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30 Jahre Verschleierung von Malware


McAfee verzeichnet im ersten Jahresquartal 244 neue Cyber-Bedrohungen jede Minute und mehr als Vier pro Sekunde
Weltweite Infektionsrate mit mobiler Malware steigt in Q1 2017 auf 57 Prozent - Mac OS-Malware inzwischen bei 53 Prozent



Der vorgestellte McAfee Labs Threats Report für Juni 2017 wirft einen genauen Blick auf die Cyber-Bedrohungen des ersten Quartals 2017. So analysiert der Bericht den Fareit Passwort-Dieb, blickt auf die 30-jährige Entwicklung der Verschleierungstechniken von Malware zurück, erklärt die Bedeutung der Steganographie, bewertet Bedrohungen in verschiedenen Industrien und zeigt das jüngste Wachstum von Malware, Ransomware, mobiler Malware und anderen Bedrohungen im ersten Quartal auf.

In den ersten drei Monaten des Jahres registrierte das "McAfee Labs Global Threat Intelligence"-Netzwerk verschiedene Trends hinsichtlich dem Wachstum von Cyber-Bedrohungen und den Vorfällen von Cyber-Angriffen, darunter:

>> Das Quartal in Zahlen: In Q1 2017 gab es 244 neue Bedrohungen pro Minute und über Vier jede Sekunde.

>> Sicherheitsvorfälle: McAfee Labs zählte 301 öffentlich aufgedeckte Sicherheitsvorfälle in Q1 – 53 Prozent mehr als in Q4 2016. 50 Prozent davon betrafen die Gesundheits- und Bildungsbranche sowie den öffentlichen Sektor.

>> Malware: Die Anzahl der neuen Malware-Samples in Q1 lag bei 32 Millionen.

>> Mobile Malware: Mobile Malware in Asien verdoppelte sich in Q1. Damit liegt Asien bei 57 Prozent der weltweiten Infektionsrate.

>> Mac OS-Malware: Während der letzten drei Quartale wurde die neue Mac OS-Malware durch Adware angekurbelt. Obwohl die Bedrohungen für die Apple-Geräte im Gegensatz zu Windows noch gering sind, wuchs die Zahl der Mac OS-Samples in Q1 um 53 Prozent.

>> Ransomware: Ransomware-Samples vermehrten sich in diesem Quartal größtenteils aufgrund der Congur-Ransomware-Angriffe auf Android-Geräte. Die Anzahl der Ransomware-Samples wuchs um 59 Prozent in den letzten vier Quartalen, das macht nun 9.6 Millionen bekannte Samples weltweit.

>> Spam-Botnets: Im April wurde der Cyber-Kriminelle, der hinter dem Kelihos-Botnet steckt, in Spanien festgenommen. Kelihos trieb über ein Jahr sein Unwesen und ist für Millionen Spamnachrichten, die Banking-Malware und -Ransomware verschickt haben, verantwortlich.

Die 30-jährige Entwicklung von Verschleierungstechniken
Malware-Entwickler suchen schon seit den 1980igern Wege, Sicherheitssysteme zu umgehen, indem sie ihren eigenen Code teilweise verschlüsseln und so für Sicherheitsexperten unlesbar wird. Der Begriff Verschleierungstechniken fast alle Methoden, die Malware vor der Entdeckung, Analyse und Entschädigung zu schützen, zusammen.

"Es gibt hunderte, wenn nicht sogar tausende Anti-Sicherheits-, Anti-Sandbox- und Anti-Analysten-Verschleierungstechniken, die von Hackern und Malware-Autoren kreiert wurden und nun im Darknet zum Verkauf angeboten werden", kommentiert Vincent Weafer, Vice President von McAfee Labs. "Dieser Bericht zeigt ein weiteres Mal auf, wie sich Verschleierungspraktiken entwickelt haben: Vom Verschleiern einfacher Bedrohungen über komplexe Angriffe auf Unternehmen bis hin zu den neuesten Techniken, die die Schutzmaßnahmen basierend auf maschinellem Lernen umgehen können.”

Der McAfee Labs Report im Juni 2017 untersucht einige der stärksten Verschleierungstechniken, den konstant gut laufenden Markt für den Verkauf dieser Techniken im Darknet sowie mögliche zukünftige Verschleierungen, beispielsweise in Bezug auf maschinelles Lernen.

Die verborgene Bedrohung durch Steganographie
Steganographie ist die Kunst und Wissenschaft der verborgenen Übermittlung von Informationen. In der digitalen Welt beschreibt es die Art und Weise, wie Nachrichten in Bildern, Audiotracks, Videoclips oder Textdateien versteckt werden. Oft wird Steganographie dazu genutzt, Malware vor der Entdeckung durch Sicherheitssysteme zu verbergen. Der erste bewiesene Cyber-Angriff, bei dem Stenographie eingesetzt wurde, war die Duqu-Malware im Jahr 2011.

McAfee Labs identifiziert Netzwerk-Steganographie als neuen Trend, bei dem unbenutzte Felder in einem TCP/IP-Protokollkopf missbraucht werden, um Daten zu verstecken. Die Methode ist besonders beliebt, da die Angreifer mit dieser Technik unbegrenzte Mengen an Informationen versenden können.

Fareit: Einer der berüchtigsten Passwortdiebe
Die Malware Fareit trat 2011 das erste Mal auf und hat sich seitdem stark weiterentwickelt. Sie wird als der bekannteste und schlimmste Passwortdieb gehandelt und wurde sehr wahrscheinlich in der US-Präsidentschaftswahl 2016 verwendet, um die demokratische Partei auszuspionieren.

Fareit verbreitet sich unter anderem über Phishing-E-Mails, DNS-Poisoning und Exploit-Kits. Das Opfer bekommt dabei eine Spam-E-Mail mit einem Word-Dokument, JavaScript oder einer anderen Datei im Anhang. Sobald der Anhang geöffnet wird, infiziert Fareit das System, schickt gestohlene Daten an sein Kontrollzentrum und lädt weitere Malware herunter.

"Menschen, Unternehmen und Regierungen sind mehr und mehr auf Systeme und Geräte angewiesen, die einzig und allein durch Passwörter geschützt werden. Diese sind aber einfach zu knacken und stellen somit ein attraktives Ziel für Cyber-Kriminelle dar", erläutert Hans-Peter Bauer, Vice President Central Europe von McAfee. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass verschiedene Taktiken, die darauf ausgelegt sind Passwörter zu stehlen, weiter auf dem Vormarsch sind, bis wir dazu übergehen, die Zwei-Faktor-Authentifizierung als Standard einzuführen." (McAfee: ra)





eingetragen: 10.07.17
Home & Newsletterlauf: 01.08.17


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Meldungen: Statistiken

  • Malware- & Netzwerkangriffe nehmen zu

    Wie der aktuell veröffentlichte "WatchGuard Internet Security Report" für das dritte Quartal 2019 belegt, sollte bei per E-Mail eingehenden Word-, RTF- oder anderen Office-Dokumenten weiterhin besondere Vorsicht gelten. Diesmal haben es gleich zwei einschlägige Malware-Varianten in die Top 10 geschafft. Die Nase vorn hat dabei ein Angriffsversuch, der auf einer Schwachstelle des Word-Formeleditors basiert. Dieser ermöglicht es Hackern beliebigen Code auszuführen, sobald das manipulierte Dokument geöffnet wird. Sowohl hinsichtlich der Gesamtmenge als auch der Verbreitung solch Office-basierter Übergriffe wurden dabei im dritten Quartal neue Bestmarken erreicht: Neben der Anzahl entsprechender Attacken verdoppelte sich auch der Adressatenkreis im Vergleich zum Vorquartal. Die Übermittlung erfolgte in der Mehrzahl aller Fälle per E-Mail. Daher wird es gerade für Unternehmen immer wichtiger, ihre Mitarbeiter gezielt zu sensibilisieren. Schulungen und Aufklärungsinitiativen können dazu beitragen, dass Anwender solche und andere Übergriffe sowie Phishing-Versuche besser erkennen.

  • Ein Drittel mehr DDoS-Attacken

    Im dritten Quartal 2019 stieg die Anzahl der DDoS-Angriffe gegenüber dem Vorquartal um ein Drittel (30 Prozent) an; mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Attacken fand im September statt. Darüber hinaus gab es einen Anstieg einfacherer DDoS-Angriffe, die vor allem akademische Webseiten im Visier hatten. Der Anstieg ist durch eine Vielzahl einfacherer Angriffe bedingt, während in den vorherigen Quartalen das Wachstum auf eine Zunahme intelligenter Angriffe zurückzuführen war, die von erfahrenen Cyberkriminellen auf Anwendungsebene durchgeführt wurden. In diesem Quartal sank der Anteil dieser Art von Angriffen auf 28 Prozent aller DDoS-Angriffe, im zweiten Quartal machten intelligente Angriffen noch die Hälfte (50 Prozent) aus.

  • Vermehrt Ransomware-Angriffe auf NAS-Systeme

    Kaspersky-Forscher haben im Rahmen einer aktuellen Studie eine neue Art von Ransomware-Angriff identifiziert, der im Hinblick auf Network Attached Storage (NAS) ein neues Risiko für Backup-Daten darstellt, die in der Regel auf solchen Geräten gespeichert werden. Da NAS bislang weitgehend als sichere Technologie galt, sind Nutzer hinsichtlich potenzieller Infektionen zumeist unvorbereitet - wodurch deren Daten einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Um Network Attached Storages anzugreifen, scannen Cyberkriminelle IP-Adressverzeichnisse und suchen dort nach NAS-Systemen, die über das Internet erreicht werden können. Auch wenn Webschnittstellen nur mittels Authentifizierung zugänglich sind, läuft auf einer Reihe von Geräten Software, die Schwachstellen enthält. Dies ermöglicht es Angreifern, einen Trojaner mittels Exploits zu installieren, der alle Daten auf den mit dem NAS verbundenen Geräten verschlüsselt.

  • Cyberkriminelle schlagen bevorzugt an Werktagen zu

    Barracuda Networks hat ihren aktuellen Spear-Phishing-Report veröffentlicht. Im Zeitraum von Juli bis September 2019 identifizierte der Sicherspezialist 1,5 Millionen Spear-Phishing-Attacken bei über 4.000 Unternehmen oder Institutionen, die "Barracuda Sentinel" einsetzen, ein Cloud-Service mit KI-Lösung zur Echtzeit-Abwehr von Spear-Phishing-Attacken und Betrugsversuchen. Folgender vier Vektoren bedienten sich die Angreifer hauptsächlich: Scamming (39 Prozent): Diese Angriffe zielen ab auf private, sensible und persönliche Informationen wie etwa Kontodaten oder Kreditkartennummern.

  • Sextortion ein sehr großes Problem

    Proofpoint hat ihren neuesten Threat Report für das dritte Quartal 2019 veröffentlicht. Darin zeigt das Unternehmen aktuelle Trends und Bedrohungen im Bereich Cybersecurity auf. Besonders auffällig ist dabei, dass die Schadsoftware Emotet allein bei 12 Prozent aller E-Mails mit Malware im Anhang zum Einsatz kam - obwohl Emotet nur in den letzten beiden Wochen des Septembers nennenswert aktiv war. Das heißt demnach, dass in diesem kurzen Zeitraum mehrere Millionen von Nachrichten mit bösartigen URLs oder Anhängen versandt wurden. Eine der treibenden Kräfte hinter der weltweiten Verbreitung von Emotet ist die in Fachkreisen als TA542 (Thread Actor 542) bezeichnete Gruppierung. Diese Gruppe Cyberkrimineller ist für den Vertrieb von Emotet "zuständig" und erweiterte in diesem Zeitraum auch ihr regionales Targeting auf eine Reihe neuer Länder, darunter Italien, Spanien, Japan, Hongkong und Singapur. TA542 hat dabei Methoden angewandt, von denen sich die Gruppe Anfang 2019 zunächst getrennt hatte. Dazu gehören beispielsweise sehr gezielte eingesetzt saisonale und topaktuelle Köder. In diesem Zusammenhang beobachtete Proofpoint zum Beispiel am 23. September, dass in den Nachrichten häufiger als sonst von Edward Snowden die Rede war und die Cyberkriminellen ihre Köder entsprechend anpassten.