- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Sicherheitslecks

Sicherheitslücke bei App-Werbung von Baidu





Update-Mechanismus mit Sicherheitsleck: Das "Baidu Mobile Advertising SDK" ist kostenlos verfügbar und kann mit nur geringem Fachwissen in jede Anwendung integriert werden
Baidu ist ein in China sehr erfolgreiches Web-Service-Unternehmen, das Entwicklern von mobilen Apps ein SDK zur Erzeugung von Werbeanwendungen zur Verfügung stellt

(19.08.15) - Das Forschungsteam von Bitdefender hat herausgefunden, dass der Update-Mechanismus des Baidu Mobile Advertising SDK (Software Development Kit) eine Sicherheitslücke aufweist. Sie erlaubt die Ausführung von Remote Code über einfache Man-in-the-Middle-Attacken. Diese Angriffe sind durch die Nutzung eines unsicheren Kommunikationskanals (HTTP-Protokoll) im Update-Prozess einer Komponente (_pasys_remote_banner.jar) möglich.

Baidu ist ein in China sehr erfolgreiches Web-Service-Unternehmen, das Entwicklern von mobilen Apps ein SDK zur Erzeugung von Werbeanwendungen zur Verfügung stellt. Damit können sie von Baidu genehmigte Anzeigen in ihre Apps einbinden. Das "Baidu Mobile Advertising SDK" ist kostenlos verfügbar und kann mit nur geringem Fachwissen in jede Anwendung integriert werden. Auch in Deutschland können Nutzer von der Schwachstelle betroffen sein, insbesondere wenn sie international verfügbare Android-Apps verwenden.

Das Baidu Mobile Advertising SDK besitzt zwei wichtige Komponenten. Eine befindet sich direkt in "classes.dex". Sie sorgt dafür, dass die Library nach dem Build in den "classes.dex" Code gelangt. Die zweite ist die betroffene .jar-Datei, die sich in einem eigenen Ordner der APK befindet, die beim Start der Anwendung dynamisch durch das erste Modul geladen wird. Obwohl die Forscher in den realen Tests mit Hilfe des von ihnen entwickelten Proof of Concepts (PoC) nicht die angreifbare Version der ersten Komponente ermitteln konnten, identifizierten sie mehrere implementierte Versionen in der Datei MANIFEST.MF der zweiten Komponente mit der Sicherheitslücke. Dazu zählen unter anderem die Versionen 3.83, 3.71 und 3.68. Aktuell wird die Version 3.93 oder 3.92 heruntergeladen.

Da die gesamte Kommunikation über HTTP abgewickelt wird, könnte ein Angreifer diese einfach abfangen und ein speziell erstelltes Softwarepaket einschleusen, um persönliche und private Daten zu sammeln, die sich auf dem genutzten Gerät befinden.

Der von Bitdefender erzeugte PoC nutzt einen Man-in-the-Middle-Proxy, der als veränderte Version der originalen JAR-Datei dient. Die geänderte Version wird automatisch beim nächsten Start der betroffenen Applikation geladen. Die modifizierte Version der Datei _pasys_remote_banner.jar integriert Code, der private Daten wie Google-Konto, Telefonnummer, Kontakte oder Ort auszulesen versucht. Dies erfolgt gemäß der Zugriffserlaubnisse der Anwendung, die das Advertising SDK enthält. Anschließend werden die Daten zu einem Web Service übertragen. Im nächsten Schritt lädt die Schadsoftware Fotos vom Standard-Speicherort der Kamera-Anwendung hoch. Schließlich zeigt der PoC von Bitdefender eine Botschaft in einem kleinen Popup-Menü an, das einige gesammelte Daten enthält.

Dieser PoC beweist, dass ein Angreifer die Schwachstelle ausnutzen kann, um auf einfache Weise hochsensible und persönliche Nutzerdaten auszulesen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass BYOD (Bring Your Own Device) in Unternehmen sehr häufig ist, wobei ein Gerät für berufliche und private Daten genutzt wird. Dies bedeutet, dass ein Angreifer möglicherweise auf viel mehr als nur ein paar persönliche Fotos zugreifen kann, zum Beispiel auf sensible Unternehmensinformationen. Dadurch können große Schäden entstehen.

Bitdefender empfiehlt Nutzern dringend, eine mobile Sicherheitslösung zu verwenden, die schädliche Anwendungen identifizieren kann, sowie Apps zur Datenschutzprüfung zu installieren. Diese bieten zusätzliche Informationen darüber, wie sich installierte Anwendungen verhalten sowie welche Daten sie abrufen und wohin schicken. (Bitdefender: ra)

Bitdefender: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Sicherheitslecks

  • Nutzer sollten ihre Whatsapp-Version überprüfen

    Eine Sicherheitslücke in Whatsapp kann derzeit nur die App zum Absturz bringen. Kriminelle könnten den kursierenden Exploit aber für bösartige Zwecke weiterentwickeln. Wir geben einen Überblick über die Situation. "Nutzer sollten ihre Whatsapp-Version überprüfen und wenn möglich die Updates über den Play Store einspielen." Das sagt Alexander Burris, Lead Mobile Researcher bei der G DATA Software AG aus Bochum. Aktuell kursiert eine Sicherheitslücke für den beliebten Mobile-Messenger Whatsapp. Der aktuelle Exploit bringt die Applikation kontrolliert zum Absturz. Kriminelle könnten die Schwachstelle für ihre Zwecke weiterentwickeln und als Einfallstor nutzen.

  • Offene und ungeschützte MQTT-Server

    Avast hat entdeckt, dass über 49.000 Message Queuing Telemetry Transport (MQTT) Server aufgrund eines falsch konfigurierten MQTT-Protokolls online öffentlich sichtbar sind. Darunter befinden sich 32.000 Server ohne Passwortschutz - davon 1.719 in Deutschland - wodurch die Gefahr eines Datenmissbrauchs steigt. MQTT-Protokolle werden genutzt, um Smart-Home-Geräte über Smart Hubs miteinander zu verbinden und zu steuern. Beim Implementieren des MQTT-Protokolls richten Nutzer einen Server ein. Dieser Server befindet sich bei Endverbrauchern üblicherweise auf einem PC oder einem Mini-Computer wie dem Raspberry Pi, mit dem sich Geräte verbinden und damit kommunizieren können.

  • Testlauf einer Spionagekampagne

    Die am 27. August 2018 auf GitHub und Twitter veröffentlichte Zero Day-Schwachstelle für Microsoft Windows-Bestriebssysteme wurde nach wenigen Tagen in einer ersten Malware-Kampagne ausgenutzt. Eset hat die Malware-Kampagne einer Gruppe namens PowerPool zugeordnet. Bis jetzt gingen den Cyberkriminellen nur eine kleine Anzahl von Opfern in die Falle, wie sich aus den untersuchten Telemetrie-Daten und den Uploads ergibt. Daher glauben wir an einen Testlauf einer Spionagekampagne. Unter den betroffenen Ländern befinden sich Chile, Deutschland, Indien, die Philippinen, Polen, Russland, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten und die Ukraine. Betroffen sind die Windows Betriebssysteme 7 bis 10 - im Speziellen die ALPC-Funktion (Advanced Local Procedure Call).

  • 1.8 Milliarden WhatsApp-Nutzer betroffen

    Das Research-Team von Check Point Software Technologies veröffentlicht Details zu FakesApps, einem Schwachpunkt in WhatsApp. Dabei gelang es Check Point, WhatsApp-Nachrichten von Usern zu manipulieren. Im Rahmen der Untersuchung wurden drei Angriffsmöglichkeiten gezeigt: >> Die Veränderung einer gesendeten Antwort, sodass dem Absender falsche Worte in den Mund gelegt werden. >> Abgabe einer gefälschten Antwort in einem Gruppenchat. Die zitierte Person muss dabei nicht einmal in der Gruppe Mitglied sein. >> Versendung einer persönlichen Nachricht in einem Gruppenchat, die für den Empfänger wie eine Gruppennachricht an alle Mitglieder aussieht - jedoch nur für ihn sichtbar ist. Wenn diese Person auf die gefälschte Nachricht antwortet, ist seine Antwort aber für alle Gruppenmitglieder sichtbar.

  • Lücke in den Zugangssystemen

    Forscher der finnischen Sicherheitsfirma F-Secure haben eine massive Lücke in den Zugangssystemen weltweit operierender Hotelketten entdeckt, das von Angreifern kompromittiert werden kann, um sich Zugang zu allen Räumen zu verschaffen. Die Schwachstelle wurde in der Software des Schließsystems Vision by VingCard gefunden, eine Lösung, die weltweit Millionen Zimmern in hochrangigen Hotels sichert. Hersteller Assa Abloy hat inzwischen Software-Updates mit Sicherheits-Bugfixes veröffentlicht, um das Problem zu beheben. Die Sicherheitsexperten nutzten bei ihrem Angriff gewöhnliche elektronische Schlüsselkarten des Hotels. Diese waren teilweise längst abgelaufen, ausgemustert oder dienten lediglich dem Zugang zu Garagen oder Abstellräumen. Anhand der Informationen auf dem Schlüssel konnten die Experten jedoch einen Hauptschlüssel mit Zugangsberechtigungen generieren, um so jeden Raum im Gebäude öffnen zu können. Der Angriff blieb völlig unbemerkt und lies auch keine Spuren zurück.