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Trend zu gezielter Ransomware hält an


Ransomware "Matrix": SophosLabs-Experten geben sich als Opfer aus, um die ganze Angriffskette nachzuvollziehen
Unternehmen können Zugriffen dieser Art mit vier Maßnahmen einen Riegel vorschieben



Sophos hat in einem umfangreichen Forschungsprojekt die Ransomware-Familie "Matrix" unter die Lupe genommen. Die Malware ist seit 2016 im Umlauf und Sophos hat 96 Proben intensiv verfolgt. Wie frühere gezielte Ransomware, darunter BitPaymer, Dharma und SamSam, brechen die Matrix-Angreifer in Unternehmensnetzwerke ein und infizieren Computer über das Remote Desktop Protocol (RDP), ein integriertes Remote Access Tool für Windows-Computer. Der Unterschied zu anderen Ransomware-Varianten: Matrix zielt "nur" auf einen einzelnen Computer im Netzwerk ab, anstatt sich unternehmensweit zu verbreiten.

Im Rahmen der Untersuchung haben die SophosLabs den Code und die Techniken der Angreifer inklusive der Methoden und Lösegeldforderungen zurückverfolgt. Dabei kam schnell heraus, dass die kriminellen Macher von Matrix ihre Angriffsparameter im Laufe der Zeit mit neuen Dateien und Skripten weiterentwickelt haben, um unterschiedliche Vorgänge und Aktionen bei ihren Netzwerkattacken auszulösen.

Variabel zeigten sich auch die Lösegeldforderungen, die originär in den Angriffscode eingebettet sind. Seit der Existenz von Matrix wurde hierfür meist ein kryptographisch geschützter und anonymer Instant-Messaging-Dienst namens bitmsg.me genutzt. Dieser Dienst wurde aber inzwischen eingestellt, worauf die Autoren der Ransomware zur Kommunikation über herkömmliche E-Mail-Konten übergegangen sind. Die Akteure hinter Matrix stellen ihre Lösegeldforderung in Kryptowährung, äquivalent zu einem Betrag in US-Dollar. Dies ist ungewöhnlich, da Forderungen normalerweise direkt in Kryptowährung und nicht als Dollar-Gegenwert gestellt werden. Es ist unklar, ob diese Form der Lösegeldforderung der Irreführung dient, oder nur ein Versuch ist, stark schwankende Kryptowährungskurse zu nutzen.

Bei einem fingierten Angriffserfolg und der anschließenden Kommunikation, die die Experten der SophosLabs mit den Angreifern hatten, lagen die Lösegeldforderung inizial bei 2.500 US-Dollar. Dieser Betrag wurde von den Angreifern im Verlauf der Kommunikation auf 1.500 US-Dollar reduziert, als die SophosLabs-Spezialisten aufhörten, auf die Forderungen zu reagieren.

"Matrix ist ein Äquivalent zum Schweizer Taschenmesser. Neuere Varianten sind in der Lage, potenzielle Opfer zu scannen und zu finden sobald sie in das Netzwerk integriert sind", so Michael Veit, IT-Security-Experte bei Sophos. "Trotz der geringen Anzahl an Varianten ist Matrix extrem durchschlagskräftig. Der Code entwickelt sich weiter und es erscheinen immer neue Versionen auf Basis der Erkenntnisse, welche die Angreifer aus ihren Attacken gewinnen."

Bereits im Sophos 2019 Threat Report wurde darauf eingegangen, dass gezielte Ransomware das Verhalten von Hackern beeinflussen wird. Unternehmen müssen weiterhin wachsam sein und sicherstellen, dass sie kein einfaches Ziel sind.

Sophos empfiehlt vier grundlegende Sicherheitsmaßnahmen gegen Ransomware-Attacken:

>> Den Zugriff auf Remote-Control-Anwendungen wie Remote Desktop (RDP) und VNC beschränken.

>> Regelmäßige Schwachstellenüberprüfungen und Penetrationstests im gesamten Netzwerk durchführen. Wenn die letzten Pen-Testberichte nicht beachtet wurden, ist es jetzt an der Zeit. Wenn der Rat des Pen-Testers nicht befolgt wird, haben Cyberkriminelle leichtes Spiel.

>> Der Einsatz einer Multifaktor-Authentifizierung für sensible interne Systeme, auch für Mitarbeiter, die via LAN oder VPN ins Netzwerk eingebunden sind.

>> Erstellen von Backups, die anschließend offline und an einem anderen Ort sind. Zudem sollte ein Recovery-Plan existieren, der die Wiederherstellung von Daten und Systemen für das komplette Unternehmen umfasst.
(Sophos: ra)

eingetragen: 05.02.19
Newsletterlauf: 11.03.19

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Meldungen: Hintergrund

  • Hybride aus Daten-Diebstahl und Ransomware

    SophosLabs und Sophos Managed Threat Response haben einen Bericht über eine neue Ransomware veröffentlicht, die eine bisher noch nicht bekannte Angriffsmethode verwendet: Die sogenannte Snatch-Ransomware geht mit variierenden Techniken vor und veranlasst unter anderem einen Neustart übernommener Computer im abgesicherten Modus, um verhaltensorientierte Schutzmaßnahmen, die speziell nach Ransomware-Aktivitäten wie das Verschlüsseln von Dateien Ausschau halten, zu umgehen. Sophos geht davon aus, dass Cyberkriminelle damit eine neue Angriffstechnik etabliert haben, um fortschrittliche Schutzmechanismen auszuhebeln. Neben der neuen Angriffstaktik belegt ein weiterer interessanter Fund, dass sich ein anderer Trend fortzusetzen scheint: Kriminelle filtern immer häufiger Daten heraus, bevor die eigentliche Ransomware-Attacke startet. Die entwendeten Daten könnten zu einem späteren Zeitpunkt für Erpressungen, auch in Zusammenhang mit der DSGVO, verwendet werden. Ähnliches Verhalten konnten die SophosLabs zum Beispiel bei Ransomware-Gruppen wie Bitpaymer feststellen.

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    Kaspersky-Technologien haben eine Zero-Day-Schwachstelle im Windows-Betriebssystem gefunden. Der darauf basierende Exploit ermöglichte es Angreifern, höhere Privilegien auf dem attackierten Gerät zu erlangen und Schutzmechanismen im Google Chrome Browser zu umgehen - wie es in der WizardOpium-Kampagne geschah. Ein Patch wurde bereits veröffentlicht. Die neue Windows-Schwachstelle wurde von Kaspersky-Forschern aufgrund eines anderen Zero-Day-Exploits gefunden. Bereits im vergangenen November hatten die Exploit-Prevention-Technologien, die in den meisten Produkten des Unternehmens integriert sind, einen Zero-Day-Exploit in Google Chrome gefunden. Dieser Exploit ermöglichte es den Angreifern, beliebigen Code auf dem Computer des Opfers ausführen. Im Rahmen weiterer Untersuchungen dieser Kampagne, die die Experten WizardOpium tauften, wurde nun der Exploit im Windows-Betriebssystem gefunden.

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    Akamai Technologies hat den "State of the Internet"-Sicherheitsbericht 2019 "Phishing - Baiting the hook" veröffentlicht. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Cyberkriminelle unternehmensbasierte Entwicklungs- und Bereitstellungsstrategien wie Phishing-as-a-Service nutzen, um die größten Technologiekonzerne der Welt anzugreifen. Knapp 43 Prozent der beobachteten Domains zielten auf Microsoft, PayPal, DHL und Dropbox ab. Der Bericht legt offen, dass Phishing nicht mehr nur eine E-Mail-basierte Bedrohung ist, sondern auch Social Media und mobile Geräte umfasst. Es handelt sich um ein weitreichendes Problem, das alle Branchen betrifft. Da sich die Angriffsmethoden weiterentwickeln, entstehen neue Techniken, etwa für Attacken auf geschäftliche E?Mails (Business E?Mail Compromise, BEC). Laut dem FBI führten BEC-Angriffe zwischen Oktober 2013 und Mai 2018 zu weltweiten Verlusten von mehr als 12 Milliarden US-Dollar.

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    Im Laufe des Jahres 2019 haben das Threat Research Center (TRC) und das Emergency Response Team (ERT) von Radware eine zunehmende Anzahl von TCP-Reflection-Angriffen überwacht und verteidigt. Bei solchen Angriffen werden nicht nur die eigentlichen Ziele in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch nichts ahnende Netzwerkbetreiber, deren Ressourcen benutzt werden, um die Attacke zu verstärken. Im Extremfall wird das Ziel des Angriffs als vermeintlicher Urheber der Attacke sogar von den einschlägigen Service-Anbietern auf deren Blacklists gesetzt. TCP-Reflection-Angriffe wie die SYN-ACK Reflection waren bis vor kurzem bei Angreifern weniger beliebt. Der Mangel an Popularität war hauptsächlich auf die falsche Annahme zurückzuführen, dass TCP-Reflection-Angriffe im Vergleich zu UDP-basierten Reflexionen nicht genügend Verstärkung erzeugen können. Im Allgemeinen haben TCP-Angriffe eine geringe Bandbreite und die Wahrscheinlichkeit ist geringer, dass eine Internetverbindung gesättigt wird. Stattdessen werden TCP-Angriffe genutzt, um durch hohe Paketraten (Packets Per Second - PPS) viele Ressourcen von Netzwerkgeräten zu binden und so Ausfälle zu provozieren.

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