- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Hintergrund

Ziel, sensible Daten stehlen


Kaspersky Lab identifiziert Infrastruktur von bekannter APT-Gruppe
"Crouching Yeti" zielt unter anderem auf industrielle Unternehmen ab

- Anzeigen -





Die Experten von Kaspersky Lab haben Teile der Infrastruktur der bekannten russischsprachigen APT-Gruppe "Crouching Yeti" – auch bekannt als Energetic Bear – aufgedeckt, darunter kompromittierte Server auf der ganzen Welt. Laut den Cybersicherheitsexperten waren seit dem Jahr 2016 zahlreiche Server in verschiedenen Ländern betroffen, auch um auf andere Ressourcen Zugriff zu erhalten. Weitere Server, einschließlich derjenigen, die russische Websites hosten, wurden für Wasserloch-Attacken genutzt.

Kaspersky Lab hat im Vorfeld der Hannover Messe Industrie, die vom 23. bis zum 27. April 2018 stattfindet, bereits für die zweite Jahreshälfte 2017 überwiegend viele Cyberattacken gegen Organisationen aus den Branchen Energie sowie Maschinenbau und ICS-Integration gemeldet.

Crouching Yeti ist eine russischsprachige APT (Advanced Presistent Threat)-Gruppe, die die Experten von Kaspersky Lab seit dem Jahr 2010 auf dem Radar haben. Bekannt ist sie vor allem dafür, weltweit auf Unternehmen im Industrieumfeld mit Schwerpunkt auf Energieanlagen abzuzielen – mit dem Ziel, sensible Daten zu stehlen. Die Gruppe setzt oftmals auf so genannte Wasserlochangriffe. Hierfür versehen die Angreifer Websites mit einem Link, der Nutzer auf einen schädlichen Server umleitet.

Vor kurzem haben die Experten von Kaspersky Lab eine Reihe von Servern entdeckt, die von der Gruppe kompromittiert wurden und zu verschiedenen Organisationen mit Sitz in Russland, den USA, der Türkei und europäischen Ländern gehören. Dabei sind diese Server nicht
ausschließlich auf Industrieunternehmen beschränkt. In den Jahren 2016 und 2017 wurden diese für verschiedene Zwecke missbraucht – neben Wasserlöchern wurden sie in einigen Fällen als Vermittler für Angriffe auf andere Ressourcen eingesetzt.

"Croucking Yeti ist eine berüchtigte russischsprachige Gruppe, die seit vielen Jahren aktiv ist und immer noch erfolgreich Industrieunternehmen durch Wasserlochangriffe und andere Techniken attackiert", so Vladimir Dashchenko, Head of Vulnerability Research Group bei Kaspersky Lab ICS CERT. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Gruppe Server nicht nur für die Einrichtung von Wasserlöchern, sondern auch für weitere Scans kompromittiert und aktiv Open-Source-Tools eingesetzt hat, die die Identifizierung im Nachhinein erschweren. Die Aktivitäten der Gruppe wie beispielsweise das anfängliche Sammeln von Daten, der Diebstahl von Authentifizierungsdaten und das Scannen von Ressourcen werden genutzt, um weitere Angriffe zu starten. Die Vielfalt der infizierten Server und gescannten Ressourcen deutet darauf hin, dass die Gruppe im Interesse von Dritten agieren könnte."

Bei der Analyse infizierter Server haben die Experten zahlreiche Websites und Server identifiziert, die von Organisationen in Russland, den USA, Europa, Asien und Lateinamerika verwendet wurden. Die Angreifer hatten diese mit verschiedenen Tools gescannt, um möglicherweise einen Server zu finden, den sie kompromittieren und ihre Werkzeuge hosten können, um anschließend einen Angriff zu konzipieren. Einige der gescannten Seiten könnten für die Angreifer als Kandidaten für Wasserlöcher von Interesse gewesen sein. Die Palette der Websites und Server, die die Aufmerksamkeit der Eindringlinge auf sich gezogen hat, ist umfangreich. Laut den Sicherheitsexperten haben die Angreifer zahlreiche Websites unterschiedlicher Art gescannt: darunter Online-Shops sowie Online-Dienstleister, öffentliche Organisationen, NGOs, Fertigungsunternehmen und viele andere.

Die Sicherheitsforscher stellten zudem fest, dass die Gruppe öffentlich zugängliche schädliche Tools zur Analyse von Servern und zum Auffinden und Sammeln von Informationen nutzte. Außerdem wurde eine modifizierte sshd-Datei mit einer vorinstallierten Backdoor entdeckt. Diese konnte mit einem ,Master-Passwort‘ autorisiert werden und wurde verwendet, um die ursprüngliche Datei zu ersetzen. (Kaspersky Lab: ra)

eingetragen: 30.04.18
Newsletterlauf: 30.05.18

Kaspersky Lab: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Hintergrund

  • Ziel, sensible Daten stehlen

    Die Experten von Kaspersky Lab haben Teile der Infrastruktur der bekannten russischsprachigen APT-Gruppe "Crouching Yeti" - auch bekannt als Energetic Bear - aufgedeckt, darunter kompromittierte Server auf der ganzen Welt. Laut den Cybersicherheitsexperten waren seit dem Jahr 2016 zahlreiche Server in verschiedenen Ländern betroffen, auch um auf andere Ressourcen Zugriff zu erhalten. Weitere Server, einschließlich derjenigen, die russische Websites hosten, wurden für Wasserloch-Attacken genutzt. Kaspersky Lab hat im Vorfeld der Hannover Messe Industrie, die vom 23. bis zum 27. April 2018 stattfindet, bereits für die zweite Jahreshälfte 2017 überwiegend viele Cyberattacken gegen Organisationen aus den Branchen Energie sowie Maschinenbau und ICS-Integration gemeldet.

  • Miner für Kryptowährungen

    Sicherheitsforscher haben erstmals einen Miner für Kryptowährungen entdeckt, der eine "Kill List"-Funktion enthält. Sie stoppt laufende Prozesse anderer Coinminer und versucht so die Rechenleistung zur Transaktionsverarbeitung eines infizierten Computers komplett für sich in Beschlag zu nehmen. Also quasi rivalisierende Miner auszuschalten. Xavier Mertens, Sicherheitsforscher beim ICS Sans, hält diesen Coinminer an sich aber für nichts Ungewöhnliches, sondern für eine der vielen neuen Malware-Varianten, die sich auf das Mining von Kryptowährungen spezialisiert haben und insbesondere seit Beginn dieses Jahres auftauchen. Seit Anfang 2018 hat sich die Cyberkrimininalität ganz offensichtlich von Ransomware verstärkt auf die Verteilung von Coinminern verlagert.

  • Die Schadsoftware ist in Skins enthalten

    Eine 30-Tage-Datenanalyse von Avast ergab, dass nahezu 50.000 Minecraft-Accounts mit Malware infiziert wurden. Die Schadsoftware kann Festplatten neu formatieren und Backups und Systemprogramme löschen. Das verseuchte Powershell-Script, das die Sicherheitsexperten des Avast Threat Labs entdeckt haben, wird mit Hilfe der Minecraft "Skins" in Form von PNG-Dateien verbreitet. Diese Skins sind beliebte Features, um das Aussehen eines Minecraft Avatars zu verändern. Sie können von diversen Online-Quellen auf die Minecraft-Website hochgeladen werden und stehen dann für die Spieler zum Download bereit.

  • Slingshot und sein ungewöhnlicher Angriffsweg

    Kaspersky Lab warnt vor einer hochentwickelten Form der Cyberspionage, die mindestens seit 2012 im Nahen Osten sowie in Afrika ihr Unwesen treibt. Dabei attackiert und infiziert die Malware ,Slingshot' ihre Opfer über kompromittierte Router. Slingshot ist in der Lage, im Kernel-Modus zu laufen und erhält somit vollständige Kontrolle über infizierte Geräte. Laut den Kaspersky-Experten nutzt der Bedrohungsakteur einige einzigartige Techniken. So werden Informationen heimlich und effektiv ausgespäht, indem der entsprechende Netzwerkverkehr in markierten Datenpaketen versteckt und ohne Spuren zu hinterlassen wieder aus dem regulären Datenstrom ausgelesen werden kann.

  • Malware "Olympic Destroyer" macht Schlagzeilen

    Die Experten von Kaspersky Lab veröffentlichen neue Untersuchungsergebnisse über die Malware ,Olympic Destroyer', die während der olympischen Winterspiele in Pyeongchang IT-Systeme und Infrastruktur angegriffen hat. Die Studie zeigt: Die Wurm-Malware wurde von den Hintermännern mit einer besonders raffinierten falschen Flagge (False Flag) ausgestattet, um ihre wahre Herkunft zu verbergen. Während der Winterspiele machten nicht nur die sportlichen Leistungen, sondern auch die Malware Olympic Destroyer Schlagzeilen. Der Wurm legte im Vorfeld der Eröffnungsfeier in Pyeongchang zeitweise die IT-Systeme lahm. So fielen Monitore und WLAN-Angebote aus, aber auch die Website der Olympischen Spiele, so dass Besucher beispielsweise keine Karten mehr drucken konnten. Laut Kaspersky Lab waren zudem Einrichtungen an den Skipisten in Südkorea betroffen: Zugänge und Skilifte in den Skigebieten funktionierten nicht mehr. Auch wenn die Malware letztlich keine gravierenden Folgen hatte, zeigte sie doch ihr zerstörerisches Potenzial.