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IBM entdeckt Super-App-Lücke in Android





Hacker können mittels Fake-Apps Kontrolle über Gerätefunktionen, Software und persönliche Informationen erlangen
Mehr als jedes zweite Android-Handy in den Versionen 4.3 bis 5.1 und Android M betroffen

Cyberkriminelle können sich über scheinbar harmlose Apps fast vollen Zugriff auf Android-Handys erschleichen. Das haben die Sicherheitsforscher von IBM X-Force entdeckt. Sind die Miniprogramme, die sich womöglich als Spiel oder Taschenlampen-App tarnen, erst einmal auf dem Smartphone installiert, nutzen sie eine Lücke im Zertifikatsystem von Android, um andere Applikationen zu kapern. So erlangen sie den Status einer Super-App, die das Gerät, seine Funktionen und Informationen kontrollieren kann. Laut IBM sind über 55 Prozent aller Android-Handys angreifbar. Betroffen sind die Betriebssystemversionen 4.3 bis 5.1. und Android M.

"Nachrichten über schwere Sicherheitslücken im Mobile-Umfeld halten uns alle weiter in Atem", sagt Gerd Rademann, Business Unit Executive Security Systems DACH bei IBM. "Nach den Meldungen über Certifi-Gate und Stagefright haben auch unsere Sicherheitsexperten von IBM X-Force eine gravierende Lücke in Android entdeckt, durch die Cyberkriminelle Smartphones kapern und private Daten stehlen können."

Wolf im Schafspelz
Die Sicherheitsforscher Or Peles und Roee Hay von IBM X-Force warnen davor, dass mehr als jedes zweite Android-Handy angreifbar ist. Konkret sind das die Betriebssystemversionen 4.3 bis 5.1 und Android M. Hacker können für den Angriff eine scheinbare Spiele- oder Taschenlampen-App nutzen, die zunächst keine besonderen Zugriffsrechte vom Anwender fordert. Dadurch erscheint sie harmlos. Installiert ein Nutzer sie, verschafft sich die Applikation durch eine Lücke im Zertifikatsystem von Android heimlich erweiterte Rechte und wird so zu einer Super-App mit nahezu vollem Zugriff. Diese manipuliert anschließend den Android-Kernel, ersetzt Anwendungen auf dem Smartphone und führt Shell-Befehle aus, um private Daten zu stehlen. In einem Video zeigen die Sicherheitsforscher der IBM X-Force, wie sie mittels der Lücke die Facebook-App auf einem Android-Gerät ersetzten.

Vertrauliche Informationen sind Freiwild
Die Lücke wurde innerhalb Androids OpenSSL-X.509-Zertfikatklasse gefunden, welche Entwickler beispielsweise nutzen, um Apps Zugriff auf Netzwerke oder die Kamerafunktionen in Smartphones zu gewähren. Falls Hacker diesen Kommunikationskanal zwischen einer Applikation und der Hardware erfolgreich angreifen, können sie die Geräte wie ihre Besitzer steuern und je nach App etwa Fotos abgreifen oder Nachrichten versenden. Darüber hinaus können sie reale Apps durch eigene Fake-Apps ersetzen, die zum Beispiel Informationen über den Nutzer aus Facebook oder Twitter sammeln. Auch vertrauliche Informationen, wie Zugangsdaten zum Online-Banking, geraten so leicht in die Hände von Cyberkriminellen. (IBM: ra)

IBM: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Sicherheitslecks

  • 1.8 Milliarden WhatsApp-Nutzer betroffen

    Das Research-Team von Check Point Software Technologies veröffentlicht Details zu FakesApps, einem Schwachpunkt in WhatsApp. Dabei gelang es Check Point, WhatsApp-Nachrichten von Usern zu manipulieren. Im Rahmen der Untersuchung wurden drei Angriffsmöglichkeiten gezeigt: >> Die Veränderung einer gesendeten Antwort, sodass dem Absender falsche Worte in den Mund gelegt werden. >> Abgabe einer gefälschten Antwort in einem Gruppenchat. Die zitierte Person muss dabei nicht einmal in der Gruppe Mitglied sein. >> Versendung einer persönlichen Nachricht in einem Gruppenchat, die für den Empfänger wie eine Gruppennachricht an alle Mitglieder aussieht - jedoch nur für ihn sichtbar ist. Wenn diese Person auf die gefälschte Nachricht antwortet, ist seine Antwort aber für alle Gruppenmitglieder sichtbar.

  • Lücke in den Zugangssystemen

    Forscher der finnischen Sicherheitsfirma F-Secure haben eine massive Lücke in den Zugangssystemen weltweit operierender Hotelketten entdeckt, das von Angreifern kompromittiert werden kann, um sich Zugang zu allen Räumen zu verschaffen. Die Schwachstelle wurde in der Software des Schließsystems Vision by VingCard gefunden, eine Lösung, die weltweit Millionen Zimmern in hochrangigen Hotels sichert. Hersteller Assa Abloy hat inzwischen Software-Updates mit Sicherheits-Bugfixes veröffentlicht, um das Problem zu beheben. Die Sicherheitsexperten nutzten bei ihrem Angriff gewöhnliche elektronische Schlüsselkarten des Hotels. Diese waren teilweise längst abgelaufen, ausgemustert oder dienten lediglich dem Zugang zu Garagen oder Abstellräumen. Anhand der Informationen auf dem Schlüssel konnten die Experten jedoch einen Hauptschlüssel mit Zugangsberechtigungen generieren, um so jeden Raum im Gebäude öffnen zu können. Der Angriff blieb völlig unbemerkt und lies auch keine Spuren zurück.

  • Risikobasiertes Management der Schwachstellen

    Spectre und Meltdown dominieren auf Grund ihres massiven Ausmaßes seit Wochen die Schlagzeilen. Doch die Prozessor-Schwachstellen sind nicht unbedingt die einzige Gefahr für Unternehmen. Secunia Research von Flexera veröffentlichte bereits mehr als 35 Vulnerability Advisories zu Spectre/Meltdown. Davon wurden die meisten als "mäßig kritisch" bewertet, mit Kritikalitätswerten von 1 bis 3 bei max. 5 Punkten. Die mögliche Schlussfolgerung: Trotz aller Sicherheitsrisiken durch Spectre und Meltdown, stellen weitere kritische, nicht gepatchte Schwachstellen im Umfeld eine weit gefährlichere und unmittelbare Bedrohung dar.

  • Sicherheitslücken: Sabotage einer Tankstelle

    Die Sicherheitsexperten von Kaspersky Lab haben im Rahmen einer Untersuchung eine Reihe unbekannter Schwachstellen in einer Steuereinheit gefunden, die von Tankstellen weltweit eingesetzt wird. Die Sicherheitslücken betreffen ein Embedded-System, von dem derzeit über tausend Einheiten installiert und online sind. Über die Schwachstellen wären Hacker in der Lage, via Fernzugriff die Kontrolle über betroffene Systeme zu erlangen. Kaspersky Lab hat den Hersteller umgehend nach Entdeckung der Schwachstellen über die Gefahr informiert.

  • Was sind Meltdown und Spectre?

    Nach den ersten Berichten über die bekannt gewordenen Schwachstellen in Mikroprozessoren, arbeiten die betroffenen Chiphersteller mit Hochdruck an einer industrieweiten Lösung. Mit täglich neuen Details und Meldungen von Seiten der Sicherheitsexperten und Unternehmen bleibt die Lage unübersichtlich. Digital Shadows hat die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt. Die Meltdown und Spectre getauften Sicherheitslücken ermöglichen es Angreifern, auf Systemspeicherinformationen im Kernel, dem privilegiertesten Bereich moderner Betriebssysteme, zuzugreifen. Der Kernel verwaltet Prozesse wie das Starten und Beenden von Anwenderprogrammen, Sicherheitseinstellungen, Speicherverwaltung und die Steuerung von Hardware wie Speicher- und Netzlaufwerken.