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Android Remote Administration Tools (RATs)


Eset warnt vor HeroRat: Mobile Malware verwandelt Android-Smartphones in digitale Wanzen
Android Remote Administration Tool-Familie missbraucht beliebten Messenger Telegram

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Eset warnt vor der mobilen Malware "HeroRat". Sie nutzt das Protokoll des beliebten Messengers Telegram, um Kontrolle über Android-Smartphones zu erlangen und sie fernzusteuern. Der gefährliche Schädling ist Teil einer ganzen Familie von Android RATs (Remote Administration Tools), die Eset-Sicherheitsforscher bereits im August 2017 entdeckt hatten. Im März dieses Jahres wurde der Quellcode kostenlos in verschiedenen Telegram-Hacking-Kanälen verfügbar gemacht. Daraus entwickelten sich dann parallel Hunderte Varianten der Malware, die sich nun in freier Wildbahn im Umlauf befinden.

Trotz des frei verfügbaren Quellcodes unterscheidet sich die Variante HeroRat signifikant von den anderen und ist daher besonders bedrohlich. In Hackerkreisen hat die Malware bereits eine zweifelhafte Berühmtheit erlangt und wird in einem eigenen Hacking-Kanal zu Telegram angeboten. HeroRat ist je nach Funktionalität in drei Preismodellen erhältlich und verfügt über einen Video-Support-Kanal. Es ist unklar, ob diese Variante aus dem durchgesickerten Quellcode erstellt wurde, oder ob es sich hierbei sogar um das "Original" handelt, dessen Quellcode durchgesickert ist.

Wie funktioniert das RAT?
Angreifer animieren die Opfer das RAT herunterzuladen, indem sie es unter verschiedenen attraktiv klingenden Schein-Apps, über App Stores von Drittanbietern, Social Media und Messaging Apps verbreiten. "Wir haben die Malware als Apps gesehen, die kostenlose Bitcoins, kostenlose Internetverbindungen und zusätzliche Anhänger in sozialen Medien versprechen", erläutert Lukas Stefanko, Malware Forscher bei Eset. Auf Google Play sei die Malware noch nicht aktiv.

Der Schädling läuft auf allen Android-Versionen. Bevor er aktiv werden kann, müssen Nutzer jedoch von der App benötigten Berechtigungen akzeptieren. Nachdem die Malware auf dem Gerät des Opfers installiert und gestartet wurde, erscheint ein Popup. Es behauptet, dass die Anwendung auf dem Gerät nicht ausgeführt werden kann und daher deinstalliert wird. "In den von uns analysierten Varianten erscheint vermeintliche Deinstallationsmeldung je nach Spracheinstellung des Zielgerätes in Englisch oder Persisch", so Stefanko. Nachdem die Deinstallation scheinbar abgeschlossen ist, verschwindet das Symbol der Anwendung. Auf der Seite des Angreifers wird jedoch genau zu diesem Zeitpunkt das befallene Smartphone als neues Opfergerät registriert.

Nachdem der Angreifer Zugriff auf das Gerät des Opfers erhalten hat, nutzt er die Bot-Funktionalität von Telegram. So kann er das befallene Gerät selbst steuern und nahezu beliebig manipulieren. Denn die Malware verfügt über eine breite Palette von Spionage- und Datei-Filterfunktionen. Dazu zählen neben dem Abfangen von Textnachrichten und Kontakten das Senden von Textnachrichten und Anrufen, Audio- und Bildschirmaufzeichnungen, das Abrufen der Geräteposition und die Steuerung der Geräteeinstellungen. Das Opfer bemerkt davon nichts. Die Übertragung von Befehlen an die kompromittierten Geräte und die Übermittlung von sensiblen Daten an die Hacker werden vollständig über das Telegrammprotokoll abgedeckt. Diese Tarnung verhindert geschickt, dass die Malware aufgrund des Datenverkehrs zu bekannten Upload-Servern entdeckt wird.

So bleiben Android-Nutzer sicher
Mit dem kürzlich kostenlos zur Verfügung gestellten Quellcode der Malware konnten bereits neue Mutationen entwickelt und weltweit eingesetzt werden. Da die Verteilungsmethode und die Form der Tarnung dieser Malware von Fall zu Fall variiert, reicht es nicht aus, wenn mobile Anwender das Gerät auf das Vorhandensein bestimmter Anwendungen überprüfen, um festzustellen, ob Ihr Gerät kompromittiert wurde. Um eine Gefährdung auszuschließen, empfiehlt sich der Scan mit einer zuverlässigen mobilen Sicherheitslösung. Eset-Lösungen erkennen und blockieren diese Bedrohung als Android/Spy.Agent.AMS und Android/Agent.AQO.

Um nicht Opfer von Android-Malware zu werden, sollten Nutzer Apps ausschließlich aus vertrauenswürdigen Quellen wie dem offiziellen Google Play-Store herunterladen. Vor dem Download von Apps empfiehlt sich ein Blick in die Benutzerbewertungen. Nicht zuletzt sollten Anwender darauf achten, welche Berechtigungen sie den Apps vor und nach der Installation gewähren. (Eset: ra)

eingetragen: 22.06.18
Newsletterlauf: 27.06.18

Eset: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Hintergrund

  • Käufer können eigene Bot-Shops aufsetzen

    Netscout Arbor, Sicherheitsspezialist für DDoS-Abwehr-Lösungen, warnt vor dem Malware-Downloader Kardon Loader. Dieser ermöglicht den Download und die Installation anderer Malware wie etwa Banktrojaner, Ransomware oder Trojaner zum Daten- und Identitätsdiebstahl. Downloader sind ein wesentlicher Teil des Malware-Ökosystems. Sie werden oft von spezialisierten Hackern entwickelt und unabhängig vom jeweiligen Trojaner vertrieben. Kardon Loader wird seit Ende April vom Nutzer "Yattaze" ab 50 US-Dollar in Untergrund- und Hacker-Foren als kostenpflichtiges Open-Beta-Produkt beworben. Kardon Loader soll zudem Bot-Store-Funktionalitäten bieten. So können Käufer eigene Bot-Shops aufsetzen. Es ist davon auszugehen, dass die Malware ein Rebranding des ZeroCool-Botnets ist, das vom gleichen Akteur entwickelt wurde.

  • Vermeintlicher VPN-Dienst namens "s5mark"

    Bitdefender hat einen für Werbebetrug entwickelte Malware entdeckt, die seit 2012 aktiv ist. Die Malware, von Bitdefender "Zacinlo" getauft, ist eine Rootkit-basierte Adware, die auf einem konfigurierbaren und hoch modularem Design aufbaut, das seine Funktionalität über Skripte und Konfigurationsdateien jederzeit erweitern kann. Ein mit Zacinlo infizierter PC öffnet entweder unsichtbare Browserinstanzen, um Werbebanner darin zu laden und Klicks auf diese zu simulieren, oder es tauscht die im Browser geladenen Anzeigen mit den Anzeigen des Angreifers aus, so dass die Betrüger im Hintergrund Werbeeinnahmen sammeln.

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    Die Experten von Kaspersky Lab haben herausgefunden, dass die hinter dem Bedrohungsakteur 'Olympic Destroyer' stehende Hacker-Gruppe noch aktiv ist. Olympic Destroyer wurde im Zusammenhang einer Attacke auf die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang bekannt. Scheinbar visieren die Angreifer nun Organisationen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden, der Ukraine und Russland an, die mit dem Schutz vor chemischen und biologischen Bedrohungen zu tun haben.

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    Symantec hat 38 schädliche Apps im Google Play Store gefunden, die als Spiele- oder Wissens-Apps getarnt sind. Da ihr Icon nach der Installation nicht auf dem Startbildschirm (Home Screen) sichtbar ist, scheinen sie nicht vorhanden zu sein. Gleichzeitig werden ihre Nutzer dazu aufgefordert, eine andere App von Google Play zu installieren, die Werbung anzeigt. Die Apps wurden im Dezember 2017 im Play Store veröffentlicht, wurden aber alle entfernt, nachdem Symantec Google informiert hatte. Die Mehrheit der Benutzer dieser Apps kam aus den USA, Großbritannien, Südafrika, Indien, Japan, Ägypten, den Niederlanden und Schweden. Die Apps wurden insgesamt auf mindestens 10.000 Geräten installiert.