- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Hintergrund

Facelift für das Exploit-Kit RIG


Im letzten Jahr erfreute sich das Angler Exploit-Kit unter Cyberkriminellen großer Beliebtheit
Es gibt aber zahlreiche andere Exploit-Kits, die in die Fußstapfen von Angler treten: Dazu gehört auch das RIG Exploit-Kit, das besonders in den letzten Wochen sehr oft eingesetzt wurde



Wer mit einem Exploit-Kit richtig Geld verdienen will, muss dieses ständig verändern. Dass dachten sich wahrscheinlich auch die Entwickler des RIG Exploit-Kits. Forscher des Trustwave SpiderLabs haben herausgefunden, dass das Exploit-Kit RIG jetzt anscheinend mit einem neuen Service, der die Enttarnung noch schwieriger macht, angeboten wird. Die Chancen, dass das RIG Exploit-Kit ähnlich populär wie Angler wird, stehen gut.

Ein Exploit-Kit ist eine Art Hacking-Box für Kleinkriminelle, über die sich Schadprogramme über Webangriffe bequem verteilen lassen. Im Regelfall lassen sich diese Exploit-Kits ohne technisches Wissen bedienen. Exploit-Kits werden im Darknet verkauft oder vermietet und können ihren Entwicklern Gewinne im Millionenbereich bescheren.

Im letzten Jahr erfreute sich das Angler Exploit-Kit unter Cyberkriminellen großer Beliebtheit. Nachdem einige Hintermänner von Angler verhaftet wurden, scheint dieses Exploit-Kit nicht mehr weiterentwickelt zu werden. Es gibt aber zahlreiche andere Exploit-Kits, die in die Fußstapfen von Angler treten. Dazu gehört auch das RIG Exploit-Kit, das besonders in den letzten Wochen sehr oft eingesetzt wurde.

Das RIG Exploit-Kit wird normalerweise mit zwei Modulen/Optionen angeboten: Zuerst attackiert es nicht gestopfte Lücken des Flash-Player-Plugins und liefert einen passenden Exploit aus, danach werden Sicherheitslücken im IE ausgenutzt.

In den letzten Wochen haben die Experten des Trustwave SpiderLabs herausgefunden, dass das RIG Exploit nun über einen Redirect auf bisher nicht verwendete Landing-Page führt. Von diesem Redirect merken die betroffenen Nutzer nichts, es sei denn, sie setzen eine Sicherheits-Software ein, die die Umleitung blockiert und die Auslieferung von Malware über die neue Zielseite verhindert.

Eine der offensichtlichsten Änderungen der neuen Landing-Page ist die Verwendung nicht druckbarer Zeichen. Anhand der Struktur der neuen Webseite lässt sich aber erkennen, dass hier wieder die RIG-Macher am Werk sein müssen. Wobei jetzt zuerst die IE-Lücke und danach die Flash-Lücke ausgenutzt wird.

Die Experten des Trustwave SpiderLabs schließen daraus, dass zwei Varianten des RIG Exploit Kits im Umlauf sind, da wahrscheinlich die "alte" Zielseite des Exploit-Kits von immer mehr Anbietern von Sicherheits-Software entdeckt wurde und ein Redirect darauf erfolgreich verhindern werden konnte.

Die neue Variante des Exploit-Kits führt nun auf eine neue Zielseite und bietet damit eine neue Ebene der Verschleierung an. Diese "zusätzliche" Service sorgt dafür, dass die Erkennungsrate von RIG noch einmal erheblich sinkt. (Trustwave: ra)

eingetragen: 23.10.16
Home & Newsletterlauf: 14.11.16


Trustwave: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

  • Hybride aus Daten-Diebstahl und Ransomware

    SophosLabs und Sophos Managed Threat Response haben einen Bericht über eine neue Ransomware veröffentlicht, die eine bisher noch nicht bekannte Angriffsmethode verwendet: Die sogenannte Snatch-Ransomware geht mit variierenden Techniken vor und veranlasst unter anderem einen Neustart übernommener Computer im abgesicherten Modus, um verhaltensorientierte Schutzmaßnahmen, die speziell nach Ransomware-Aktivitäten wie das Verschlüsseln von Dateien Ausschau halten, zu umgehen. Sophos geht davon aus, dass Cyberkriminelle damit eine neue Angriffstechnik etabliert haben, um fortschrittliche Schutzmechanismen auszuhebeln. Neben der neuen Angriffstaktik belegt ein weiterer interessanter Fund, dass sich ein anderer Trend fortzusetzen scheint: Kriminelle filtern immer häufiger Daten heraus, bevor die eigentliche Ransomware-Attacke startet. Die entwendeten Daten könnten zu einem späteren Zeitpunkt für Erpressungen, auch in Zusammenhang mit der DSGVO, verwendet werden. Ähnliches Verhalten konnten die SophosLabs zum Beispiel bei Ransomware-Gruppen wie Bitpaymer feststellen.

  • Windows-Zero-Day-Exploit zur Rechteausweitung

    Kaspersky-Technologien haben eine Zero-Day-Schwachstelle im Windows-Betriebssystem gefunden. Der darauf basierende Exploit ermöglichte es Angreifern, höhere Privilegien auf dem attackierten Gerät zu erlangen und Schutzmechanismen im Google Chrome Browser zu umgehen - wie es in der WizardOpium-Kampagne geschah. Ein Patch wurde bereits veröffentlicht. Die neue Windows-Schwachstelle wurde von Kaspersky-Forschern aufgrund eines anderen Zero-Day-Exploits gefunden. Bereits im vergangenen November hatten die Exploit-Prevention-Technologien, die in den meisten Produkten des Unternehmens integriert sind, einen Zero-Day-Exploit in Google Chrome gefunden. Dieser Exploit ermöglichte es den Angreifern, beliebigen Code auf dem Computer des Opfers ausführen. Im Rahmen weiterer Untersuchungen dieser Kampagne, die die Experten WizardOpium tauften, wurde nun der Exploit im Windows-Betriebssystem gefunden.

  • Phishing ist ein langfristiges Problem

    Akamai Technologies hat den "State of the Internet"-Sicherheitsbericht 2019 "Phishing - Baiting the hook" veröffentlicht. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Cyberkriminelle unternehmensbasierte Entwicklungs- und Bereitstellungsstrategien wie Phishing-as-a-Service nutzen, um die größten Technologiekonzerne der Welt anzugreifen. Knapp 43 Prozent der beobachteten Domains zielten auf Microsoft, PayPal, DHL und Dropbox ab. Der Bericht legt offen, dass Phishing nicht mehr nur eine E-Mail-basierte Bedrohung ist, sondern auch Social Media und mobile Geräte umfasst. Es handelt sich um ein weitreichendes Problem, das alle Branchen betrifft. Da sich die Angriffsmethoden weiterentwickeln, entstehen neue Techniken, etwa für Attacken auf geschäftliche E?Mails (Business E?Mail Compromise, BEC). Laut dem FBI führten BEC-Angriffe zwischen Oktober 2013 und Mai 2018 zu weltweiten Verlusten von mehr als 12 Milliarden US-Dollar.

  • Ziel des Angriffs kann sogar geblacklisted werden

    Im Laufe des Jahres 2019 haben das Threat Research Center (TRC) und das Emergency Response Team (ERT) von Radware eine zunehmende Anzahl von TCP-Reflection-Angriffen überwacht und verteidigt. Bei solchen Angriffen werden nicht nur die eigentlichen Ziele in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch nichts ahnende Netzwerkbetreiber, deren Ressourcen benutzt werden, um die Attacke zu verstärken. Im Extremfall wird das Ziel des Angriffs als vermeintlicher Urheber der Attacke sogar von den einschlägigen Service-Anbietern auf deren Blacklists gesetzt. TCP-Reflection-Angriffe wie die SYN-ACK Reflection waren bis vor kurzem bei Angreifern weniger beliebt. Der Mangel an Popularität war hauptsächlich auf die falsche Annahme zurückzuführen, dass TCP-Reflection-Angriffe im Vergleich zu UDP-basierten Reflexionen nicht genügend Verstärkung erzeugen können. Im Allgemeinen haben TCP-Angriffe eine geringe Bandbreite und die Wahrscheinlichkeit ist geringer, dass eine Internetverbindung gesättigt wird. Stattdessen werden TCP-Angriffe genutzt, um durch hohe Paketraten (Packets Per Second - PPS) viele Ressourcen von Netzwerkgeräten zu binden und so Ausfälle zu provozieren.

  • Sicherheitsprognosen für 2020

    Die Sicherheitsforscher von Malwarebytes geben ihre Sicherheitsprognosen für das Jahr 2020 bekannt. Dabei prognostizieren die Experten zunehmende Gefahren für Unternehmen durch Ransomware-Angriffe, erwarten vermehrt Exploit-Kit-Aktivitäten und VPN-Skandale. Im Folgenden werden sechs Sicherheitsprognosen vorgestellt und in die Entwicklungen der jüngsten Zeit eingeordnet. Ransomware-Angriffe auf Unternehmen und Regierungen werden dank neu gefundener Schwachstellen zunehmen. Bereits in den vergangenen beiden Jahren konnte im Business-Umfeld ein Anstieg von Schwachstellen festgestellt werden und gerade in diesem Jahr wurde immer mehr Malware entwickelt, die sich auf Unternehmen konzentriert anstatt auf Verbraucher.