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DoS-Angriffe auf IIS-Webserver





Kritische Sicherheitslücke in Microsoft Internet Information Services (IIS)
April-Patch einspielen oder IIS-Caching deaktivieren

Trend Micro warnt vor Remote-Denial-of-Service-Angriffen auf eine Sicherheitslücke (MS15-034) in Webservern auf Basis der Microsoft Internet Information Services (IIS). Ohne sich authentifizieren zu müssen, könnten Angreifer aus der Ferne diese Server zum Absturz bringen (Blue Screen of Death, BSOD). Die japanische IT-Sicherheitsanbieterin Trend Micro rät daher zum schnellstmöglichen Einspielen des seit April verfügbaren Microsoft-Patches oder Deaktivieren des IIS-Cachings.

Im Standard ist in Microsoft IIS das Kernel Caching aktiviert. Dadurch werden Anfragen nach zwischengespeicherten Antworten bedient, ohne dass dafür ein Wechsel in den Benutzermodus erforderlich ist. Das steigert die Leistung, da einmal verarbeitete Informationen im Hauptspeicher des Servers vorgehalten und für andere Anfragen wiederverwendet werden können. Die Sicherheitslücke wird über den Range HTTP Header ausgenutzt. Ein Angreifer müsste dazu lediglich eine HTTP-Anfrage mit einem speziellen Range-Wert senden und könnte damit einen Overflow der Range-Variablen auf dem Server auslösen. Zwar hat Trend Micro noch keine Exploits im Cyberuntergrund gesehen, deren Entwicklung erfordert aber keinen großen Aufwand.

"Viele Betreiber von Webservern auf IIS-Basis dürften ein Problem damit haben, das Caching im Kernel-Mode zu deaktivieren, einfach weil die damit verbundenen Performance-Verluste aufgrund der Vielzahl der zu bedienenden Anfragen zu groß wären", erklärt Sicherheitsexperte Udo Schneider, Pressesprecher bei Trend Micro. "Aber auch das sofortige Einspielen des verfügbaren Patches ist wohl nur in wenigen Fällen ein Option. Schließlich sind IIS-Server in der Regel Systeme, die eine 100-prozentige Verfügbarkeit erfordern. Der Patch-Aufwand und die zeitlichen Abstände zwischen den Wartungsarbeiten sind hier sehr hoch. Unternehmen sollten deshalb über die Implementierung von Lösungen nachdenken, die Sicherheitslücken virtuell abschirmen können." (Trend Micro: ra)

Trend Micro: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Sicherheitslecks

  • 1.8 Milliarden WhatsApp-Nutzer betroffen

    Das Research-Team von Check Point Software Technologies veröffentlicht Details zu FakesApps, einem Schwachpunkt in WhatsApp. Dabei gelang es Check Point, WhatsApp-Nachrichten von Usern zu manipulieren. Im Rahmen der Untersuchung wurden drei Angriffsmöglichkeiten gezeigt: >> Die Veränderung einer gesendeten Antwort, sodass dem Absender falsche Worte in den Mund gelegt werden. >> Abgabe einer gefälschten Antwort in einem Gruppenchat. Die zitierte Person muss dabei nicht einmal in der Gruppe Mitglied sein. >> Versendung einer persönlichen Nachricht in einem Gruppenchat, die für den Empfänger wie eine Gruppennachricht an alle Mitglieder aussieht - jedoch nur für ihn sichtbar ist. Wenn diese Person auf die gefälschte Nachricht antwortet, ist seine Antwort aber für alle Gruppenmitglieder sichtbar.

  • Lücke in den Zugangssystemen

    Forscher der finnischen Sicherheitsfirma F-Secure haben eine massive Lücke in den Zugangssystemen weltweit operierender Hotelketten entdeckt, das von Angreifern kompromittiert werden kann, um sich Zugang zu allen Räumen zu verschaffen. Die Schwachstelle wurde in der Software des Schließsystems Vision by VingCard gefunden, eine Lösung, die weltweit Millionen Zimmern in hochrangigen Hotels sichert. Hersteller Assa Abloy hat inzwischen Software-Updates mit Sicherheits-Bugfixes veröffentlicht, um das Problem zu beheben. Die Sicherheitsexperten nutzten bei ihrem Angriff gewöhnliche elektronische Schlüsselkarten des Hotels. Diese waren teilweise längst abgelaufen, ausgemustert oder dienten lediglich dem Zugang zu Garagen oder Abstellräumen. Anhand der Informationen auf dem Schlüssel konnten die Experten jedoch einen Hauptschlüssel mit Zugangsberechtigungen generieren, um so jeden Raum im Gebäude öffnen zu können. Der Angriff blieb völlig unbemerkt und lies auch keine Spuren zurück.

  • Risikobasiertes Management der Schwachstellen

    Spectre und Meltdown dominieren auf Grund ihres massiven Ausmaßes seit Wochen die Schlagzeilen. Doch die Prozessor-Schwachstellen sind nicht unbedingt die einzige Gefahr für Unternehmen. Secunia Research von Flexera veröffentlichte bereits mehr als 35 Vulnerability Advisories zu Spectre/Meltdown. Davon wurden die meisten als "mäßig kritisch" bewertet, mit Kritikalitätswerten von 1 bis 3 bei max. 5 Punkten. Die mögliche Schlussfolgerung: Trotz aller Sicherheitsrisiken durch Spectre und Meltdown, stellen weitere kritische, nicht gepatchte Schwachstellen im Umfeld eine weit gefährlichere und unmittelbare Bedrohung dar.

  • Sicherheitslücken: Sabotage einer Tankstelle

    Die Sicherheitsexperten von Kaspersky Lab haben im Rahmen einer Untersuchung eine Reihe unbekannter Schwachstellen in einer Steuereinheit gefunden, die von Tankstellen weltweit eingesetzt wird. Die Sicherheitslücken betreffen ein Embedded-System, von dem derzeit über tausend Einheiten installiert und online sind. Über die Schwachstellen wären Hacker in der Lage, via Fernzugriff die Kontrolle über betroffene Systeme zu erlangen. Kaspersky Lab hat den Hersteller umgehend nach Entdeckung der Schwachstellen über die Gefahr informiert.

  • Was sind Meltdown und Spectre?

    Nach den ersten Berichten über die bekannt gewordenen Schwachstellen in Mikroprozessoren, arbeiten die betroffenen Chiphersteller mit Hochdruck an einer industrieweiten Lösung. Mit täglich neuen Details und Meldungen von Seiten der Sicherheitsexperten und Unternehmen bleibt die Lage unübersichtlich. Digital Shadows hat die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt. Die Meltdown und Spectre getauften Sicherheitslücken ermöglichen es Angreifern, auf Systemspeicherinformationen im Kernel, dem privilegiertesten Bereich moderner Betriebssysteme, zuzugreifen. Der Kernel verwaltet Prozesse wie das Starten und Beenden von Anwenderprogrammen, Sicherheitseinstellungen, Speicherverwaltung und die Steuerung von Hardware wie Speicher- und Netzlaufwerken.