- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Virenwarnung » Sicherheitslecks

Android-Passwort-Manager-Apps analysiert


Viele Android-Passwort-Manager unsicher
In einigen der analysierten Apps fanden die Security-Experten gleich mehrere Implementierungsfehler, die zu ernsthaften Sicherheitslücken führten



Das Fraunhofer-Institut für Informationstechnologie SIT hat gravierende Sicherheitslücken in Passwort-Apps für Android entdeckt. Bei vielen der beliebtesten Passwort-Manager konnten Cyberkriminelle leicht Zugriff auf die geschützten Informationen erhalten, beispielsweise, wenn sich der Angreifer im selben Netzwerk befindet. Die Hersteller wurden informiert und haben die Fehler mittlerweile behoben. Nutzer sollten jedoch sicherstellen, dass sie die aktuelle App-Version verwenden. Die Details ihrer Analysen stellen die Experten des Fraunhofer SIT im April auf der "Hack In The Box"-Konferenz in Amsterdam vor.

Für jede Anwendung und jedes Benutzerkonto wird ein eigenes Passwort benötigt. Dadurch können Nutzer leicht den Überblick verlieren und Passwörter vergessen. Abhilfe schaffen Passwort-Manager: Dabei muss sich der Nutzer nur noch ein einziges Masterpasswort merken, alle anderen Zugänge und Passwörter werden sicher verschlüsselt in der Applikation gespeichert. Doch was wenn die Sicherheitsmechanismen Fehler haben? Ein Forscherteam des Fraunhofer SIT hat eine Reihe beliebter Android-Passwort-Manager-Apps analysiert. Ergebnis: Viele dieser Passwort-Apps waren unsicher.

Unterschiedliche Implementierungsfehler
In einigen der analysierten Apps, darunter LastPass, Dashlane, Keeper und 1Password, fanden die Security-Experten gleich mehrere Implementierungsfehler, die zu ernsthaften Sicherheitslücken führten. "Einige Anwendungen speichern beispielsweise das eingegebene Master-Passwort im Klartext auf dem Smartphone", erklärt Dr. Siegfried Rasthofer, Android-Experte am Fraunhofer SIT. Infolgedessen kann die Verschlüsselung leicht umgangen werden und alle Daten stehen dem Angreifer zur Verfügung – ohne dass der Nutzer dies merkt.

Darüber hinaus ignorieren viele Anwendungen das Problem der Zwischenablage, wodurch ein sogenanntes "Sniffing" möglich wird. Das bedeutet, die Zwischenablage wird nicht bereinigt, nachdem die Anmeldeinformationen dorthin kopiert wurden. Zugriffe zum Auslesen der Zwischenablage könnten praktisch von jeder anderen App ausgeführt werden; und wer kann sich sicher sein, dass eine bestimmte andere App nicht gerade dies ausnutzt und sich somit die Zugangsinformation für den Passwort-Manager verschafft. In anderen Fällen hätte es für Angreifer ausgereicht, sich im selben Netzwerk zu befinden, aber auch ein Geräteverlust hätte erhebliche Risiken für die Nutzer mit sich bringen können.

"Sicherheitsanalysen von Apps gehören bei uns zum Tagesgeschäft. Mit CodeInspect und Appicaptor haben wir eigene Werkzeuge entwickelt, mit denen wir Apps sehr effizient und detailliert auf ihre Sicherheit überprüfen können, selbst wenn uns die Apps nicht im Quellcode vorliegen. Dies gilt sowohl für Android als auch für iOS", erklärt Dr. Rasthofer. Mit seinen Werkzeugen konnte das Fraunhofer SIT bereits viele Schwachstellen in Apps aufdecken. Dazu gehören solche, die eher aus Unachtsamkeit bei der Programmierung entstanden sind, aber auch solche, die wahrscheinlich absichtlich in Apps eingebaut wurden.

Sicherheitslücken zwischenzeitlich geschlossen
Wenn Nutzer keine automatischen Updates aktiviert haben, sollten die Applikationen umgehend aktualisiert werden. Welche Apps betroffen sind und weitere Details zu den jeweiligen Schwachstellen können unter http://sit4.me/pw-manager eingesehen werden.
(Fraunhofer SIT: ra)

Fraunhofer SIT: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Sicherheitslecks

  • Firmware der Geräte aktualisieren

    Die Forscher des Kaspersky ICS CERT haben mehrere Schwachstellen in einem verbreiteten Framework von CODESYS entdeckt, das für die Entwicklung industrieller Geräte wie speicherprogrammierbarer Steuerungen (SPS) und Mensch-Maschine-Schnittstelle (MMS) verwendet wird; sie werden in fast jeder automatisierten Industrieanlage von der kritischen Infrastruktur bis hin zu Produktionsprozessen eingesetzt. Die entdeckten Sicherheitslücken hätten es einem potenziellen Angreifer ermöglicht, Angriffe sowohl lokal als auch remote durchzuführen. Die Schwachstellen wurden vom Hersteller behoben. SPS sind Geräte, die Prozesse automatisieren, die bisher manuell oder mit Hilfe komplexer elektromechanischer Geräte durchgeführt wurden. Damit diese korrekt funktionieren, müssen sie entsprechend programmiert werden. Die Programmierung erfolgt über ein spezielles Software-Framework, mit dessen Hilfe Ingenieure Anweisungen für Prozessautomatisierungsprogramme codieren und hochladen können. Damit wird auch eine Laufzeitumgebung (Runtime Execution Environment) für den SPS-Programmcode zu Verfügung gestellt. Die Software wird in verschiedenen Umgebungen eingesetzt, darunter in der Produktion, für die Energieerzeugung oder in Smart-City-Infrastrukturen.

  • Schwachstelle in Intel-Prozessoren

    Bitdefender hat eine neue Sicherheitslücke identifiziert, die sämtliche moderne Intel-Prozessoren betrifft. Diese Prozessoren nutzen die CPU-Funktion Speculative Execution, über die eine Side-Channel-Attacke erfolgen kann. Die Schwachstelle ermöglicht Zugriff auf Passwörter, Token, private Unterhaltungen sowie andere vertrauliche Daten von Privatanwendern und Unternehmen. Alle Rechner, bei denen neuere Intel-Prozessoren zum Einsatz kommen und auf denen Windows ausgeführt wird, sind betroffen, inklusive Server und Notebooks. Über ein Jahr hat Bitdefender mit den Technologiepartnern an einer Veröffentlichung dieser Schwachstelle gearbeitet - Patches stehen nun zur Verfügung oder werden in Kürze veröffentlicht.

  • BlueKeep-Sicherheitslücke Wochen bekannt

    Vor ein paar Wochen wurde die BlueKeep-Sicherheitslücke bekannt. Trotz des enormen Gefahrenpotenzials und obwohl Microsoft zeitnah einen Patch bereitgestellt hat, sind viele Systeme weiterhin ungepatcht und bleiben damit anfällig für Cyberangriffe. Das ist riskant, denn die Sicherheitslücke BlueKeep im Remote Desktop Protocol (RDP) weist ein ähnlich hohes Gefahrenpotenzial wie EternalBlue auf. EternalBlue war die Sicherheitslücke, die die verheerende Ransomware-Attacke WannaCry im Jahr 2017 ausnutzte. Die Bedrohung durch BlueKeep wird immer mehr zu einem realen Risiko, denn mittlerweile existieren erste Exploits, die die Sicherheitslücke ausnutzen können. Das Department of Homeland Security (DHS) hat einen funktionierenden Exploit entwickelt und auch Personen aus dem Privatsektor berichten, dass sie über einen Remote Code Exploit verfügen. Neben Microsoft raten daher auch Organisationen wie der BSI und die NSA dringend zu Gegenmaßnahmen.

  • Ein Hardware-Designfehler

    Ein Bitdefender-Forscherteam hat eine Schwachstelle bei einigen modernen Intel-CPUs aufgedeckt. Diese wird in einem Sicherheitshinweis dokumentiert, der am 14. Mai 2019, 19 Uhr deutscher Zeit, veröffentlicht worden ist. Die neue Schwachstelle namens YAM ("Yet Another Meltdown") überwindet die architektonischen Sicherheitsvorkehrungen des Prozessors und ermöglicht es unprivilegierten Anwendungen im normalen Benutzermodus, auf dem betroffenen Computer verarbeitete Kernel-Modus-Speicherinformationen zu stehlen.

  • Privilegien-Erweiterung durch Dritte

    Kaspersky Lab hat eine zuvor unbekannte Schwachstelle - eine so genannte Zero-Day-Schwachstelle - in Microsoft Windows entdeckt. Eine bisher nicht identifizierte kriminelle Gruppe war dadurch in der Lage, die volle Kontrolle über ein anvisiertes Gerät zu erlangen. Die Cyberkriminellen hatten es auf den Kernel des Systems mittels einer Backdoor abgesehen, die aus einem wesentlichen Element des Windows-Betriebssystems aufgebaut war.Mittels Backdoors können Bedrohungsakteure infizierte Computer diskret für bösartige Zwecke nutzen. Eine solche Privilegien-Erweiterung durch Dritte ist in der Regel schwer vor Sicherheitslösungen zu verbergen. Eine Backdoor, die allerdings einen unbekannten Fehler, also eine Zero-Day-Schwachstelle, im System ausnutzt, kann unentdeckt bleiben. Die Exploit-Prevention-Technologie von Kaspersky Lab konnte den Versuch, die unbekannte Schwachstelle im Windows-Betriebssystem von Microsoft auszunutzen, jedoch erkennen.