- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Hintergrund

Warnung vor vor RTM-Banking-Trojanern


RTM-Banking-Trojaner 130.000 User im Jahr 2018 betroffen, weitere 30.000 in den ersten Wochen 2019
Hauptziel sind mittelständische Betriebe, speziell die Finanzbuchhaltung



Experten von Kaspersky Lab warnen vor dem "RTM-Banking-Trojaner": Der Schädling hat es speziell auf die Finanzressourcen kleiner und mittelständischer Unternehmen abgesehen und im Jahr 2018 insgesamt über 130.000 Nutzer angegriffen – ein immenser Anstieg, wenn man bedenkt, dass im Jahr 2017 lediglich 2.376 Opfer attackiert wurden. Das Tempo der Attacken scheint sich 2019 fortzusetzen. Bereits mehr als 30.000 Nutzer wurden bisher im Jahresverlauf attackiert. Damit zählt RTM zu den derzeit aktivsten Bank-Trojanern in der IT-Bedrohungslandschaft. Auch wenn die meisten Angriffsziele bisher in Russland lagen, ist weltweit gerade für Mitarbeiter mit Zugang zu firmeninternen Bankkonten und Finanzressourcen höchste Cybervorsicht geboten.

Bank-Trojaner gehören zu den schädlichsten Cybergefahren, weil sie es auf den Zugang zu Finanzkonten und dem Vermögen ihrer Opfer abgesehen haben. Sie stehlen vor allem Login-Daten oder übernehmen Online-Banking-Sitzungen.

Der RTM-Trojaner ersetzt Account-Details, während ein kompromittiertes Opfer versucht, eine Zahlung zu tätigen oder Gelder zu überweisen. Auch ist der Schädling in der Lage, über Fernzugriffstools manuell Geld zu stehlen.

Die Malware zielt auf Nutzer mit Verantwortung für die Finanzbuchhaltung in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) ab, mit besonderem Fokus auf die IT und den Rechtsbereich. RTM-Attacken reihen sich in den generellen Trend ein, dass Cyberkriminelle derzeit das Interesse an Finanzorganisationen scheinbar etwas verloren haben und sich stattdessen auf den privaten Sektor konzentrieren, der tendenziell weniger in Sicherheitslösungen investiert. Bisher hat der Trojaner vor allem Unternehmen in Russland angegriffen.

Hauptziel des RTM-Trojaners sind KMU
Der RTM-Trojaner wird über E-Mail-Phishing verbreitet und verwendet Nachrichten, die als alltägliche Finanz- oder Buchhaltungskorrespondenz getarnt sind, allerdings einen infizierten Link oder Anhang enthalten. Sobald die Malware auf dem Computer des Opfers installiert ist, hat der Angreifer volle Kontrolle über das infizierte System.

Kaspersky Lab schätzt, dass die Angreifer innerhalb von zwei Jahren eine Vielzahl an illegalen Transaktionen durchgeführt haben, die jede bis zu 15.000 US-Dollar umfasst.

"Bisher haben wir einige Fälle erlebt, bei denen Cyberbedrohungen zuerst in Russland erfolgreich durchgeführt wurden und sich später international ausbreiteten", sagt Sergey Golovanov, Sicherheitsforscher bei Kaspersky Lab. "Der RTM-Banking-Trojaner könnte ein weiteres Beispiel dieses Entwicklungszyklus werden. Deshalb raten wir Unternehmen, die potentiell Opfer dieser Malware werden können, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen und sicherzustellen, dass ihre Sicherheitsprodukte diese Art von Bedrohung erkennen und abwehren."

Schutzmaßnahmen gegen Bank-Trojaner für KMU
Um Unternehmen vor Finanz-Malware wie dem RTM-Trojaner zu schützen, schlagen die Sicherheitsexperten von Kaspersky Lab folgende Maßnahmen vor:
• >> Mitarbeiter, vor allem Verantwortliche für die Buchhaltung, gezielt schulen, damit sie Phishing-Angriffe erkennen.
• >> Die neuesten Patches und Updates für verwendete Software installieren.
• >> Die Installation von Programmen aus unbekannten Quellen verbieten.
• >> Eine robuste Sicherheitslösung für Unternehmen mit Verhaltensanalyse einsetzen.
(Kaspersky Lab: ra)

eingetragen: 22.02.19
Newsletterlauf: 26.03.19

Kaspersky Lab: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

  • Hybride aus Daten-Diebstahl und Ransomware

    SophosLabs und Sophos Managed Threat Response haben einen Bericht über eine neue Ransomware veröffentlicht, die eine bisher noch nicht bekannte Angriffsmethode verwendet: Die sogenannte Snatch-Ransomware geht mit variierenden Techniken vor und veranlasst unter anderem einen Neustart übernommener Computer im abgesicherten Modus, um verhaltensorientierte Schutzmaßnahmen, die speziell nach Ransomware-Aktivitäten wie das Verschlüsseln von Dateien Ausschau halten, zu umgehen. Sophos geht davon aus, dass Cyberkriminelle damit eine neue Angriffstechnik etabliert haben, um fortschrittliche Schutzmechanismen auszuhebeln. Neben der neuen Angriffstaktik belegt ein weiterer interessanter Fund, dass sich ein anderer Trend fortzusetzen scheint: Kriminelle filtern immer häufiger Daten heraus, bevor die eigentliche Ransomware-Attacke startet. Die entwendeten Daten könnten zu einem späteren Zeitpunkt für Erpressungen, auch in Zusammenhang mit der DSGVO, verwendet werden. Ähnliches Verhalten konnten die SophosLabs zum Beispiel bei Ransomware-Gruppen wie Bitpaymer feststellen.

  • Windows-Zero-Day-Exploit zur Rechteausweitung

    Kaspersky-Technologien haben eine Zero-Day-Schwachstelle im Windows-Betriebssystem gefunden. Der darauf basierende Exploit ermöglichte es Angreifern, höhere Privilegien auf dem attackierten Gerät zu erlangen und Schutzmechanismen im Google Chrome Browser zu umgehen - wie es in der WizardOpium-Kampagne geschah. Ein Patch wurde bereits veröffentlicht. Die neue Windows-Schwachstelle wurde von Kaspersky-Forschern aufgrund eines anderen Zero-Day-Exploits gefunden. Bereits im vergangenen November hatten die Exploit-Prevention-Technologien, die in den meisten Produkten des Unternehmens integriert sind, einen Zero-Day-Exploit in Google Chrome gefunden. Dieser Exploit ermöglichte es den Angreifern, beliebigen Code auf dem Computer des Opfers ausführen. Im Rahmen weiterer Untersuchungen dieser Kampagne, die die Experten WizardOpium tauften, wurde nun der Exploit im Windows-Betriebssystem gefunden.

  • Phishing ist ein langfristiges Problem

    Akamai Technologies hat den "State of the Internet"-Sicherheitsbericht 2019 "Phishing - Baiting the hook" veröffentlicht. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Cyberkriminelle unternehmensbasierte Entwicklungs- und Bereitstellungsstrategien wie Phishing-as-a-Service nutzen, um die größten Technologiekonzerne der Welt anzugreifen. Knapp 43 Prozent der beobachteten Domains zielten auf Microsoft, PayPal, DHL und Dropbox ab. Der Bericht legt offen, dass Phishing nicht mehr nur eine E-Mail-basierte Bedrohung ist, sondern auch Social Media und mobile Geräte umfasst. Es handelt sich um ein weitreichendes Problem, das alle Branchen betrifft. Da sich die Angriffsmethoden weiterentwickeln, entstehen neue Techniken, etwa für Attacken auf geschäftliche E?Mails (Business E?Mail Compromise, BEC). Laut dem FBI führten BEC-Angriffe zwischen Oktober 2013 und Mai 2018 zu weltweiten Verlusten von mehr als 12 Milliarden US-Dollar.

  • Ziel des Angriffs kann sogar geblacklisted werden

    Im Laufe des Jahres 2019 haben das Threat Research Center (TRC) und das Emergency Response Team (ERT) von Radware eine zunehmende Anzahl von TCP-Reflection-Angriffen überwacht und verteidigt. Bei solchen Angriffen werden nicht nur die eigentlichen Ziele in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch nichts ahnende Netzwerkbetreiber, deren Ressourcen benutzt werden, um die Attacke zu verstärken. Im Extremfall wird das Ziel des Angriffs als vermeintlicher Urheber der Attacke sogar von den einschlägigen Service-Anbietern auf deren Blacklists gesetzt. TCP-Reflection-Angriffe wie die SYN-ACK Reflection waren bis vor kurzem bei Angreifern weniger beliebt. Der Mangel an Popularität war hauptsächlich auf die falsche Annahme zurückzuführen, dass TCP-Reflection-Angriffe im Vergleich zu UDP-basierten Reflexionen nicht genügend Verstärkung erzeugen können. Im Allgemeinen haben TCP-Angriffe eine geringe Bandbreite und die Wahrscheinlichkeit ist geringer, dass eine Internetverbindung gesättigt wird. Stattdessen werden TCP-Angriffe genutzt, um durch hohe Paketraten (Packets Per Second - PPS) viele Ressourcen von Netzwerkgeräten zu binden und so Ausfälle zu provozieren.

  • Sicherheitsprognosen für 2020

    Die Sicherheitsforscher von Malwarebytes geben ihre Sicherheitsprognosen für das Jahr 2020 bekannt. Dabei prognostizieren die Experten zunehmende Gefahren für Unternehmen durch Ransomware-Angriffe, erwarten vermehrt Exploit-Kit-Aktivitäten und VPN-Skandale. Im Folgenden werden sechs Sicherheitsprognosen vorgestellt und in die Entwicklungen der jüngsten Zeit eingeordnet. Ransomware-Angriffe auf Unternehmen und Regierungen werden dank neu gefundener Schwachstellen zunehmen. Bereits in den vergangenen beiden Jahren konnte im Business-Umfeld ein Anstieg von Schwachstellen festgestellt werden und gerade in diesem Jahr wurde immer mehr Malware entwickelt, die sich auf Unternehmen konzentriert anstatt auf Verbraucher.