus Daten-Diebstahl und Ransomware

    SophosLabs und Sophos Managed Threat Response haben einen Bericht über eine neue Ransomware veröffentlicht, die eine bisher noch nicht bekannte Angriffsmethode verwendet: Die sogenannte Snatch-Ransomware geht mit variierenden Techniken vor und veranlasst unter anderem einen Neustart übernommener Computer im abgesicherten Modus, um verhaltensorientierte Schutzmaßnahmen, die speziell nach Ransomware-Aktivitäten wie das Verschlüsseln von Dateien Ausschau halten, zu umgehen. Sophos geht davon aus, dass Cyberkriminelle damit eine neue Angriffstechnik etabliert haben, um fortschrittliche Schutzmechanismen auszuhebeln. Neben der neuen Angriffstaktik belegt ein weiterer interessanter Fund, dass sich ein anderer Trend fortzusetzen scheint: Kriminelle filtern immer häufiger Daten heraus, bevor die eigentliche Ransomware-Attacke startet. Die entwendeten Daten könnten zu einem späteren Zeitpunkt für Erpressungen, auch in Zusammenhang mit der DSGVO, verwendet werden. Ähnliches Verhalten konnten die SophosLabs zum Beispiel bei Ransomware-Gruppen wie Bitpaymer feststellen.

  • Windows-Zero-Day-Exploit zur Rechteausweitung

    Kaspersky-Technologien haben eine Zero-Day-Schwachstelle im Windows-Betriebssystem gefunden. Der darauf basierende Exploit ermöglichte es Angreifern, höhere Privilegien auf dem attackierten Gerät zu erlangen und Schutzmechanismen im Google Chrome Browser zu umgehen - wie es in der WizardOpium-Kampagne geschah. Ein Patch wurde bereits veröffentlicht. Die neue Windows-Schwachstelle wurde von Kaspersky-Forschern aufgrund eines anderen Zero-Day-Exploits gefunden. Bereits im vergangenen November hatten die Exploit-Prevention-Technologien, die in den meisten Produkten des Unternehmens integriert sind, einen Zero-Day-Exploit in Google Chrome gefunden. Dieser Exploit ermöglichte es den Angreifern, beliebigen Code auf dem Computer des Opfers ausführen. Im Rahmen weiterer Untersuchungen dieser Kampagne, die die Experten WizardOpium tauften, wurde nun der Exploit im Windows-Betriebssystem gefunden.

  • Phishing ist ein langfristiges Problem

    Akamai Technologies hat den "State of the Internet"-Sicherheitsbericht 2019 "Phishing - Baiting the hook" veröffentlicht. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Cyberkriminelle unternehmensbasierte Entwicklungs- und Bereitstellungsstrategien wie Phishing-as-a-Service nutzen, um die größten Technologiekonzerne der Welt anzugreifen. Knapp 43 Prozent der beobachteten Domains zielten auf Microsoft, PayPal, DHL und Dropbox ab. Der Bericht legt offen, dass Phishing nicht mehr nur eine E-Mail-basierte Bedrohung ist, sondern auch Social Media und mobile Geräte umfasst. Es handelt sich um ein weitreichendes Problem, das alle Branchen betrifft. Da sich die Angriffsmethoden weiterentwickeln, entstehen neue Techniken, etwa für Attacken auf geschäftliche E?Mails (Business E?Mail Compromise, BEC). Laut dem FBI führten BEC-Angriffe zwischen Oktober 2013 und Mai 2018 zu weltweiten Verlusten von mehr als 12 Milliarden US-Dollar.

  • Ziel des Angriffs kann sogar geblacklisted werden

    Im Laufe des Jahres 2019 haben das Threat Research Center (TRC) und das Emergency Response Team (ERT) von Radware eine zunehmende Anzahl von TCP-Reflection-Angriffen überwacht und verteidigt. Bei solchen Angriffen werden nicht nur die eigentlichen Ziele in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch nichts ahnende Netzwerkbetreiber, deren Ressourcen benutzt werden, um die Attacke zu verstärken. Im Extremfall wird das Ziel des Angriffs als vermeintlicher Urheber der Attacke sogar von den einschlägigen Service-Anbietern auf deren Blacklists gesetzt. TCP-Reflection-Angriffe wie die SYN-ACK Reflection waren bis vor kurzem bei Angreifern weniger beliebt. Der Mangel an Popularität war hauptsächlich auf die falsche Annahme zurückzuführen, dass TCP-Reflection-Angriffe im Vergleich zu UDP-basierten Reflexionen nicht genügend Verstärkung erzeugen können. Im Allgemeinen haben TCP-Angriffe eine geringe Bandbreite und die Wahrscheinlichkeit ist geringer, dass eine Internetverbindung gesättigt wird. Stattdessen werden TCP-Angriffe genutzt, um durch hohe Paketraten (Packets Per Second - PPS) viele Ressourcen von Netzwerkgeräten zu binden und so Ausfälle zu provozieren.

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    Die Sicherheitsforscher von Malwarebytes geben ihre Sicherheitsprognosen für das Jahr 2020 bekannt. Dabei prognostizieren die Experten zunehmende Gefahren für Unternehmen durch Ransomware-Angriffe, erwarten vermehrt Exploit-Kit-Aktivitäten und VPN-Skandale. Im Folgenden werden sechs Sicherheitsprognosen vorgestellt und in die Entwicklungen der jüngsten Zeit eingeordnet. Ransomware-Angriffe auf Unternehmen und Regierungen werden dank neu gefundener Schwachstellen zunehmen. Bereits in den vergangenen beiden Jahren konnte im Business-Umfeld ein Anstieg von Schwachstellen festgestellt werden und gerade in diesem Jahr wurde immer mehr Malware entwickelt, die sich auf Unternehmen konzentriert anstatt auf Verbraucher.