- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Hintergrund

Aktualisierte Remexi-Backdoor gefunden


Cyberspionage-Gruppe "Chafer" hat Botschaften im Visier
Kaspersky Lab warnt vor Angriffen mittels einfacher Malware in Kombination mit öffentlichen Tools

- Anzeigen -





Die Experten von Kaspersky Lab haben mehrere Kompromittierungsversuche gegen ausländische diplomatische Einrichtungen im Iran mittels einer selbst entwickelten Spyware identifiziert. Bei den Angriffen kamen wohl eine aktualisierte Version des Remexi-Backdoor-Programms sowie verschiedene legitime Tools zum Einsatz. Hinter der Remexi-Backdoor wird eine verdächtige Farsi sprechende Cyberspionagegruppe namens ,Chafer‘ vermutet, die zuvor mit digitalen Observationen von Einzelpersonen im Nahen Osten in Verbindung gebracht wurde. Der Fokus auf Botschaften könnte eine Neuorientierung der Gruppe sein.

Die Operation zeigt, wie Bedrohungsakteure in Entwicklungsregionen Cyberangriffskampagnen mittels relativ einfacher Malware in Kombination mit öffentlich verfügbaren Tools umsetzen. In diesem Fall verwendeten die Angreifer eine aktualisierte Version der Remexi-Backdoor, die eine Remote-Verwaltung des kompromittierten Opfer-Computers ermöglicht.

Die Malware Remexi wurde erstmals im Jahr 2015 entdeckt und von der Cyberspionagegruppe Chafer für eine digitale Überwachungsoperation eingesetzt, die es auf Einzelpersonen und Organisationen im Nahen Osten abgesehen hatte. Die in der aktuellen Kampagne verwendete Backdoor weist Ähnlichkeiten im Code mit bekannten Samples der Remexi-Malware auf. Dass zudem dieselben Ziele anvisiert werden, lässt die Kaspersky-Experten vermuten, dass die Cyberspionage-Gruppe Chafer hinter der Kampagne steckt.

Die nun entdeckte Remexi-Version kann Befehle aus der Ferne auszuführen und Screenshots, Browserdaten, einschließlich Nutzeranmeldedaten, Logins und Verlauf sowie eingegebenen Text erfassen. Die gestohlenen Daten werden mithilfe der legitimen BITS-Anwendung (Background Intelligent Transfer Service) von Microsoft, einer Windows-Komponente, die Windows-Hintergrund-Updates ermöglichen soll, herausgefiltert. Der Trend, Malware mit angemessenem oder legitimem Code zu kombinieren, hilft Angreifern dabei, Zeit und Ressourcen bei der Erstellung von Malware zu sparen und die Attribution komplizierter zu machen.

"Wenn wir über potentielle staatlich unterstützte Cyberspionage-Kampagnen sprechen, denken viele oft an fortgeschrittene Operationen mit komplexen Tools, die von Experten entwickelt wurden", so Denis Legezo, Sicherheitsforscher bei Kaspersky Lab. "Die Personen hinter dieser Spyware-Kampagne scheinen jedoch eher Systemadministratoren als ausgeklügelte Bedrohungsakteure zu sein: Sie wissen, wie man codiert, aber ihre Kampagne beruht mehr auf der kreativen Verwendung bereits vorhandener Tools als auf neuen, erweiterten Funktionen oder einer ausgefeilten Code-Architektur. Allerdings können selbst relativ einfache Tools erheblichen Schaden anrichten. Daher empfehlen wir Organisationen, ihre wertvollen Informationen und Systeme vor Bedrohungen jeglicher Art zu schützen und Threat Intelligence zu nutzen, um zu verstehen, wie sich die Landschaft entwickelt."

Empfehlungen zum Schutz vor zielgerichteter Spyware

• >> Einsatz geeigneter Sicherheitslösungen mit Technologien zum Schutz vor zielgerichteten Angriffen und von Threat Intelligence Services wie Kaspersky Threat Management and Defense zur Analyse von Netzwerkanomalien und für mehr Einblick der Sicherheitsteams in das Netzwerk sowie automatisierte Reaktionen;

• >> Cyber-Awareness-Schulungen wie Kaspersky Security Awareness schulen Mitarbeiter, verdächtige Nachrichten zu erkennen; E-Mails sind nach wie vor ein häufiges Einfallstor für zielgerichtete Attacken;

• >> aktuelle Threat-Intelligece-Daten helfen dabei, die aktuellen Taktiken und Tools der Cyberkriminellen zu kennen und die bisher genutzten Security Controls zu erweitern.
(Kaspersky Lab: ra)

eingetragen: 05.02.19
Newsletterlauf: 07.03.19

Kaspersky Lab: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

  • Emotet: Allzweckwaffe des Cybercrime

    Die Emotet-Schadsoftware wird derzeit über gefälschte Amazon-Versandbestätigungen verteilt. G Data erklärt, was hinter der Malware steckt und warum sie so gefährlich ist. Emotet ist eine der langlebigsten und professionellsten Cybercrime-Kampagnen der vergangenen Jahre. Erstmals im Jahr 2014 als Banking-Trojaner entdeckt hat die Malware sich über die Jahre zu einer umfassenden Lösung für das Cybercrime entwickelt. Die Schadsoftware nimmt dabei in der Regel nur die Funktion des Türöffners ein, der dann weiteren Schadcode auf dem Rechner installiert. Aktuell wird Emotet über sehr gut gefälschte Amazon-E-Mails verteilt, die Nutzer zum Herunterladen eines Word-Dokuments nötigen wollen. Nach einem Klick auf den angeblichen Tracking-Link öffnet sich das Word-Dokument, das Nutzer auffordert, aktive Inhalte zuzulassen und dann die Infektion des PCs veranlasst.

  • Überwachungs- & Verfolgungsoperationen

    Im Dezember 2018 identifizierte FireEye APT39 als eine iranische Cyber-Spionagegruppe, die mit dem weitreichenden Diebstahl persönlicher Daten in Verbindung steht. Seit November 2014 hat FireEye Aktivitäten im Zusammenhang mit dieser Gruppe verfolgt, um Organisationen vor APT39 zu schützen. Mit ihrem Fokus auf personenbezogenen Daten unterscheidet sich APT39 von anderen iranischen Gruppen, die FireEye beobachtet und die mit Einflussoperationen, Störungsangriffen und anderen Bedrohungen in Verbindung stehen. Mit dem Fokus auf personenbezogene Daten soll APT39 wahrscheinlich Überwachungs- und Verfolgungsoperationen im nationalen Interesse des Irans unterstützen, oder zusätzliche Zugangsmöglichkeiten und -Vektoren für spätere Kampagnen vorbereiten.

  • Zukunft von unentdeckter Malware

    Malwarebytes veröffentlichte die Studie "Unter dem Radar - die Zukunft von unentdeckter Malware" und beleuchtet darin einige der neuesten Bedrohungen in diesem Bereich für Unternehmen: Emotet, TrickBot, Sobretec, SamSam und PowerShell. Widerstandsfähigkeit und Erkennungsvermeidung als neuer Fokus: Die stetige Weiterentwicklung von Cyberkriminalität ist eine Konstante in unserer heutigen digitalen Welt. Fast täglich gibt es Nachrichten von neuen Angriffsmethoden, einer neuen Angriffsstrategie oder einer Taktik, mit der Cyberkriminelle Benutzer infizieren, ihre Lebensgrundlage gefährden und oder ganz allgemein Chaos anrichten. Um ihren Profit zu steigern, wollen Cyberkriminellen Endpunkte zielgerichtet und vollständig besetzen. Sie haben das Ziel, Endpunkte unbemerkt zu infizieren, sowohl in dem Moment der ersten Gefährdung, als auch bei allen weiteren Versuchen, den Endpunkt zu besetzen.

  • Wesentlich effizientere DDoS-Bots

    Das Botnetz Mirai beschränkt sich nicht mehr länger auf ungesicherte IoT-Geräte. Das sind Erkenntnisse von Asert, ein Team aus Sicherheitsspezialisten des Unternehmens Netscout Arbor, ein Anbieter von Business Assurance-, Cybersicherheits- und Business-Intelligence-Lösungen.Kriminelle Betreiber der großen Botnetze haben die Malware von Mirai so angepasst, dass sie nun auch ungepatchte Linux-Server über die Schwachstelle Hadoop Yarn gefährden. Hadoop ist ein Framework von Apache, das Big Data-Anwendungen verarbeitet und speichert, die in geclusterten Systemen ausgeführt werden. Yarn ist für die Zuweisung von Systemressourcen und Planungsaufgaben verantwortlich.

  • Hacker gehen auf Butterfahrt

    GuardiCore hat eine Hacking-Kampagne aufgedeckt, bei der ein Remote-Access-Trojaner (RAT) mit DDoS-Funktion samt Krypto-Miner installiert werden. Die "Butter" genannte Schadsoftware agiert im Hintergrund und wird zur Verwischung ihrer Spuren als Linux-Kernel-Rootkit getarnt. GuardiCore entwickelt IT-Sicherheitstechnologien und erstellt mit einem weltweiten Forscherteam sicherheitsbezogene IT-Analysen, Rechercheberichte und Gegenmaßnahmen für aktuelle Bedrohungen.