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Ein Hardware-Designfehler


YAM: Bitdefender identifiziert neue Meltdown-artige Schwachstelle
Ambitionierte Hacker können die neue Schwachstelle, die Bitdefender gefunden hat, nutzen, um privilegierte Daten aus einem Bereich des Speichers auszulesen, den Hardware-Sicherheitsmechanismen bislang als unerreichbar betrachtet haben

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Ein Bitdefender-Forscherteam hat eine Schwachstelle bei einigen modernen Intel-CPUs aufgedeckt. Diese wird in einem Sicherheitshinweis dokumentiert, der am 14. Mai 2019, 19 Uhr deutscher Zeit, veröffentlicht worden ist. Die neue Schwachstelle namens YAM ("Yet Another Meltdown") überwindet die architektonischen Sicherheitsvorkehrungen des Prozessors und ermöglicht es unprivilegierten Anwendungen im normalen Benutzermodus, auf dem betroffenen Computer verarbeitete Kernel-Modus-Speicherinformationen zu stehlen.

Auswirkungen
Ambitionierte Hacker können die neue Schwachstelle, die Bitdefender gefunden hat, nutzen, um privilegierte Daten aus einem Bereich des Speichers auszulesen, den Hardware-Sicherheitsmechanismen bislang als unerreichbar betrachtet haben. Dieser Fehler kann in gezielten Angriffen als eine Waffe eingesetzt werden. Um eine ähnliche Wirkung zu erreichen, würden Hacker normalerweise systemweite Privilegien benötigen oder müssten das Betriebssystem vollständig untergraben.

YAM hat extrem große Auswirkung auf Cloud Service Provider und mandantenfähige Umgebungen: Ein potenziell bösartiges Nachbar-System ("bad neighbor") kann diesen Fehler nutzen, um Daten anderer Benutzer zu lesen.

Der vertraulich mit dem Hersteller geteilte Proof-of-Concept-Code funktionierte im Test auf den Intel-Mikroarchitekturen Ivy Bridge, Haswell, Skylake und Kaby Lake.

Behebung der Schäden
Da es sich bei YAM um einen Hardware-Designfehler handelt, werden Microcode-Patches das Problem teilweise beheben. Derzeit arbeiten Bitdefender und Industriepartner an einem Fix, der auf Hypervisor-Ebene über Sicherheitstechnologien wie Bitdefender HVI (Hypervisor Introspection) implementiert wird.

Hintergrundinformationen
Seitenkanalangriffe, die auf spekulativer Ausführung basieren, haben bereits Anfang 2018 Schlagzeilen gemacht, als Meltdown und Spectre identifiziert wurden. Seitdem wurden Varianten von Seitenkanalangriffen gelegentlich entdeckt und durch Microcode- und Betriebssystem-Patches teilweise entschärft. Da es sich jedoch um einen Fehler handelt, der auf ein Hardware-Designproblem zurückzuführen ist, ist eine allgemeine Behebung dieser Schwachstelle unmöglich. (Bitdefender: ra)

eingetragen: 29.05.19
Newsletterlauf: 18.06.19

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Meldungen: Sicherheitslecks

  • BlueKeep-Sicherheitslücke Wochen bekannt

    Vor ein paar Wochen wurde die BlueKeep-Sicherheitslücke bekannt. Trotz des enormen Gefahrenpotenzials und obwohl Microsoft zeitnah einen Patch bereitgestellt hat, sind viele Systeme weiterhin ungepatcht und bleiben damit anfällig für Cyberangriffe. Das ist riskant, denn die Sicherheitslücke BlueKeep im Remote Desktop Protocol (RDP) weist ein ähnlich hohes Gefahrenpotenzial wie EternalBlue auf. EternalBlue war die Sicherheitslücke, die die verheerende Ransomware-Attacke WannaCry im Jahr 2017 ausnutzte. Die Bedrohung durch BlueKeep wird immer mehr zu einem realen Risiko, denn mittlerweile existieren erste Exploits, die die Sicherheitslücke ausnutzen können. Das Department of Homeland Security (DHS) hat einen funktionierenden Exploit entwickelt und auch Personen aus dem Privatsektor berichten, dass sie über einen Remote Code Exploit verfügen. Neben Microsoft raten daher auch Organisationen wie der BSI und die NSA dringend zu Gegenmaßnahmen.

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