- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Hintergrund

E-Mail-Konten der Hauptgewinn für Betrüger


Phishing-Attacke für Instagram-Account nutzt 2FA-Köder
Besonders wertvoll: Passwörter für Instagram, Facebook und

- Anzeigen -





Exzellent vorbereitet, absolut glaubwürdig und vermutlich sehr effizient – SophosLabs ist ein besonders intriganter Fall von Phishing ins Netz gegangen. Eine Analyse der Attacke auf Instagram-Nutzer und eine Erinnerung an bewährte Sicherheitstipps. Als Cyberkriminelle das erste Mal Phishing in großem Stil einsetzten, gingen sie direkt dorthin, wo sie Geld vermuteten: zum Bankkonto. In Folge erhalten Nutzer bis heute Warnmeldungen von Banken, mit denen sie noch nie zu tun hatten.

Ominöse Experten empfehlen mit schlechter Grammatik und kurioser Rechtschreibung auf noch merkwürdigere Webseiten zu gehen. Achtsamkeit ist also ein guter Rat, bis heute. Denn die meisten Betrüger machen Fehler, die sie entlarven. Schlimm genug, überhaupt Opfer eines Phishing-Angriffs zu werden. Aber es ist noch viel ärgerlicher, wenn man sich aus Unachtsamkeit bei der "Deutschenn Bank" oder der "Volcksbank" einloggt.

Heutzutage sind nach wie vor Phishing-E-Mails im Umlauf, die versuchen, Bank-Zugangsdaten zu erbeuten. Hinzukommen aber zahlreiche Phishing-Mails, die nach weiteren Account-Passwörtern trachten. E-Mail-Konten etwa sind der Hauptgewinn für Betrüger. Sie dienen häufig als Referenzadresse zur Wiederherstellung vergessener Passwörter. Gelangt ein Cyberkrimineller an einen E-Mail-Account, kann er damit diverse andere Konten (Paypal, Facebook, Instagram etc.) ins Visier nehmen und sich über die Funktion "Passwort zurücksetzen" oder "Passwort vergessen" dauerhaften Zugang zu vielen anderen Accounts zu verschaffen. Besonders gemein: das Opfer merkt davon meist gar nichts. Bis etwas passiert, natürlich.

Aber auch Passwörter für soziale Medien sind für Betrüger ein beliebtes Ziel. Denn die Inhalte dieser Konten offenbaren den Kriminellen weit mehr Informationen als sie mit regulärer Recherche je erfahren könnten. Dabei sind die Folgen mehrfach gemein: sie sind sehr persönlicher Natur und sie treffen zudem Dritte. So vermag der Betrüger beispielsweise auch den Account von Freunden oder Familienmitgliedern zu manipulieren.

Tatsächlich überwiegen bereits heute Phishing-Mails, die nach Passwörtern für E-Mail- und Social-Media-Accounts trachten, gegenüber denen, die hinter Bankzugängen her sind.

Michael Veit, Security Experte bei Sophos, erklärt: "Web-Zertifikate sichern eine Verbindung zu einer Website und verhindern, dass Antworten angeschaut oder manipuliert werden können. Sie sorgen dafür, dass die Person, die das Zertifikat erworben hat, sich wirklich an der Website anmeldet und diese auch ändern kann. Die Zertifikate bürgen jedoch nicht für den tatsächlichen Inhalt der Webseiten oder dort verfügbare Dateien. Mit anderen Worten: einer Website ohne Vorhängeschloss ist definitiv nicht zu trauen, ebenso wenig wie einer mit Tipp- und Grammatikfehlern. Doch auch bei Webseiten mit "Vorhängeschloss" und scheinbar fehlerfreier Umsetzung gilt grundsätzlich immer, Vorsicht walten zu lassen."

Prävention ist wichtig
Wie macht sich eine Phishing-Seite, die glaubhaft wirkt und ein HTTPS-Vorhängeschloss mitbringt, verdächtig? Michael Veit sagt: "Obwohl die Betrüger in diesem Beispiel einen ungewöhnlich glaubwürdigen Fake kreiert haben, gibt es verräterische Anzeichen von Phishing-Attacken, an denen man sich orientieren kann."

Drei Tipps für das Erkennen von Phishing-Aktivitäten:

>> Sign-in Links in E-Mails.
Die einfache Lösung: ab in den Papierkorb. Warum sollte man sich via E-Mail in einen seiner Social-Media-Accounts einloggen? Das geht doch direkt. Wahlweise via App oder Lesezeichen im Browser anmelden.

>> Überraschender Domainname. Wo hat der Browser mich hingeführt? Ist die Adresszeile zu kurz für die komplette URL? Ein einfacher Trick: die Adresszeile kopieren und in ein anderes Dokument einfügen. Sieht verdächtig aus? Dann ist sie es wohl auch. Besser ignorieren oder eine zweite Meinung dazu einholen.

>> Anfrage ohne Grund. Besteht Grund zur Annahme, ein Fremder hätte sich in den eigenen Account eingeloggt, sollten Nutzer zur Prüfung der Login-Aktivitäten die offiziellen Möglichkeiten des Dienstanbieters wählen. Es gibt keinen Grund, Web-Links zu trauen, die von irgendwo kommen könnten. Ärgerlicherweise gibt es kein einheitliches Verfahren bei den verschiedenen Social-Media-Apps. Aber mit etwas gesundem Menschenverstand und Übung können betrügerische Prozesse schnell erkannt werden.
(Sophos: ra)

eingetragen: 24.09.19
Newsletterlauf: 13.11.19

Sophos: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

  • Briefe in der Finanzwelt

    Derzeit verbreitet eine Gruppe, die sich als Fancy Bear ausgibt, Ransom Denial of Service (RDoS) Briefe in der Finanzwelt und verfolgt ihre Drohungen. Dies berichtet das Emergency Response Team des Sicherheitsexperten Radware in einer aktuellen Warnung. Die DDoS-Angriffe betrafen bereits südafrikanische ISPs und führten dazu, dass die Teilnehmer in Kapstadt und Johannesburg mit zeitweiligen Verbindungsproblemen konfrontiert wurden. Das Radware Emergency Response Team erhielt Mitteilungen von Kunden über RDoS-Briefe dieser Gruppe, die 2 Bitcoins (derzeit ca. 20.000 USD) fordert. Wenn die Anforderungen nicht erfüllt wurden, reagierte die Gruppe mit tatsächlichen Multi-Vektor-Flood-Attacken, die verschiedene Verstärkungs- und Reflexionsprotokolle wie SSDP, NTP, DNS, CLDAP und die kürzlich bekannt gewordenen ARMS- und WSD-Angriffe nutzen.

  • Bemerkenswerte neue Taktik

    Emotet, einer der größten Gefahren für Unternehmen, meldete sich mit einer beeindruckenden Malspam-Kampagne zurück. Um seine Spam-Kampagne zu starten, nahm die Schadsoftware Emotet die Speer-Phising Taktik wieder auf, die bereits im Frühjahr 2019 eingesetzt wurde, indem es alte E-Mail-Threads mit personalisierten Betreffzeilen überschrieb und als alte Rechnungen ausgewiesen wurde. Die Angreifer wendeten jedoch eine bemerkenswerte neue Taktik an: Als Lockmittel wurde Edward Snowdens neues Buch Permanent Record verwendet. Malwarebytes Sicherheitsforscher entdeckten Spam-E-Mails in Englisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch und Französisch, die behaupteten, eine Kopie von Snowdens Buch in Word-Form zu enthalten.

  • Angriff bedient sich eines "Supply-Chain-Angriffs"

    Forscher von Bitdefender haben ein komplexes Malware-Ökosystem entdeckt, das darauf abzielt, die Kryptowährung Monero (XMR) auf leistungsstarken Computern von Gamern abzubauen. Die Methode wurde Beapy/PCASTLE getauft und besteht aus Python- und PowerShell-Komponenten, um einen Kryptominer mit einem Wurm zu kombinieren. So kann sich die fortschrittliche Malware seitlich bewegen und ihre Opfer durch nicht gepatchte Schwachstellen infizieren, die dem gefährlichen EternalBlue Exploit nicht unähnlich sind. Beapy/PCASTLE ist für Cyberkriminelle potenziell eine sehr profitable Malware.

  • Dtrack-Malware als Spionage-Tool

    Die Sicherheitsexperten von Kaspersky haben ein bislang unbekanntes Spionagetool entdeckt, das in indischen Finanzinstituten und Forschungszentren gefunden wurde. Die Spyware ,Dtrack' stammt wohl von der Lazarus-Gruppe und wird zum Hoch- und Herunterladen von Dateien, zum Aufzeichnen von Tastenanschlägen und zum Ausführen weiterer Aktionen verwendet, die für ein böswilliges Remote Admin Tool (RAT) typisch sind. Im Jahr 2018 entdeckten Kaspersky-Forscher die Malware ATMDtrack, die Geldautomaten in Indien infiltrierte und Karteninformationen von Kunden stahl. Nach weiteren Untersuchungen mit der Kaspersky Attribution Engine und anderen Tools fanden die Forscher mehr als 180 neue Malware-Samples, deren Codesequenz Ähnlichkeiten mit ATMDtrack aufwies.

  • E-Mail-Konten der Hauptgewinn für Betrüger

    Exzellent vorbereitet, absolut glaubwürdig und vermutlich sehr effizient - SophosLabs ist ein besonders intriganter Fall von Phishing ins Netz gegangen. Eine Analyse der Attacke auf Instagram-Nutzer und eine Erinnerung an bewährte Sicherheitstipps. Als Cyberkriminelle das erste Mal Phishing in großem Stil einsetzten, gingen sie direkt dorthin, wo sie Geld vermuteten: zum Bankkonto. In Folge erhalten Nutzer bis heute Warnmeldungen von Banken, mit denen sie noch nie zu tun hatten. Ominöse Experten empfehlen mit schlechter Grammatik und kurioser Rechtschreibung auf noch merkwürdigere Webseiten zu gehen. Achtsamkeit ist also ein guter Rat, bis heute. Denn die meisten Betrüger machen Fehler, die sie entlarven. Schlimm genug, überhaupt Opfer eines Phishing-Angriffs zu werden. Aber es ist noch viel ärgerlicher, wenn man sich aus Unachtsamkeit bei der "Deutschenn Bank" oder der "Volcksbank" einloggt.