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Geleakte Produktionsdaten identifizieren


Forscher von Trend Micro entdecken massive Schwachstellen in weit verbreiteten IoT-Protokollen
Hunderttausende ungesicherte Verbindungen zwischen Maschinen über MQTT und CoAP gefährden Unternehmen weltweit


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Trend Micro warnt Unternehmen vor möglichen Sicherheitslücken in ihrer Betriebstechnologie (Operational Technology, OT). Forscher des japanischen IT-Sicherheitsanbieters entdeckten massive Schwachstellen und gefährdete Anwendungen von zwei weit verbreiteten Protokollen für die Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M-Kommunikation). Betroffen sind die Protokolle Message Queuing Telemetry Transport (MQTT) und Constrained Application Protocol (CoAP). Sie werden in einem neuen Forschungsbericht, The Fragility of Industrial IoT’s Data Backbone, beschrieben, der in Zusammenarbeit mit der Polytechnischen Universität Mailand entstand. Darin weisen die Forscher auch auf die wachsende Bedrohung durch den Missbrauch dieser Protokolle für Zwecke der Industriespionage, Denial-of-Service-Attacken und zielgerichtete Angriffe hin.

Innerhalb eines Zeitraums von nur vier Monaten identifizierten die Trend-Micro-Forscher über 200 Millionen MQTT-Nachrichten und mehr als 19 Millionen CoAP-Nachrichten, die an auffindbaren Brokern und Servern mitgelesen wurden. Mithilfe einfacher Schlagwortsuchen könnten Angreifer diese geleakten Produktionsdaten identifizieren und wertvolle Informationen zu Anlagen, Mitarbeitern und Technologien gewinnen, die für zielgerichtete Angriffe genutzt werden können.

"Die Sicherheitsprobleme, die wir in zwei der meistverbreiteten Nachrichtenprotokolle für IoT-Geräte entdeckt haben, sollten Unternehmen veranlassen, einen ernsthaften und ganzheitlichen Blick auf die Sicherheit ihrer OT-Umgebungen zu werfen", sagt Udo Schneider, Security Evangelist bei Trend Micro. "Diese Protokolle wurden ohne Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten entwickelt, finden sich jedoch zunehmend in sicherheitskritischen Umgebungen und Anwendungen. Das stellt ein bedeutendes Cyber-Risiko dar, da selbst Hacker mit geringen Ressourcen diese Entwicklungsfehler und Schwachstellen ausnutzen können. Diese ermöglichen es ihnen, Systeme auszukundschaften, sich lateral innerhalb des Netzwerks zu bewegen, verdeckt Daten zu stehlen und Denial-of-Service-Angriffe durchzuführen."

Angriffsszenarien und Schwachstellen
Der Forschungsbericht zeigt, wie Angreifer IoT-Systeme aus der Ferne kontrollieren oder lahmlegen könnten, indem sie Schwachstellen ausnutzen, die bei der Entwicklung, Implementierung oder Bereitstellung von Geräten, die die betroffenen Protokolle nutzen, entstanden sind. Durch den Missbrauch spezifischer Funktionen in den Protokollen könnten Hacker zudem dauerhaften Zugang zu einem System erhalten und sich lateral innerhalb des Netzwerks fortbewegen.

Im Rahmen der Forschung wurden einige Sicherheitslücken entdeckt, die durch Trend Micros Zero Day Initiative (ZDI) offengelegt wurden: CVE-2017-7653, CVE-2018-11615 und CVE-2018-17614. Beispielsweise könnte ein Angreifer unter Ausnutzung der Schwachstelle CVE-2018-17614 durch einen "Out-of-Bounds-Write" beliebigen Code auf einem Gerät ausführen, auf dem ein MQTT-Client läuft. Zwar wurden keine neuen Schwachstellen in CoAP entdeckt – die Forschungsergebnisse bekräftigen jedoch, dass CoAP anfällig für Verstärkungsangriffe (Denial-of-Service-Angriffe) ist, da es auf dem User Datagram Protocol basiert und dem Request/Response-Schema folgt.

Empfohlene Sicherheitsmaßnahmen
Um die gefundenen Risiken zu mindern, empfiehlt Trend Micro eine Reihe von Maßnahmen:

>> Nicht benötigte M2M-Dienste durch die Implementierung geeigneter Policies abschalten
>> Mittels regelmäßiger, Internet-weiter Scans sicherstellen, dass keine vertraulichen Daten durch öffentliche IoT-Dienste geleakt werden
>> Implementierung eines Workflows zum Schwachstellenmanagement oder anderer Maßnahmen zur Absicherung der Lieferkette
>> Regelmäßige Aktualisierung der eigenen Systeme entsprechend aktueller Branchenstandards angesichts des stetigen technologischen Fortschritts
(Trend Micro: ra)

eingetragen: 08.12.18
Newsletterlauf: 08.01.19

Trend Micro: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Sicherheitslecks

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    Avast hat entdeckt, dass über 49.000 Message Queuing Telemetry Transport (MQTT) Server aufgrund eines falsch konfigurierten MQTT-Protokolls online öffentlich sichtbar sind. Darunter befinden sich 32.000 Server ohne Passwortschutz - davon 1.719 in Deutschland - wodurch die Gefahr eines Datenmissbrauchs steigt. MQTT-Protokolle werden genutzt, um Smart-Home-Geräte über Smart Hubs miteinander zu verbinden und zu steuern. Beim Implementieren des MQTT-Protokolls richten Nutzer einen Server ein. Dieser Server befindet sich bei Endverbrauchern üblicherweise auf einem PC oder einem Mini-Computer wie dem Raspberry Pi, mit dem sich Geräte verbinden und damit kommunizieren können.

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    Die am 27. August 2018 auf GitHub und Twitter veröffentlichte Zero Day-Schwachstelle für Microsoft Windows-Bestriebssysteme wurde nach wenigen Tagen in einer ersten Malware-Kampagne ausgenutzt. Eset hat die Malware-Kampagne einer Gruppe namens PowerPool zugeordnet. Bis jetzt gingen den Cyberkriminellen nur eine kleine Anzahl von Opfern in die Falle, wie sich aus den untersuchten Telemetrie-Daten und den Uploads ergibt. Daher glauben wir an einen Testlauf einer Spionagekampagne. Unter den betroffenen Ländern befinden sich Chile, Deutschland, Indien, die Philippinen, Polen, Russland, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten und die Ukraine. Betroffen sind die Windows Betriebssysteme 7 bis 10 - im Speziellen die ALPC-Funktion (Advanced Local Procedure Call).

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    Das Research-Team von Check Point Software Technologies veröffentlicht Details zu FakesApps, einem Schwachpunkt in WhatsApp. Dabei gelang es Check Point, WhatsApp-Nachrichten von Usern zu manipulieren. Im Rahmen der Untersuchung wurden drei Angriffsmöglichkeiten gezeigt: >> Die Veränderung einer gesendeten Antwort, sodass dem Absender falsche Worte in den Mund gelegt werden. >> Abgabe einer gefälschten Antwort in einem Gruppenchat. Die zitierte Person muss dabei nicht einmal in der Gruppe Mitglied sein. >> Versendung einer persönlichen Nachricht in einem Gruppenchat, die für den Empfänger wie eine Gruppennachricht an alle Mitglieder aussieht - jedoch nur für ihn sichtbar ist. Wenn diese Person auf die gefälschte Nachricht antwortet, ist seine Antwort aber für alle Gruppenmitglieder sichtbar.

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    Forscher der finnischen Sicherheitsfirma F-Secure haben eine massive Lücke in den Zugangssystemen weltweit operierender Hotelketten entdeckt, das von Angreifern kompromittiert werden kann, um sich Zugang zu allen Räumen zu verschaffen. Die Schwachstelle wurde in der Software des Schließsystems Vision by VingCard gefunden, eine Lösung, die weltweit Millionen Zimmern in hochrangigen Hotels sichert. Hersteller Assa Abloy hat inzwischen Software-Updates mit Sicherheits-Bugfixes veröffentlicht, um das Problem zu beheben. Die Sicherheitsexperten nutzten bei ihrem Angriff gewöhnliche elektronische Schlüsselkarten des Hotels. Diese waren teilweise längst abgelaufen, ausgemustert oder dienten lediglich dem Zugang zu Garagen oder Abstellräumen. Anhand der Informationen auf dem Schlüssel konnten die Experten jedoch einen Hauptschlüssel mit Zugangsberechtigungen generieren, um so jeden Raum im Gebäude öffnen zu können. Der Angriff blieb völlig unbemerkt und lies auch keine Spuren zurück.