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Längster DDoS-Angriff 2015 dauerte 15,5 Tage


Linux-basierte Bot-Netze sind inzwischen für mehr als die Hälfte aller Angriffe verantwortlich
Ihr Anteil stieg im vierten Quartal von 45,6 Prozent auf 54,8 Prozent

(01.03.16) - Die Zwei-Wochen-Grenze für die bislang längste, im Jahr 2015 von Kaspersky Lab gemessene DDoS-Attacke (Distributed Denial of Service) wurde im vierten Quartal gebrochen. Ganze 371 Stunden und damit mehr als 15 Tage lang dauerte ein von Kaspersky Lab festgestellter Angriff.

Zusammengefasst berichten die Experten von Kaspersky Lab in ihrem DDoS-Report für das vierte Quartal 2015 über folgende Tendenzen:

• >> DDoS-Opfer konnten in 69 Ländern ermittelt werden

• >> Erneut entfielen mehr als neun von zehn Angriffen (94,9 Prozent) auf nur zehn Länder. Am stärksten betroffen waren wie auch in den Vorquartalen China, Südkorea und die USA

• >> Der längste gemessene DDoS-Angriff dauerte 371 Stunden und erfolgte durch mehrere Bot-Familien. Der Anteil derart komplexer Attacken erhöhte sich im vierten Quartal von 0,7 Prozent auf 2,5 Prozent

• >> Linux-basierte Bot-Netze sind inzwischen für mehr als die Hälfte aller Angriffe verantwortlich. Ihr Anteil stieg im vierten Quartal von 45,6 Prozent auf 54,8 Prozent

• >> Cyberkriminelle nutzen für DDoS-Angriffe auch neue Konfigurationsschwachstellen. Ausgenutzt wurden beispielsweise NetBIOS Name Server, über dynamische Ports verbundene PRC Services von Domain Controllern und von "WD Sentinel" lizenzierte Server

• >> Auch das Internet der Dinge wird inzwischen für DDoS-Angriffe genutzt. So konnte im vierten Quartal 2015 ein weltweites Bot-Netz bestehend aus 900 mit dem Internet verbundenen Überwachungskameras
dentifiziert werden.

Auch WordPress im Fokus der Angreifer
Die Experten von Kaspersky Lab machten außerdem neue Angriffswege für Webseiten aus, die über das Content Management System von WordPress betrieben werden. Dazu wird der Body der Webressourcen mit einem JavaScript-Code infiziert, wodurch Anwender mit ihren Browsern die Opferressourcen adressieren. Einer dieser Angriffe erfolgte über zehn Stunden. In der Spitze wurden dabei 400 Megabit pro Sekunde erreicht.

"Auch wenn im vierten Quartal die Anzahl der angegriffenen Webressourcen rückläufig ist, blieb doch die Komplexität und Schwere der gemessenen DDoS-Attacken konstant hoch", sagt Evgeny Vigovski, Abteilungsleiter Kaspersky DDoS Protection. "Solange es noch Schwachstellen in der Software gibt, bleiben DDoS-Angriffe auf die Server von Opfern für Cyberkriminelle vergleichsweise zweckdienlich und billig. Leider sind zudem viele Anwendergeräte noch immer unzureichend geschützt und können so leicht als Teil eines Bot-Netzes missbraucht werden. Wir wollen und werden daher weiterhin Unternehmen auf drohende DDoS-Gefahren hinweisen und diese gemeinsam mit ihnen abwehren." (Kaspersky Lab: ra)

Kaspersky Lab: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Statistiken

  • Malware- & Netzwerkangriffe nehmen zu

    Wie der aktuell veröffentlichte "WatchGuard Internet Security Report" für das dritte Quartal 2019 belegt, sollte bei per E-Mail eingehenden Word-, RTF- oder anderen Office-Dokumenten weiterhin besondere Vorsicht gelten. Diesmal haben es gleich zwei einschlägige Malware-Varianten in die Top 10 geschafft. Die Nase vorn hat dabei ein Angriffsversuch, der auf einer Schwachstelle des Word-Formeleditors basiert. Dieser ermöglicht es Hackern beliebigen Code auszuführen, sobald das manipulierte Dokument geöffnet wird. Sowohl hinsichtlich der Gesamtmenge als auch der Verbreitung solch Office-basierter Übergriffe wurden dabei im dritten Quartal neue Bestmarken erreicht: Neben der Anzahl entsprechender Attacken verdoppelte sich auch der Adressatenkreis im Vergleich zum Vorquartal. Die Übermittlung erfolgte in der Mehrzahl aller Fälle per E-Mail. Daher wird es gerade für Unternehmen immer wichtiger, ihre Mitarbeiter gezielt zu sensibilisieren. Schulungen und Aufklärungsinitiativen können dazu beitragen, dass Anwender solche und andere Übergriffe sowie Phishing-Versuche besser erkennen.

  • Ein Drittel mehr DDoS-Attacken

    Im dritten Quartal 2019 stieg die Anzahl der DDoS-Angriffe gegenüber dem Vorquartal um ein Drittel (30 Prozent) an; mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Attacken fand im September statt. Darüber hinaus gab es einen Anstieg einfacherer DDoS-Angriffe, die vor allem akademische Webseiten im Visier hatten. Der Anstieg ist durch eine Vielzahl einfacherer Angriffe bedingt, während in den vorherigen Quartalen das Wachstum auf eine Zunahme intelligenter Angriffe zurückzuführen war, die von erfahrenen Cyberkriminellen auf Anwendungsebene durchgeführt wurden. In diesem Quartal sank der Anteil dieser Art von Angriffen auf 28 Prozent aller DDoS-Angriffe, im zweiten Quartal machten intelligente Angriffen noch die Hälfte (50 Prozent) aus.

  • Vermehrt Ransomware-Angriffe auf NAS-Systeme

    Kaspersky-Forscher haben im Rahmen einer aktuellen Studie eine neue Art von Ransomware-Angriff identifiziert, der im Hinblick auf Network Attached Storage (NAS) ein neues Risiko für Backup-Daten darstellt, die in der Regel auf solchen Geräten gespeichert werden. Da NAS bislang weitgehend als sichere Technologie galt, sind Nutzer hinsichtlich potenzieller Infektionen zumeist unvorbereitet - wodurch deren Daten einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Um Network Attached Storages anzugreifen, scannen Cyberkriminelle IP-Adressverzeichnisse und suchen dort nach NAS-Systemen, die über das Internet erreicht werden können. Auch wenn Webschnittstellen nur mittels Authentifizierung zugänglich sind, läuft auf einer Reihe von Geräten Software, die Schwachstellen enthält. Dies ermöglicht es Angreifern, einen Trojaner mittels Exploits zu installieren, der alle Daten auf den mit dem NAS verbundenen Geräten verschlüsselt.

  • Cyberkriminelle schlagen bevorzugt an Werktagen zu

    Barracuda Networks hat ihren aktuellen Spear-Phishing-Report veröffentlicht. Im Zeitraum von Juli bis September 2019 identifizierte der Sicherspezialist 1,5 Millionen Spear-Phishing-Attacken bei über 4.000 Unternehmen oder Institutionen, die "Barracuda Sentinel" einsetzen, ein Cloud-Service mit KI-Lösung zur Echtzeit-Abwehr von Spear-Phishing-Attacken und Betrugsversuchen. Folgender vier Vektoren bedienten sich die Angreifer hauptsächlich: Scamming (39 Prozent): Diese Angriffe zielen ab auf private, sensible und persönliche Informationen wie etwa Kontodaten oder Kreditkartennummern.

  • Sextortion ein sehr großes Problem

    Proofpoint hat ihren neuesten Threat Report für das dritte Quartal 2019 veröffentlicht. Darin zeigt das Unternehmen aktuelle Trends und Bedrohungen im Bereich Cybersecurity auf. Besonders auffällig ist dabei, dass die Schadsoftware Emotet allein bei 12 Prozent aller E-Mails mit Malware im Anhang zum Einsatz kam - obwohl Emotet nur in den letzten beiden Wochen des Septembers nennenswert aktiv war. Das heißt demnach, dass in diesem kurzen Zeitraum mehrere Millionen von Nachrichten mit bösartigen URLs oder Anhängen versandt wurden. Eine der treibenden Kräfte hinter der weltweiten Verbreitung von Emotet ist die in Fachkreisen als TA542 (Thread Actor 542) bezeichnete Gruppierung. Diese Gruppe Cyberkrimineller ist für den Vertrieb von Emotet "zuständig" und erweiterte in diesem Zeitraum auch ihr regionales Targeting auf eine Reihe neuer Länder, darunter Italien, Spanien, Japan, Hongkong und Singapur. TA542 hat dabei Methoden angewandt, von denen sich die Gruppe Anfang 2019 zunächst getrennt hatte. Dazu gehören beispielsweise sehr gezielte eingesetzt saisonale und topaktuelle Köder. In diesem Zusammenhang beobachtete Proofpoint zum Beispiel am 23. September, dass in den Nachrichten häufiger als sonst von Edward Snowden die Rede war und die Cyberkriminellen ihre Köder entsprechend anpassten.