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Angriffe auch über Apps und Websites möglich





Sicherheitslücke "Stagefright" lässt sich nicht nur über MMS-Nachrichten ausnutzen
Sicherheitslücken und Exploits nur im ursprünglichen Entdeckungszusammenhang zu betrachten

Trend Micro-Forscher haben die unter dem Namen "Stagefright" bekannt gewordene Android-Sicherheitslücke genauer untersucht. Dabei haben sie festgestellt, dass sich die Lücke nicht nur über MMS-Nachrichten, sondern auch über speziell präparierte Websites und Apps ausnutzen lässt. Dies verweist auf ein grundsätzliches Problem: Liegt einmal das Wissen über Sicherheitslücken vor, gewinnen die darauf zugeschnittenen Exploits aufgrund der verschiedenen Softwareabhängigkeiten schnell ein Eigenleben, das sich sowohl technisch als auch rechtlich nur noch schwer eindämmen lässt.

Von "Stagefright" betroffen sind die Android-Versionen 4.0.1 bis 5.1.1, mit denen über 94 Prozent aller Android-Geräte ausgestattet sind. Ein Sicherheits-Patch liegt zwar vor, jedoch sind die Anwender von den Herstellern ihrer Android-Geräte bei der Frage abhängig, wann ihnen das Sicherheits-Update zur Verfügung gestellt wird.

Doch damit nicht genug: Mögliche Angreifer, die Exploits für "Stagefright" entwickeln, können dafür nicht nur speziell präparierte MMS-Nachrichten verwenden, sondern auch Websites und Apps. Die Trend Micro-Forscher haben entsprechende Proof-of-Concepts erstellt und ihre Erkenntnisse Google gegenüber am 19. Mai mitgeteilt. Dazu haben sie eine spezielle MP4-Datei gebaut und diese sowohl in eine App als auch eine HTML-Datei eingebettet. Auch in diesen Szenarien können Angreifer im schlimmsten Fall die Kontrolle über das infizierte Android-Gerät übernehmen. Die Nutzer müssen dafür nur eine entsprechend präparierte App – zum Beispiel aus dem Android-Store eines Drittanbieters – installieren oder eine bösartige Webseite aufrufen – zum Beispiel über einen Link in einer gefälschten E-Mail.

"Man darf Sicherheitslücken niemals isoliert betrachten, also nur in dem Zusammenhang, in dem sie ursprünglich entdeckt wurden", warnt Sicherheitsexperte Udo Schneider, Pressesprecher beim japanischen IT-Sicherheitsunternehmen Trend Micro.

Der Geist aus der Flasche
Es gibt bei Software unzählige Abhängigkeiten untereinander, zwischen Betriebssystem und Applikationen, zwischen Anwendungen untereinander etc. – nicht nur bei Android. So können etwa auch Adobe Flash-Lücken, die im Browser nicht mehr ausnutzbar sind, weiterhin missbraucht werden, wenn ein darauf zugeschnittener Exploit in einem Office-Dokument versteckt wird. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf den Umgang mit dem Wissen um Sicherheitslücken.

"Exploits neigen aufgrund der genannten Abhängigkeiten dazu, ein Eigenleben zu entwickeln. Das ist schon schlimm genug, wenn Sicherheitslücken von Hackern und Cyberkriminellen entdeckt werden. Noch schlimmer wird es allerdings, wenn staatliche Stellen dieses Wissen einkaufen und nicht an die Softwarehersteller weitergeben, damit diese die Lücken im Code schließen können", so Udo Schneider weiter. "Denn irgendwann werden auch von Staatsseite genutzte Exploits entdeckt, die in der Regel sehr gefährlich, weil besonders ausgeklügelt sind. Der aus unserer Sicht einzig richtige Umgang mit Sicherheitslücken lautet, diese umgehend dem betroffenen Softwarehersteller zu melden und auf das Ausnutzen von staatlicher Seite zu verzichten. Sonst bekommen wir das Exploit-Problem weder technisch noch rechtlich in den Griff – mit unabsehbaren Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft." (Trend Micro: ra)

Trend Micro: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Sicherheitslecks

  • Was sind Meltdown und Spectre?

    Nach den ersten Berichten über die bekannt gewordenen Schwachstellen in Mikroprozessoren, arbeiten die betroffenen Chiphersteller mit Hochdruck an einer industrieweiten Lösung. Mit täglich neuen Details und Meldungen von Seiten der Sicherheitsexperten und Unternehmen bleibt die Lage unübersichtlich. Digital Shadows hat die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt. Die Meltdown und Spectre getauften Sicherheitslücken ermöglichen es Angreifern, auf Systemspeicherinformationen im Kernel, dem privilegiertesten Bereich moderner Betriebssysteme, zuzugreifen. Der Kernel verwaltet Prozesse wie das Starten und Beenden von Anwenderprogrammen, Sicherheitseinstellungen, Speicherverwaltung und die Steuerung von Hardware wie Speicher- und Netzlaufwerken.

  • Es handelt sich um ein Kernel-Exploit

    Der Patch Tuesday im Dezember 2017 hat eine recht überschaubare Anzahl von Updates gebracht. Microsoft hat insgesamt 32 einzigartige CVEs (Common Vulnerabilities and Exposures) vermeldet - keine davon wurde veröffentlicht oder ausgenutzt. Adobe hat daneben ein Update für Flash Player herausgebracht, das eine moderate Schwachstelle auflöst. Allerdings wird dieses Update in der Priorität 2 eingestuft, weshalb Microsoft es im Rahmen des Patch Tuesday für den IE als kritisch eingestufte. Es ist mal wieder die richtige Jahreszeit, um sich um End-of-Life-Angelegenheiten zu kümmern. IT-Verantwortliche sollten also Ihre Planung für 2018 beginnen, indem sie sich einen Überblick verschaffen, welche Produkte im kommenden Jahr auf EoL umgestellt werden. Der Patch Tuesday im Dezember gibt dazu einige Hinweise: Der EoL von Windows 10 1607 ist vorläufig für März 2018 geplant.

  • 2018: Das große Softwaresterben

    Der Patch Tuesday im Dezember 2017 hat eine recht überschaubare Anzahl von Updates gebracht. Microsoft hat insgesamt 32 einzigartige CVEs (Common Vulnerabilities and Exposures) vermeldet - keine davon wurde veröffentlicht oder ausgenutzt. Adobe hat daneben ein Update für Flash Player herausgebracht, das eine moderate Schwachstelle auflöst. Allerdings wird dieses Update in der Priorität 2 eingestuft, weshalb Microsoft es im Rahmen des Patch Tuesday für den IE als kritisch eingestufte. Es ist mal wieder die richtige Jahreszeit, um sich um End-of-Life-Angelegenheiten zu kümmern. IT-Verantwortliche sollten also Ihre Planung für 2018 beginnen, indem sie sich einen Überblick verschaffen, welche Produkte im kommenden Jahr auf EoL umgestellt werden. Der Patch Tuesday im Dezember gibt dazu einige Hinweise: Der EoL von Windows 10 1607 ist vorläufig für März 2018 geplant.

  • Security-Leck in Messaging-Diensten

    Die Sicherheitsforscher von Check Point Software Technologies enthüllten eine neue Schwachstelle in den Online-Plattformen WhatsApp und Telegram, zwei der weltweit beliebtesten Messaging-Dienste. Angreifer, die diese Schwachstelle ausnutzten, konnten Nutzerkonten vollständig übernehmen und auf die persönlichen Gespräche und Gruppenunterhaltungen, Fotos, Videos und andere geteilten Dateien, Kontaktlisten und sonstige Daten zugreifen. "Durch diese neue Schwachstelle laufen Hunderte von Millionen WhatsApp- und Telegram-Web-Nutzer Gefahr, dass ihre Accounts vollständig übernommen werden", sagt Oded Vanunu, Leiter Product Vulnerability Research bei Check Point. "Ein Hacker kann durch einfaches Versenden eines harmlos aussehenden Fotos die Kontrolle über den Account erlangen, auf den Nachrichtenverlauf sowie auf alle Fotos, die je geteilt wurden, zugreifen und Nachrichten im Namen des Nutzers versenden."

  • Android-Passwort-Manager-Apps analysiert

    Das Fraunhofer-Institut für Informationstechnologie SIT hat gravierende Sicherheitslücken in Passwort-Apps für Android entdeckt. Bei vielen der beliebtesten Passwort-Manager konnten Cyberkriminelle leicht Zugriff auf die geschützten Informationen erhalten, beispielsweise, wenn sich der Angreifer im selben Netzwerk befindet. Die Hersteller wurden informiert und haben die Fehler mittlerweile behoben. Nutzer sollten jedoch sicherstellen, dass sie die aktuelle App-Version verwenden. Die Details ihrer Analysen stellen die Experten des Fraunhofer SIT im April auf der "Hack In The Box"-Konferenz in Amsterdam vor.